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An die Liebende – Hebbel

An eine edle Liebende

von Friedrich Hebbel

 

Du meinst in deiner Seele Dämmerweben,

Dir sei das Tiefste so gelöst in Liebe,

Daß dir nichts Eignes zu bewahren bliebe,

Drum willst du ganz und gar dich ihm ergeben.

 

O, tu′ es nicht! Es gibt ein Widerstreben,

So rein von jedem selbstisch-rohen Triebe,

Daß sich das Höchste still zu nichts zerriebe,

Erschlösse dies ihm nicht ein ew′ges Leben.

 

Und könntest du, im Edelsten erglommen,

Auch deines Wesens Form vor ihm vernichten

Die Elemente bleiben, die sie waren!

 

So wird dein Opfer niemals ganz vollkommen,

Du kannst nicht völlig auf dich selbst verzichten,

Drum sorge du, dich ganz zu offenbaren!

 

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter