aa -Tagesimpulse Wortgarten

Ambiguitätstoleranz

Ambiguität haben wir schon vor einem Jahr in unseren Wortgarten integriert, link. Heute morgen wurden in der NDR Sendung Glaubenssachen über die Umgang mit Mißbrauch in der Katholischen Kirche philosophiert und gefordert, dass es eine

Ambiguitätstoleranz

geben müssen.

In einer sehr ausführlichen uns schön zu lesenden Beitrag der ZEIT wird über die Fähigkeiten der Zigarette philosophiert. Auch hier kommt das Neu-Wort Ambiguitätstolleranz zum Einsatz. Hier weiterlesen. Zitat ZEIT: “ Ambiguitätstolleranz ist die Fähigkeit, kulturelle Formen der Vagheit und Uneindeutigkeit auszuhalten und somit der Tatsache gerecht zu werden, dass Symbolen und Umständen mehrere Interpretationen zugeordnet werden können. Im Zuge sozialer Polarisierung diagnostiziert Bauer einen eklatanten Verlust an eben jener Fähigkeit, mit Mehrdeutigkeit umzugehen, weil Schubladendenken, politischer Fanatismus und kulturelle Homogenisierung zunehmend einen Zwang zur Vereindeutigung schafften“.

Wikipedia schreibt zu dem Begriff:

„Ambiguitätstoleranz (v. lat. ambiguitas „Zweideutigkeit“, „Doppelsinn“ und tolerare „erdulden“, „ertragen“), teilweise auch als Unsicherheits- oder Ungewissheitstoleranz bezeichnet, ist die Fähigkeit, mehrdeutige Situationen und widersprüchliche Handlungsweisen zu ertragen. Ambiguitätstolerante Personen sind in der Lage, Ambiguitäten, also Widersprüchlichkeiten, kulturell bedingte Unterschiede oder mehrdeutige Informationen, die schwer verständlich oder sogar inakzeptabel erscheinen, wahrzunehmen, ohne darauf aggressiv zu reagieren oder diese einseitig negativ oder – häufig bei kulturell bedingten Unterschieden – vorbehaltlos positiv zu bewerten. Der Begriff spielt in unterschiedlichen psychologischen und pädagogischen Theorien eine wichtige Rolle, insbesondere bei der Persönlichkeitsentwicklung (siehe auch: Identitäts­entwicklung) und dem sozialen Lernen. Ambiguitätstoleranz ist auch eine Voraussetzung für die interkulturelle Kompetenz eines Menschen. Studien zufolge korreliert sie nicht mit seinem formalen Bildungsniveau.

Je nach Autor und theoretischer Ausrichtung wird die Ambiguitätstoleranz als Persönlichkeitseigenschaft oder als kognitiver und perzeptueller Prozess angesehen.[1] Psychoanalytische Konzepte rechnen sie den sogenannten Ich-Funktionen zu.

Wenn Situationen oder Menschen unberechenbar und unkontrollierbar erscheinen, empfinden Menschen mit kaum vorhandener Ambiguitätstoleranz Stress und Unbehagen und tendieren dazu, mit einfachen und unreflektierten Ideen oder Regelsystemen und einer lineareren Denkweise wieder Ordnung und Struktur in ihrem Umfeld herzustellen.

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter