aa -Tagesimpulse Berlin

Berlin Mitte historisch erschaffen

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Written by Giovanni

Die Frankfurter haben es vorgemacht und sich durch den Neuaufbau der Altstadt in den alten Gemäuerstrukturen einen neuen Ankerpunkt der Deutschen Identität für sich und die zahllosen Touristen geschaffen und damit die Bausünden des 20. postkriegerischen Zeitalters getilgt und ein wenig den bombenkriegerischen Zerströrungs- und Mord-Gau aus dem Erinnerungsgedächtnis der Stadt ausradiert. Hier ein Report aus der Banker-Hauptstadt Frankfurt, link.

Nunmehr gibt es in Berlin eine ähnliche Bestrebung, schreibt der Checkpoint vom Tagesspiegel.  Der Verein heißt Berlin historische Mitte, link, und möchte rund um die völlig entraumte Marienkirche, die ortlos und angebundenlos in einer Senke zu verschwinden droht zwischen den DDR – Straßentangenten und den Platzanlagen, die für Aufmärsche gedacht waren, zurückführen in ein urbanes Umfeld, dass von einer Berlinerisch dichten Bebauung gekennzeichnet ist.  Viele Ideen zur Zurückflechtung der Gebäudestrukturen kannst du auf der Website des ehrenwerten Vereins lesen und sehen. Der Bearbeitungsstand von 2016 zeugt allerdings davon, dass sich in den politischen Strebungen des Berliner Sumpfes der Politik nicht viel getan hat.

Für die Millionen Berlinr Touristen wäre so eine Neubaulandschaft der Ursprünglichkeit sicherlich spannend für ein echtes entzeitlichtest Berlin-Gefühl. Dann muß nur noch der Fernsehturm am Alexanderplatz weg, der von der DDR gebaut wurde, um einen Fortschrittszeichen gegen West-Berlin zu setzen, und dann könnte man vielleicht irgendwann doch mal wieder von einem Berliner Zentrum sprechen.  Berlin ist nach m.E. eines der zerphasersten Städtchen und Kleinurban-Zentren die ich kenne ohne wirkliche Mitte. Immerhin strukturiert sich die Mitte so langsam mit dem Wiederaufbau des Stadtschlosses, das bald, in 2019, der Öffentlichkeit übergeben werden kann. Berlin.de schreibt:

Dort wo heute Berlins Mitte ist, legte Kurfürst Friedrich II. am 31. Juli 1443 den Grundstein zum Schloss in der bis dahin unbedeutenden Doppel-Stadt Berlin-Cölln. Im Jahre 1451 bezog der Kurfürst das neue Residenzschloss der Hohenzollern. Von nun an war das Schloss der feste Sitz der Kurfürsten, der Gerichte und obersten Behörden, gegen den Widerstand der Bürger. In den folgenden Jahren wurde das Schloss immer wieder umgebaut und erweitert. Kurfürst Joachim II. griff als erster weitgehend in die Schlossarchitektur ein: er ließ große Teile des Schlosses zurückbauen und stattdessen einen Renaissancebau errichten. Das Schloss wurde mit der Berliner Domkirche verbunden. Weitere Baumaßnahmen, wie der Bau des Westflügels, folgten durch Kurfürst Johann Georg.

Im Tagesspiegel Redaktionsteam wird wohl fleissig darüber diskutiert, ob man nicht vielleicht doch eine neue Berliner Mitte bräuchte, die sich nicht mit den Leerstellen von Berlin durch den 2. Weltkrieg zeigt, sondern durch ein urban gewachsenes Berlin, dass nicht von Autotangenten durchschnitten wird.  Dazu ist am 9.10. nochmal ein ausführlicher Kommentar im“Tagesspiegel“ erschienen, hier klicken.

Warum es in dem verpennten Hamburg nicht so einen Renaturierungsverein gibt, ist völlig offen und fraglich.  Die gesamte Hamburger Innenstadt neu aufbauen und die Luft-Vernichtungs-Morde an der Bausubstanz neu zu schminken wäre sicherlich gut für das Stadtbild und für die wachsende Zahl von Touristen.  Hamburg pennt mal wieder oder will nicht die historischen Wurzeln zeigen. Nach langen und vielen Zeilen kommt der Kommentator zu dem Schluß, dass auch Berlin mehr Stadt sein könnte, wenn es seine historischen Bauten neu aufbauen würde. Der erste Anfang mit dem Stadtschloß ist nunmehr getan, warum nicht die menschenleeren Plätze in der Innerlichkeit von Berlin bebauen mit Häusern im alten look and feel, aber mit modernen Standards?

Bildrechte: Gesellschaft Historisches Berlin e.V

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter