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Abtreibung vergeben

Wie man in der Süddeutschen Zeitung nachlesen kann, erlaubt der Pabst höchstpersönlich seinen Vertretern, den Priestern, die Abtreibung zu vergeben. Das wäre ja mal eine hilfreiche moralische Idee. Aber, Gott des dogmatischen Denkens, wie kann es sein, dass diese Regel nur für ein Jahr gildet?  So kann doch Weltgeltung und Weltregelung für die ethisch, christlich erlaubte und tollerierte Abtreibung fundamentaldogmatisch nicht funktionieren.

Bilden wir eine Analogie im Deutschen Strafrecht. Kann die Computersabotage in 2015 strafbar sein und im nächsten Jahr nicht? Klaro ist das völlig inkonsistent, schädlich für das Deutsche Rechtssystem und die gesamte Werthaltung. Könnten sich die Dogmatiker im Vatikan, der denkerischen Hochburg allen katholischen Denkens vielleicht auch mal an ihren vier Knöpfen abzählen?

Insgesamt ist die Verhütungspolitik des Vatikan nach m.E. nicht wirklich verantwortungsvoll im Sinne der Steuerung der Weltbevölkerung.  In einigen Kontinenten gibt es viel zu viele Menschen, in anderen viel zu wenig. Das Menschen aufgrund von moralischen Ansagen des Vatikans, mehr oder minder kausal Hunger leiden müssen, oder gar verhungern kann ich mir kaumst erklären und kann auch keine moralisch valide Begründungsebene in meinem philosophischen Reich finden.

Bildrechte pixabay CC nikosapelaths

Hier der Artikel aus der Süddeutschen Zeitung: hier der original-Link


Papst erlaubt Priestern Vergebung von Abtreibung

Papst Franziskus hat katholischen Priestern erlaubt, Abtreibung zu vergeben. Die Regelung gilt aber nur im anstehenden Heiligen Jahr.

Papst Franziskus hat katholischen Priestern erlaubt, Abtreibung zu vergeben. Das Oberhaupt der katholischen Kirche erklärte am Dienstag, es habe entschieden, während des im Dezember beginnenden Heiligen Jahrs allen Priestern zu erlauben, Frauen von der Sünde der Abtreibung loszusprechen, sofern sie Reue tun und um Vergebung bitten.

Die Lossprechung von dieser schweren Schuld ist in den meisten Ländern nur in wenigen Kirchen und durch bestimmte Beichtväter möglich. In Deutschland und einigen anderen Ländern ändert sich dadurch nichts: Dort war die Sündenvergebung nach einer Abtreibung auch bislang schon für alle Priester erlaubt.

Während des Heiligen Jahrs, das vom 8. Dezember 2015 bis zum 20. November 2016 läuft, gewährt der Papst den Gläubigen unter bestimmten Bedingungen einen vollständigen Erlass ihrer Sünden.

Papst verurteilt Abtreibung als Sünde, äußert aber Verständnis

„Die Vergebung Gottes für jeden Menschen, der bereut, kann diesem nicht versagt werden“, schrieb Franziskus in einem Brief (hier das Dokument im Wortlaut) an den Organisator des Heiligen Jahrs. Daher habe er entschieden, „für das Jubiläumsjahr allen Priestern die Vollmacht zu gewähren, von der Sünde der Abtreibung jene loszusprechen, die sie vorgenommen haben und reuigen Herzens dafür um Vergebung bitten“.

Der 78-jährige Argentinier verurteilte Abtreibung als Sünde, äußerte aber zugleich Verständnis für Frauen, die in der Not zum Schwangerschaftsabbruch greifen. „Das Drama der Abtreibung wird von manchen mit einem oberflächlichen Bewusstsein erlebt“, schreibt der Papst, „Viele andere dagegen, die diesen Moment zwar als Niederlage erleben, meinen, keinen anderen Ausweg zu haben.“

Er denke an die Frauen, die eine Abtreibung vornehmen ließen, und wisse um den Druck, der sie zu dieser Entscheidung geführt habe. Es sei „eine existentielle und moralische Tragödie“. In dem Schreiben heißt es weiter: „Ich bin sehr vielen Frauen begegnet, die in ihrem Herzen die Narben dieser leidvollen und schmerzhaften Entscheidung trugen.“

Überraschende Anordung zum Umgang mit den Pius-Brüdern

Überraschend ordnete Franziskus außerdem an, dass im Heiligen Jahr alle Katholiken das Sakrament der Versöhnung (Beichtsakrament) auch bei Priestern der traditionalistischen Bruderschaft Sankt Pius X. gültig und erlaubt empfangen könnten.

Bisher wurde das Sakrament zwar gültig, aber unerlaubt gespendet. Der Papst vertraue zudem „darauf, dass in naher Zukunft Lösungen gefunden werden können, um die volle Einheit mit den Priestern und Oberen der Bruderschaft wiederzugewinnen“.

Abtreibung wird in den USA wohl verboten

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About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter