aa -Tagesimpulse Lyrik Gedichte

Bank vor Bank

Auf einer kleinen Bank vor einer großen Bank

 

Worauf mag die Gabe des Fleißes,

die der Deutsche besitzt, beruhn?

Deutsch sein heißt (der Deutsche weiß es) Dinge um ihrer selbst willen tun.

 

Wenn er spart, dann nicht deswegen,

daß er später davon was hat.

Nein, ach nein! Geld hinterlegen

findet ohne Absicht statt.

 

Uns erfreut das bloße Sparen.

Geld persönlich macht nicht froh.

Regelmäßig nach ein paar Jahren

klaut ihr’s uns ja sowieso.

 

Nehmt denn hin, was wir ersparten!

Und verludert’s dann und wann!

Und erfindet noch ein paar Arten,

wie man pleite gehen kann!

 

Wieder ist es euch gelungen.

Wieder sind wir auf dem Hund.

Unser Geld hat ausgerungen.

Ihr seid hoffentlich gesund.

 

Heiter stehn wir vor den Banken.

Armut ist der Mühe Lohn.

Bitte, bitte, nichts zu danken!

Keine Angst, wir gehen schon.

 

Und empfindet keine Reue!

Leider wurdet ihr ertappt.

Doch wir halten euch die Treue.

Und dann sparen wir aufs neue,

bis es wieder mal so klappt.

 

Erich Kästner

 

danke auf frank ! für den Impuls von Erich K.

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter