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Bindungstheorie nach Bowlby

Bindungstheorie
Written by Giovanni

„Bowlby beobachtet, dass die mütterliche Abwesenheit bei ihnen kurzfristig einen Zustand der Traurigkeit hervorruft, der in drei Phasen abläuft: Zuerst protestiert das Kind gegen die Trennung, dann fällt es in tiefe Traurigkeit und schließlich in Gleichgültigkeit.

»Deprivation«, einem Entzug von oder Mangel an emotionaler Zuwendung. Er entdeckt, dass mehr als die Hälfte von ihnen innerhalb der ersten fünf Lebensjahre mindestens sechs Monate von ihrer Mutter getrennt waren. Manche von ihnen zeigen sogar schwere Störungen, von Bowlby bezeichnet als »gefühllose Psychopathie« oder Unfähigkeit, sich um andere Menschen zu sorgen. Er vermutet, dass das Entbehren der Mutter in den ersten Lebensjahren schwere Folgen nach sich zieht.

Bowlby Bindungstheorie

Um sich sozial und emotional gesund zu entwickeln, muss ein Kleinkind in der Lage sein, eine Bindung zu einem Menschen aufzubauen, seiner primären Bezugsperson. Meist sei das die Mutter oder der Vater beziehungsweise Partner der Mutter. Ihre wesentliche Rolle besteht darin, warm und herzlich auf die Bedürfnisse des Kindes zu reagieren, ihm Sicherheit zu vermitteln, einen Rückzugsort zu bieten bei Angst und Traurigkeit und zu helfen, mit Ängsten und Sorgen umzugehen. So bilde sich ein wesentliches neurobiologisches System für die psychische Entwicklung des Kindes heraus – der Garant für seine geistige und körperliche Gesundheit und dafür, ein Leben lang zwischenmenschliche Beziehungen aufbauen zu können. Die Theorie hat für Bowlby auch eine evolutionäre Komponente insofern, als die Bindung für das Überleben unserer Spezies unverzichtbar ist.

Heute geben zunehmend Hirnscans Aufschluss über die emotionalen Defizite, die typischerweise mit Bindungsproblemen verbunden sind. Bei vernachlässigten oder missbrauchten Kindern findet man mittels bildgebender Verfahren häufig verkleinerte Mandelkerne, jene Hirnstrukturen, die ganz entscheidend an Lernprozessen und Emotionen beteiligt sind.

Bei früh traumatisierten Kindern ist außerdem die Ausschüttung von Botenstoffen gestört. Beispielsweise produzieren Kinder, die emotional vernachlässigt wurden, vermehrt das Stresshormon Kortisol. Eine massive Kortisolausschüttung kann wiederum Angststörungen, Depressionen, Abhängigkeit sowie Autoimmun- und Entzündungskrankheiten fördern. Umgekehrt hat ein Kind, das liebevoll umsorgt wurde und sich sicher fühlte, einen niedrigeren Kortisolspiegel und bildet mehr Oxytozin, ein Hormon, das Bindung und Vertrauen fördert.

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About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter