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Costa Rica – Paradies

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Written by Giovanni

Costa Rica – Paradies

Costa Rica liegt in Lateinamerika in einem Land, dass man als das Paradies bezeichnen könnte. Schon krass, dass ich an jemanden dort denke und neben mir ein Typ auf dem Band läuft, 10.12.15,  mit einem Costa Rica T-Shirt einer Fußballmannschaft.. geht eben doch mit der Energieübertragung, siehe auch „Telepathie“. Costa Rica liegt zwischen Panama und Nicaragua und gehört sicherlich zu den low developt contries. Letztendlich wissen wir, dass viele Wirtschaftsflüchtlinge illegal in die USA einreisen und dort ohne Aufenthaltsgenehmigung in kulturellen und wirtschaftlichen Parallelwelten leben. Da die USA ein traditionelles Einwanderungsland sind, werden regelmäßig Einbürgerungswellen, Legalisierungen vorgenommen. Hier die offizielle Tourismusseite von Costa Rica – link. Auch hübsch hier zu gucken, link.  50 % des Minilandes soll von Wald bedeckt sein und über eine gigantische Biodiversität verfügen. Das man das Land nicht ernst nehmen kann, zeigt sich schon daran, dass die ihre Armee vor 50 Jahren abgeschafft haben. Spart immerhin kosten und man muß sich darauf verlassen, dass die Nachbarn, USA oder China nicht das Land annektieren. Nach Darwin ist das ein sehr gewagtes Spiel keine Armee zu haben. Hauptsache die innere Sicherheit durch die Polizei wird gewährleistet.

Auch schön ist zu sehen, dass man Regenwald wiedererwecken kann, wenn man ein paar Forscher in die Regenwaldländer schickt, wie in Malaysia, link.

Bildrechte Pixabay CC BelaMarie

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Ganz hübsch sind die Informationen über Costa Rica bei Wikitravel. hier der Link:

Flora und Fauna

Costa Rica Colibrì

Für Naturliebhaber ist Costa Rica – zu Recht – ein Paradies. Das Land ist bekannt für seine Biodiversität und umfasst zwölf unterschiedliche Vegetationszonen, darunter Mangroven- und Feuchtgebiete, Regen-, Nebel- und Trockenwälder sowie den páramo, eine alpinen Hochebene in über 3.000 Meter Höhe. Mit einer Landfläche, die zu über einem Viertel unter Naturschutz steht und einem Vorkommen von rund 5% aller bekannten Arten gehört Costa Rica zu den artenreichsten Ländern der Erde. Darüber hinaus leben hier ein Zehntel aller Vogelarten.

Diese Artenfülle verdankt das Land seiner Lage am Übergang zwischen zwei Kontinenten. An den Küsten und Flussmündungen findet man Brackwassergebiete, in denen Mangroven gedeihen. Diese Pflanzen bieten zahlreichen Tierarten einen idealen Lebensraum – auch wenn sie nicht besonders attraktiv wirken. Krokodile, zahlreiche Vögel, Reptilien und Amphibien sowie Kleinsäuger findet man hier. In den Feuchtgebieten Costa Ricas leben zahlreiche Vögel, Krokodile, Affen und viele andere Tiere. Während der Regenzeit werden die Feuchtgebiete regelmäßig überflutet, in der trockenen Jahreszeit stellen sie dagegen riesige Wattflächen dar. Das komplexeste Ökosystem der Erde ist der Regenwald. Über 50 Prozent aller weltweit bekannten Arten leben im Regenwald. Es existieren 13 Typen von Regenwäldern, u.a. den Klassiker, den tropischen Tieflandregenwald. Der tropische Tieflandregenwald besteht aus mehreren Geschossen. Nur ein geringer Prozentsatz der Sonne, ungefähr 10 Prozent, erreicht den Urwaldboden. Aus diesem Grund leben hier nur genügsame Pflanzen, man nennt diese Etage auch die Bodenschicht. Die nächste Etage, der sogenannte Unterwuchs, wird von niederen und jungen Bäumen bewohnt. In der Mittelschicht findet man dann mittelhohe Bäume von fünf bis 20 Metern. Die obere Etage zeichnet sich durch gigantische Bäume aus, die 20 bis 40 m hoch werden und riesige Blattkronen entfalten. Diese bilden ein dichtes grünes Dach, aus dem vereinzelte Urwaldriesen, sogenannte „Überständer“, herausragen. Diese gigantischen Bäume können Höhen von 60 Metern und mehr erreichen. Den echten Tieflandregenwald kann man am besten in der Region am Golfo Dulce bewundern. Neben dem Tieflandregenwald finden sich auch Gebirgs- und Nebelregenwälder. Abgesehen davon gibt es im Norden Costa Ricas noch Trockenwälder. Hier ist der Artenbestand deutlich geringer, die Bäume werden in der Regel nicht höher als 15 Meter. Trockenwälder bestehen aus drei Etagen, der Boden, bestehend aus Gebüsch und Gras, dem unteren Stockwerk, bestehend aus Bäumchen und Sträuchern und dem oberen Stockwerk mit großem, offenen Blätterdach. Wie schon angesprochen, ist auch die Fauna Costa Ricas sehr artenreich. Die meisten Tierarten leben im tropischen Regenwald: Affen, Vögel, Insekten, Reptilien und Amphibien – aber auch große und kleine Säugetiere


Aus der Seite des Bundesaußenministeriums:


Landesspezifische Sicherheitshinweise

Kriminalität

Bei der großen Mehrheit der Besucher Costa Ricas treten keine Sicherheitsprobleme auf. Reisenden sollte allerdings bewusst sein, dass die Gefährdung durch Kriminalität nicht mit europäischen Verhältnissen vergleichbar ist und mit einer höheren Gewaltbereitschaft gerechnet werden muss. Dies gilt vor allem nach Einbruch der Dunkelheit (ganzjährig ab 18 Uhr). Hinsichtlich des Kriminalitätsniveaus liegt das Land in Lateinamerika auf einem mittleren Platz. Allerdings ist in den letzten Monaten eine Zunahme von Raubüberfällen feststellbar.

Besondere Vorsicht wird in San José (dort insbesondere in der Umgebung der Busbahnhöfe), zwischen Jacó und Quepos und an den Stränden in der Provinz Guanancaste am Pazifik empfohlen. In Sámara und Nicoya (Provinz Guanacaste) kommt es vermehrt zu Einbrüchen in Ferienwohnungen sowie zu Express-Entführungen unter Androhung von Waffengewalt. In derselben Region wurden vermehrt Touristen, insbesondere Frauen, auf der Küstenstrasse zwischen den Orten Santa Teresa und Coyote an den Flussübergängen Rio Ario und Rio Bongo Opfer von bewaffneten Überfällen und sexuellen Nötigungen.

An der Karibikküste weist die Gegend der Hafenstädte Moin und Limón eine besonders hohe Gewaltkriminalität auf. In den beliebten Touristenzentren Cahuita und Puerto Viejo südlich von Limón sind besonders ausländische Staatsangehörige häufiger Ziel von bewaffneten Raubüberfällen.

Wertsachen sollten nur im unbedingt erforderlichen Umfang mitgeführt und auf Schmuck ganz verzichtet werden, ebenso auf sichtbar getragene Gürteltaschen. Gepäck sollte man nie – auch nicht in abgeschlossenen Fahrzeugen – unbeaufsichtigt lassen und Fahrzeuge nur auf gut eingezäunten und bewachten Parkplätzen (parqueo publico) abstellen. Selbst im Kfz gelassene nicht sichtbare elektronische Geräte werden von den Dieben mittels eines Scanners entdeckt und entwendet. Busreisende sollten berücksichtigen, dass von Transportunternehmen Schadenersatz für abhanden gekommenes/gestohlenes Reisegepäck in der Regel nicht zu erhalten ist. Gepäck sollte daher nach Möglichkeit im Personenteil des Busses transportiert und nicht aus den Augen gelassen werden. Eine verbreitete Art des Diebstahls ist die Entwendung der Tagesrucksäcke, die viele Touristen bei Busfahrten in der Gepäckablage verstauen. Pässe, Kreditkarten und andere wichtigen Dokumente sollten unbedingt am Körper getragen werden und Taschen bei Busfahrten im Fußraum verstaut werden. Besondere Risiken bestehen bei Nachtfahrten und Unternehmungen in der Dunkelheit (ganzjährig ab 18 Uhr).

Verbreitet sind außerdem Einbruchdiebstähle – selbst auf belebten Parkplätzen. Diebe schrecken auch bei Tageslicht und bei nur geringer Entfernung vom Fahrer nicht davor zurück, in Sekundenschnelle Autos – insbesondere Mietwagen – aufzubrechen und Gepäckstücke zu entwenden. Eine bekannte Diebstahlmethode ist es, Mietwagentouristen, die wegen eines „arrangierten“ platten Reifens anhalten müssen, Hilfe beim Reifenwechsel anzubieten und in einem unbeobachteten Moment Gepäck zu entwenden. Auch kommt es immer wieder vor, dass Diebe an Ampeln oder in dichtem Verkehr Autoscheiben einschlagen, um das auf dem Beifahrer- oder Rücksitz befindliche Gepäck zu entwenden. Gepäck sollte daher im Fahrzeug so wenig wie möglich sichtbar sein.

Es wurden Trickdiebstähle und Entführungen bekannt, wobei Touristen bei Entführungen in der Regel nicht die Zielgruppe sind.

Es wird dringend davon abgeraten, sich bei bewaffneten Überfällen zur Wehr zu setzen, da sich viele Täter dann nicht scheuen, von der Waffe Gebrauch zu machen.

Seit 2007 gibt es in Costa Rica eine Touristenpolizei, die v.a. in den großen Touristenzentren wie Jacó, Tamarindo oder San José Zentrum im Einsatz ist. Sie ist jederzeit über die kostenlose Notrufnummer 911 (auch englischsprachig) erreichbar und steht in Not geratenen Touristen zur Verfügung. Auch das hiesige Tourismusinstitut (ICT) bietet Touristen bei Fragen oder Problemen über die kostenlose Rufnummer 800-8868-7476 oder 800-8887-4766 Unterstützung an. 

Bitte nehmen Sie ggfs. die Hinweise für Minderjährige zur Kenntnis, die in Costa Rica unter dem besonderen Schutz staatlicher Behörden stehen. S. Hinweise für Minderjährige weiter unten im Text.

Naturkatastrophen

Costa Rica liegt in der hurrikangefährdeten Zone. Während der Hurrikansaison (ca. Juni bis November) kommt es immer wieder zu starken Überschwemmungen Erdrutschen sowie Brückenschäden. Es ist daher ratsam, sich in den Medien über die Wetterlage und den Zustand der Straßen zu informieren.

Starke Regenfälle können gefährliche Flutwellen in Flüssen und Bächen sowohl in den Bergen als auch an der Küste auslösen. Es ist daher, insbesondere während der Regenzeit von ca. Mai bis November, besondere Vorsicht beim Baden an Wasserfällen und in Flüssen (auch wegen Krokodilen), Wanderungen in Flusstälern und Aktivitäten wie Rafting geboten. Im Zweifel sollte davon abgesehen werden.

Es besteht die Gefahr von Erdbeben und Vulkanausbrüchen.  In Costa Rica gibt es 16 Vulkane, einige davon, u.a. der Vulkan Arenal sowie der Vulkan Turrialba, sind in letzter Zeit regelmäßig aktiv gewesen und haben zur Schließung des internationalen Flughafens Juan Santamaria in San José/Alajuela geführt. Die Nationale Katastrophenschutz-Kommission (Comisión Nacional de Emergencias) informiert auf ihrer Website unter Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://www.cne.go.cr  über evtl. Katastrophengebiete.

Aktuelle Informationen über die Straßenverhältnisse können Sie telefonisch unter 800-87267486 (von Costa Rica aus) erfragen (Spanischkenntnisse erforderlich). 

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten:

Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.auswaertiges-amt.de

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Allgemeine Reiseinformationen

Ärztliche Versorgung im Notfall

In Costa Rica gibt es staatliche und private Krankenhäuser. In vielen Gebieten außerhalb des Zentraltals (also an den Stränden) ist lediglich eine medizinische Basisversorgung in sogenannten EBAIS (staatliche Gesundheitszentren) oder in privaten Krankenstationen möglich. Grundsätzlich sollte bei ernsthaften Erkrankungen, Unfällen, etc. schnellstmöglich eines der Krankenhäuser im Großraum San José aufgesucht werden.

Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass private Krankenhäuser nicht immer eine bessere Versorgung gewährleisten als die staatlichen Kliniken, da die privaten Krankenhäuser häufig nicht über dieselben technischen und personellen Ressourcen verfügen wie die größeren staatlichen Krankenhäuser in San José.

Private Kliniken verlangen in der Regel eine Vorabzahlung oder die Kostenübernahmeerklärung einer dort registrierten internationalen Krankenversicherung. Es gibt regelmäßig Fälle, in denen Notfallpatienten wegen nicht vorliegender Kostenübernahme die Behandlung verweigert wird. Gleiches gilt für die zahlreichen privaten Ambulanzdienste (z.B. für Helikoptertransport vom Unfallort in ein Krankenhaus im Zentraltal).

Die staatlichen Krankenhäuser (z.B. Hospital Mexico in San José) sind verpflichtet, auch Nichtmitgliedern der staatlichen Krankenversicherung im Notfall umgehend Hilfe zu leisten. Die Kosten für die Behandlung müssen selbstverständlich vom Patienten bzw. dessen Reisekrankenversicherung getragen werden – die Behandlung eines unabweisbaren Notfalls scheitert in staatlichen Krankenhäusern aber nicht an der Zahlungsunfähigkeit des Patienten.

Sprachen

Grundkenntnisse im Spanischen sind in Costa Rica empfehlenswert bzw. für Individualreisende notwendig.

Geld / Kreditkarten

Die Geldversorgung mit EC-Karte (Maestro) funktioniert meist nur an Geldautomaten (ATM) der Banco Nacional und Banco General bis zu einer Höhe von ca. 200.000,-Colones / Tag (ca. 300,-EUR) bzw. dem mit der Hausbank vereinbarten Rahmen. Reisende sollten sich nicht ausschließlich hierauf verlassen, sondern alternative Zahlungsmittel mitführen.

Euro kann man mittlerweile in allen größeren Städten Costa Ricas in Landeswährung (Colón) umtauschen (z.B. Filialen der Banco de Costa Rica BCR). Es empfiehlt sich zudem die Mitnahme von US-Dollar in bar bzw. die Verwendung von Kreditkarten. In einigen Gegenden werden nur Kreditkarten von VISA akzeptiert. Gelegentlich kommt es zu Störungen bei der Liquiditätsabfrage von Kreditkarten. Man sollte aus diesem Grund ausreichend Bargeld mitführen. Um im Verlustfall schnell handeln zu können, sollte man sich die Nummern der Kreditkarten sowie die jeweiligen Telefonnummern der Ausgabeorganisationen separat notieren. Gelegentlich ist es erforderlich, sich mit dem Original-Reisepass auszuweisen, z.B. bei Zahlungen mit Kreditkarte oder bei Überweisungen (Western Union).

Überweisungen von Bank zu Bank können mehrere Wochen dauern, obwohl sie  üblicherweise in ca. fünf Arbeitstagen abgewickelt werden. Für eine Überweisung muss der Empfänger ein Konto bei einer Bank in Costa Rica haben. Eine sehr schnelle und sichere Geldversorgung ist im Notfall durch „Western-Union-Money Transfer“ über die Reise-BANK AG oder die Post in Deutschland möglich [Service-Nr. in Deutschland: 0180-522 58 22; Fax Info Service: (0190) 58 52 52]. Geldtransfer mit „Moneygram“ über American Express ist ebenfalls möglich.

Mietwagen

Bei der Übernahme sollten die Funktionsfähigkeit und der äußere Zustand des Fahrzeugs gründlich geprüft und in einem Protokoll sowie per Kamera festgehalten werden. Die Botschaft wurde in letzter Zeit verstärkt von  Mietwagenkunden wegen vermuteter Manipulation von Reifen und Diebstahl ihres Gepäcks und der Wertsachen während des Reifenwechsels auf der Straße benachrichtigt.

Die meisten Mietwagenfirmen bieten die Möglichkeit an, einen Transfer vom Flughafen zum Hotel zu buchen. Der Mietwagen wird dann am nächsten Morgen zum Hotel gebracht, so dass dem Kunden nach langem Flug die Hotelsuche im undurchsichtigen Straßengewirr von San José erspart bleibt.

Straßenverkehr

Die Straßen befinden sich oft in einem sehr schlechten Zustand (Schlaglöcher). Dies führt in Kombination mit der häufigen Nichtbeachtung von Verkehrsregeln zu zahlreichen Verkehrsunfällen. Defensives Fahren wird dringend angeraten. Nachtfahrten sollten vermieden werden. Im Falle eines Unfalls dürfen die beteiligten Fahrzeuge erst nach Aufforderung der Polizei bewegt werden, da dies andernfalls als Schuldeingeständnis gewertet wird. In jedem Fall sollte man das Eintreffen eines Sachverständigen der Versicherungsgesellschaft (INS) abwarten. Die nationale Notrufnummer ist die 911. Bei einem Unfall muss damit gerechnet werden, dass das Mietwagenunternehmen – unabhängig von der Schuldfrage – die Kaution einbehält (bis zu ca. 2.000,– USD).

Die Strafen für verkehrswidriges Verhalten können erheblich sein. So droht bei Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss eine Gefängnisstrafe, die, sollte es dabei zu einem Unfall mit Todesfolgen kommen, bis zu 15 Jahren betragen kann.

Auch wenn die Entfernungen in Costa Rica kurz erscheinen, nehmen Überlandreisen oft viel Zeit in Anspruch. Weitere Informationen zum Zustand der Landstraßen finden Sie im Abschnitt Naturkatastrophen.

Sonstige Hinweise

Besondere Vorsicht ist beim Baden im Meer geboten. Starke Strömungen und plötzlicher, starker Wellengang können auch gute Schwimmer in Gefahr bringen und führen jährlich zum Tod von Touristen und Einheimischen. Einheimische sollten befragt und ihre Hinweise unbedingt beachtet werden. Es ist zu bedenken, dass die Sicherheitsvorkehrungen  sehr häufig nicht den europäischen Sicherheitsvorstellungen entsprechen (keine Gefahrenhinweise, kaum Rettungsschwimmer, keine Rettungsboote)

Abenteuer-Tourismus (Wildwasser-Rafting, Canopy usw.) erfreut sich in Costa Rica großer Beliebtheit. Die Sicherheitsvorkehrungen entsprechen häufig nicht dem deutschen Standard. Da es hierbei immer wieder zu Unfällen kommt, ist es ratsam, Abenteuer-Touren nur bei etablierten Tourismusunternehmen und ggfs. mit englischsprachigen Führern zu buchen und Sicherheitsmaßnahmen vorher abzufragen. In diesem Zusammenhang weist das Auswärtige Amt darauf hin, dass außerhalb von San José häufig nur eine medizinische Grundversorgung möglich ist (siehe Abschnitt ärztliche Versorgung im Notfall). Ebenso empfiehlt sich, vorsorglich mit der Reisekrankenversicherung zu klären, ob diese Behandlungskosten im Falle von Unfällen im Bereich Abenteuer-Tourismus / Risikosportarten (s.o.) übernimmt.

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Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja (bei Transitreise über die USA besteht Visapflicht!)

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja, nur mit Lichtbild (bei Transitreise über die USA besteht Visapflicht!)

Noch gültiger Kinderausweis nach altem Muster (der Kinderausweis wird seit 1. Januar 2006 nicht mehr ausgestellt): Ja, nur mit Lichtbild (bei Transitreise über die USA besteht Visapflicht!)

Anmerkungen: Alle Reisedokumente müssen sich in gutem Zustand befinden und für die Einreise mindestens noch sechs Monate gültig sein. Bei Rückreise (auch Transit) über andere Länder ist jedoch ggf. eine längere Gültigkeit erforderlich.

Kindereinträge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr gültig. Jedes Kind benötigt ein eigenes Ausweisdokument.

Visum

Deutsche können nach Costa Rica zu touristischen Zwecken für bis zu 90 Tage mit einem Reisepass visafrei einreisen. Ein Anspruch auf die maximale Aufenthaltsdauer besteht nicht, häufig wird eine kürzere Aufenthaltsgenehmigung erteilt. Die Entscheidung hierüber wird vom Beamten bei der Einreise auf der Grundlage des Rückflugtickets, Aufenthaltszwecks, finanzieller Leistungsfähigkeit etc. erteilt.  Reisende müssen ein Rückflugticket/Anschlussticket und einen Finanzierungsnachweis für den Aufenthalt im Land vorlegen. Anträge auf Verlängerung der Aufenthaltsdauer können bei der Ausländerpolizei (Migración) gebührenpflichtig gestellt werden. Sollte ein längerer Aufenthalt oder die Einreise zu einem anderen Zweck (z.B. Praktikum, Freiwilligendienst, Studium) geplant sein, so muss dafür vor der Einreise eine Aufenthaltserlaubnis bei der zuständigen Botschaft Costa Ricas beantragt werden.

Detaillierte Informationen diesbezüglich können bei der Botschaft von Costa Rica, Dessauer Straße 28/29, 10963 Berlin, Internet: Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.botschaft-costarica.de, eingeholt werden. Die costaricanische Einwanderungsbehörde informiert über Einwanderungsvoraussetzungen auf ihrer Website unter Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.migracion.go.cr

Bei der Einreise von Panama und Nicaragua nach Costa Rica auf dem Landweg sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass sowohl der costa-ricanische Einreisestempel als auch der panamaische bzw. nicaraguanische Ausreisestempel im Reisepass angebracht werden. Gleiches gilt für die Rückreise. Ohne diese Stempel im Pass kann es zu erheblichen Schwierigkeiten bei der  Aus- und Weiterreise kommen, da die Ausländerpolizei in diesen Fällen die Möglichkeit eines illegalen Aufenthalts in Costa Rica prüft und zu diesem Zweck die Pässe bis zu einem Monat einbehält. Es können aus diesem Grund vorübergehende Inhaftierungen erfolgen.

Hinweise für Minderjährige

Bei der Ausreiseaus Costa Rica von Minderjährigen, die auch costaricanische Staatsangehörige sind oder die in der Vergangenheit mit einer Aufenthaltsgenehmigung (residencia) in Costa Rica gelebt haben, auch wenn dieser Aufenthaltstitel bereits abgelaufen ist, und die allein oder in Begleitung nur eines Elternteils oder einer dritten Person ausreisen, verlangen die costaricanischen Grenzbehörden ein sog. „Permiso de Salida“ (Ausreiseerlaubnis), das bei der Migración in San José (bei Aufenthalt in Costa Rica) oder bei der costaricanischen Botschaft in Berlin beantragt werden kann. Ohne dieses Dokument wird eine Ausreise aus Costa Rica nicht gestattet. Welche Unterlagen im Einzelfall für die Ein- und Ausreise notwendig sind, sollte vor der Reise mit der costaricanischen Botschaft in Berlin geklärt werden.

Sonstige Minderjährige können grundsätzlich allein einreisen, sofern sie eine entsprechende notarielle Einwilligungserklärung der gesetzlichen Vertreter in spanischer Sprache mit Apostille (Überbeglaubigung) nach dem Haager Minderjährigenschutzabkommen) vorweisen können. Bei Reisen im Lande sollten alleinreisende Minderjährige ihr Original-Ausweisdokument mit sich führen oder zumindest eine beglaubigte Fotokopie desselben.

Eine Ausreiseerlaubnis ist dagegen nicht erforderlich, wenn sich Minderjährige zu touristischen Zwecken in Costa Rica aufgehalten haben und bei der Ausreise von beiden Elternteilen begleitet werden.

Reisen über die USA

Bitte beachten Sie die Externer Link, öffnet in neuem FensterEinreisebestimmungen für die USA(Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.diplo.de/sicherreisen).
Informationen der US- Botschaft für die Beantragung von US- Transitvisa: Tel. 4000-1976 innerhalb Costa Ricas; Webseite:Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://costarica.usembassy.gov/consnonimmigrant.html.

 

Sonstige Hinweise

An den costaricanischen Flughäfen gelten verschärfte Sicherheitsvorkehrungen bei Reisen in und über die USA. So ist u.a. die Mitnahme von pulvrigen Substanzen (z.B. Kaffee) im Handgepäck nicht gestattet. Zu Ausnahmen (z.B. Erwerb in der Duty-Free-Zone) kontaktieren Sie bitte Ihre Fluglinie. Aufgrund der erweiterten Sicherheitsvorkehrungen sollte zusätzliche Zeit bei der Abfertigung einkalkuliert werden.

Ferner sollten Sie beachten, dass im Falle des Passverlusts (z.B. durch Diebstahl) von der deutschen Botschaft in San José kurzfristig ein vorläufiger Reisepass ausgestellt werden kann. Der vorläufige Reisepass berechtigt nicht zur visafreien Einreise in die USA, so dass vor Rückreise nach Deutschland über die USA noch ein Visum bei der Botschaft der USA in San José beantragt werden muss. Die Visabeantragung kann mehrere Arbeitstage in Anspruch nehmen, so dass unter Umständen der Rückflug nach Deutschland umgebucht werden muss.

Gebühren bei Ausreise

Bei der finanziellen Planung sollte bedacht werden, dass bei der Ausreise eine Flughafensteuer für Touristen von z. Zt. 29,00 USD sowie ggfs. eine Sicherheitsgebühr von z.Zt. 6,00 USD pro Person erhoben wird. Beide Gebühren können auch in Colones beglichen werden.

Ab 01. Juni 2015 haben einige Fluggesellschaften damit begonnen, die Ausreisesteuer in ihre Flugtickets einzuschließen, das System wird derzeit umgestellt. Bei Aufenthalten von mehr als drei Monaten ist der Betrag der Ausreisesteuer höher. Bei längeren Aufenthalten ohne erforderliches Visum können Bußgelder verhängt werden.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

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Besondere Zollvorschriften

Es ist verboten, Fleisch- und Wurstwaren, Milchprodukte, Obst und Gemüse (Ausnahme: Konserven) im Reisegepäck nach Costa Rica einzuführen.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes:

Botschaft von Costa Rica
Dessauer Straße 28/29
10963 Berlin
Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.botschaft-costarica.de

Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Website des deutschen Zolls Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.

Die Ausfuhr von Pflanzen, Tieren und Muscheln aus Costa Rica ist ebenfalls verboten.

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Besondere strafrechtliche Vorschriften

Drogenbesitz und -handel sind in Costa Rica strafbare Delikte und werden von den einheimischen Behörden verfolgt. Bei Festnahme ist mit einer Verurteilung zu einer drastischen Haftstrafe zu rechnen.

Ein besonderes Augenmerk richten die costaricanischen Strafverfolgungsbehörden auch auf Fälle von Kindesmissbrauch. Hier drohen langjährige Haftstrafen. Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass solche Taten, wenn sie von Deutschen oder an Deutschen im Ausland begangen werden, auch in Deutschland strafrechtlich verfolgt werden.

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Medizinische Hinweise

Impfschutz

Bei der direkten Einreise aus Deutschland sind keine Impfungen vorgesehen. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung erforderlich. Dies gilt für alle Reisenden ab dem vollendeten ersten Lebensjahr – siehe auch Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.who.int

Das Auswärtige Amt empfiehlt weiterhin, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.rki.de für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen. Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, ggf. auch gegen Pertussis, Mumps, Masern Röteln (MMR) und Influenza.

Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut und Typhus empfohlen.

Malaria

Die Übertragung erfolgt durch den Stich abend- und nachtaktiver Anopheles-Mücken.

Unbehandelt verläuft insbesondere die Malaria tropica nicht selten tödlich. Die Malaria-Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet an den behandelnden Arzt notwendig.

Es besteht ganzjährig ein geringes Risiko in den atlantischen Nordprovinzen, v. a. Limón/Huetar Atlantica (Matina und Telemanca) sowie ein minimales Risiko in den tiefliegenden Teilen von Limón/Huetar Atlantica, Puntarenas/Brunca, Alajuela/Huetar Norte (Los Chiles), Guanacaste/Chorotega und Heredia/Central Norte. Als malariafrei gelten alle Städte sowie die übrigen Landesteile.

Je nach Reiseprofil kann daher eine Standby-Medikation mit Chloroquin sinnvoll sein, deren Einnahme unbedingt vor der Reise mit einem Tropen- bzw. Reisemediziner besprochen werden sollte.

In jedem Fall ist die konsequente Anwendung persönlicher Maßnahmen zur Minimierung von Mückenstichen (s .u.) sinnvoll.

Dengue

Dengue wird landesweit durch den Stich der tagaktiven Mücke Aedes aegypti übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag und ausgeprägten Gliederschmerzen einher.

In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern der Lokalbevölkerung schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Diese sind jedoch bei Reisenden sehr  selten.

Da es derzeit weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue gibt, besteht die einzige Möglichkeit zur Vermeidung dieser Virusinfektion in der konsequenten Anwendung persönlicher Maßnahmen zur Minimierung von Mückenstichen, z.B. lange bedeckende Kleidung bzw. Auftragen von Repellentien auf unbedeckte Hautpartien (s.u.).

Chikungunya

Aktuell gibt es, ausgehend von der Karibik Insel St. Martin im Januar 2014 wie in anderen Gebieten der Region inzwischen auch Fälle von Chikungunya in Costa Rica.

Chikungunya zeigt ähnliche Symptome wie Dengue-Fieber (s.o.) und wird ebenfalls über Aedes-Mücken übertragen, so dass in jedem Fall die u. g. persönlichen Mückenschutzmaßnahmen beachtet werden sollten.

Ein Merkblatt zu Chikungunya finden sie unter Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.diplo.de/reisemedizin

Leishmaniose

Leishmaniose kommt landesweit vor. Die einzelligen Parasiten werden ebenfalls durch Mücken übertragen. Auch in dieser Hinsicht ist ein Schutz vor Mücken empfehlenswert (s .u.).

Persönlicher Mückenschutz

Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:

  • körperbedeckende Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
  • tagsüber (Dengue) sowie in den Abendstunden und nachts (Malaria) Insektenschutzmittel, sog. Repellents auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
  • ggf. unter einem Moskitonetz schlafen.

Durchfallerkrankungen

Durchfallerkrankungen bei Reisenden sind häufig, z.T. auch schwer. Sie sind in den meisten Fällen vermeidbar durch Beachtung einfacher Regeln:

Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes bzw. desinfiziertes und abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmitteln gilt: Kochen oder Schälen. Halten Sie Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer aber nach dem Toilettengang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht, durchführen. Einmalhandtücher verwenden.

Leptospirose

Ganzjährig kann die Leptospirose vereinzelt durch mit Nagetierausscheidungen kontaminiertes Oberflächenwasser übertragen werden.

Diese bakterielle Infektion verläuft meist wie ein milder grippaler Infekt, kann in seltenen Fällen jedoch auch zu schwerwiegender Beteiligung der Leber und Nieren führen.

Bei zu erwartender Exposition kann im Einzelfall nach sorgsamer Risikoabwägung durch einen Reise- bzw. Tropenmediziner eine medikamentöse Prophylaxe mit Doxycyclin erwogen werden.

HIV

Durch ungeschützte sexuelle Kontakte, bei Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen und Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich das Risiko einer HIV-Infektion. Kondombenutzung wird immer, insbesondere aber bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen.

Medizinische Versorgung

Die Gesundheitsversorgung ist gerade in ländlichen Gebieten häufig nicht mit europäischen technischen und hygienischen Standards vergleichbar. Planbare Eingriffe sollten nach Möglichkeit daher in Deutschland erfolgen.

Die Kosten für eine medizinische Behandlung sowie Medikamente müssen in der Regel vor Ort sofort in bar (auch Kreditkartenzahlung ist ggf. möglich) beglichen werden.

Vor Reiseantritt sollte unbedingt eine Auslandsreise-Krankenversicherung abgeschlossen werden, die einen Rücktransport im Notfall mit einschließt.

Lassen Sie sich in jedem Fall vor einer Reise nach Costa Rica durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle oder einen Tropen- bzw. Reisemediziner beraten (Verzeichnis z.B. unter Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.dtg.org).

Eine Liste von deutsch- oder englischsprachigen Ärzten finden Sie auf der Website der deutschen Botschaft San José unter Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.san-jose.diplo.de

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

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aus der FAZ: Urheberrechte bei der FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung:

zischt und sirrt im Dschungel, doch die Klänge erinnern befremdlich an Metall. Plötzlich ertönen Urschreie, die den Lauten von Brüllaffen gleichen. Sie stammen allerdings von deren nächsten Verwandten, den Menschen. Die Schreie sind archaisch befreiender Art und belegen zusammen mit den Sirr- und Zischgeräuschen: Da sind Adrenalinausstößler im Geschwindigkeitsrausch unterwegs, und zwar auf dem Parcours von „Sky Adventures“ im Parque Arenal. Der Parcours, in Sichtweite des Vulkanriesen Arenal im Nordwesten Costa Ricas angelegt, setzt sich aus sieben Seilrutschen zusammen. Hoch über den Kronen des Regenwalds geht es auf bis zu 750 Meter lange Schussfahrten an Statikseilen, wobei das Leben der Teilnehmer vorübergehend an einem metallischen Griff, zwei kurzen Schnüren und einem Paar Karabinerhaken hängt. Guide Brandon, einer von sechzig Angestellten, kümmert sich um die Einführung: die Hände jedes Mal fest an die Griffe, Körper in Liegeposition, die Beine unterwegs voraus über kreuz, gegen Ende der Schwebeflugpassagen Beine spreizen und die Griffaufhängung hin und her bewegen, um abzubremsen, mahnt er die Schar der Gäste, die mit Körpergeschirr und Helmen ausstaffiert werden. Gleich werden sie über tiefe Taleinschnitte hinwegrauschen, bis zu zweihundert Seilflugmeter hoch über dem Grund, und eine Geschwindigkeit von siebzig Kilometern pro Stunde erreichen.

Wer ein paar Jahre lang nicht in Costa Rica gewesen ist, erkennt das Land zuweilen kaum wieder. Der auf Besuchermassen zugeschnittene Spaß- und Abenteuertourismus ist zu einer regelrechten Lawine angeschwollen. Früher stand einzig und allein die Natur im Mittelpunkt, ungeschminkt, so ursprünglich wie möglich. Reisende nahmen harte Betten und kalte Duschen in Kauf, und das Land sonnte sich zu Recht im Glanz seiner weltweiten Vorreiterrolle im Ökotourismus. Mittlerweile scheint das Gleichgewicht mancherorts aus den Fugen und außer Kontrolle geraten zu sein. So ist die Natur bei den Seilrutschen nur noch Kulisse und Vergnügungsplattform – und zwar gleich doppelt, denn im Nebelwald von Monteverde unterhält „Sky Adventures“ eine Filiale. Der Schutz des Primärwaldes scheint in diesen Fällen sekundär. Beim Arenal-Vulkan sind die gewaltigen Stützen für die Seilrutschen ebenso hemmungslos in die Landschaft gekeilt worden wie der Hauptkomplex mit asphaltierter Zufahrt für Zubringerbusse, Empfangsgebäude, Restaurant und Souvenirshop.

Hauptsache bequem

Damit nicht genug: Mitten durch den tropischen Regenwald führen im Parque Arenal der „Sky Wild Bike Park“ für Mountainbiker und der „Sky Walk“ für Dschungelentdecker – gegen stattliche Eintrittsgelder, versteht sich. Höhepunkte beim geführten, dreistündigen „Sky Walk“ sind die Passagen über Hängebrücken. Gänzlich alles ist auf Bequemlichkeit und leichten Zugang ausgerichtet, auch für Familien mit Kindern, um möglichst viele Besucher aller Altersstufen anzulocken. Je nach Passage ist der breit in den Dschungel geschlagene Weg geschottert oder führt über Treppen aus Holz und Stein, zuweilen hilft ein Handlauf. Es ist ein Spaziergang für Neueinsteiger, kein authentisches Trekking. Bevor es zu Wasserfällen und Aussichtsplattformen mit Blick auf den Arenal-See geht, befremdet ein Bau auf dem höchsten Punkt des Trails: das Toilettenhaus mit voluminösen Glasfensterfronten nach hinten hinaus. Wer hier sein Geschäft verrichtet, blickt währenddessen durch die Scheiben ins unverbaubare Grün.

Unterwegs erklärt Führerin Sidalia auf Spanisch und Englisch die Lebensräume von Ameisenbären, Faultieren, Affen. Zu sehen ist von dererlei Fauna nichts, auch nicht bei den schwankenden Hängebrücken zwischen Baumriesen. Dass sich die Tiere zurückgezogen haben, mag nicht verwundern. Längst hat der Mensch in dieser Gegend ihre angestammten Territorien erobert. Ein paar Kolonnen Blattschneiderameisen, zwei kleine Schlangen und ein Morphofalter lautet die Wildlife-Bilanz des Rundgangs. Am Ende weist ein „Exit“-Schild aus dem Urwald, ganz so, als sei die Show vorbei. Echt bleibt einzig der eigene Schweiß, der durch Auf- und Abstiege und hohe Luftfeuchtigkeit in Strömen läuft.

Luxushotels und Wellnessoasen

Wie sehr in Costa Rica inzwischen Ökonomie vor Ökologie steht, zeigt gerade das Gebiet um den Vulkan Arenal. Im Städtchen Fortuna, in dem alle Blicke durch die Straßenschneisen zum imposanten, konischen Kegel des Vulkans führen, gibt es mittlerweile mehr Wälder aus touristischen Werbetafeln als Bäume im Zentralpark. Gänzlich jede angebotene Aktivität findet sich, leitmotivisch überstrapaziert, mit dem Etikett „Öko“ oder „Abenteuer“ versehen. Canyoning, Trekking, Wasserfallausflüge, ein Aquapark, selbst Jetskifahren und Flyboard-Schwebeflüge auf dem Arenal-See sind heute möglich. Donnernde Motoren auf dem Gewässer verdeutlichen, dass der Kontrast zum ureigenen Ökotourismus kaum betrüblicher sein könnte.

Nicht fehlen darf der Komfortrahmen, schließlich will man sich nach vollbrachten Abenteuern am Abend behaglich betten. Wer früher hinter Fortuna der Straße um die Nordost- und Nordausläufer des Vulkans folgte, fand eine übersichtliche Auswahl verstreuter Unterkünfte im Grün vor. Heute ist die Bebauung in extremer Weise vorangeschritten, auf den ersten zwölf Kilometern reihen sich mehr als zwei Dutzend Hotels aneinander. Und es sind in der Mehrheit eben nicht jene Kleinanlagen, durch die sich nachhaltiger Tourismus auszeichnet. Zu den feudalen Adressen am Wege zählt das Tabacón Resort, mehr als eine Hundertschaft an Zimmern und Suiten stark, darunter die „Honeymoon Suite“ mit Flachbildschirm und Computer, falls man nicht weiß, wie sich Flitterwochen sinnvoll gestalten lassen. Es gibt eine Wellnessoase unter freiem Himmel, ein Wegenetz verbindet die kleinen, wohltemperierten Badepools miteinander. All dies ist traumhaft schön und gegen Luxusadressen prinzipiell nichts einzuwenden. Besorgniserregend hingegen sind deren Ballung und die Preisexplosionen durch den Tourismus. Ein Hektar Land um den Arenal-Vulkan kostet heute eine Million Dollar. Eigentlich zahlt man in Costa Rica mit Colones, doch im Tourismus ist längst der Dollar die Hauptwährung.

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Aber es existieren in Costa Rica auch Nischen, in denen Idealismus über Renditegedanken steht, so wie beim Asis-Hilfsprojekt in Javillos, 25 Kilometer südöstlich von Fortuna. Asis ist ein Auffangzentrum für Wildtiere, ganz gleich, ob sie angefahren, durch Wilderer zu Waisen gemacht oder aus einer illegalen Gefangenschaft bei Menschen befreit wurden. Jedes Tier hat seine Leidensvergangenheit, Geschichten wie die der vielen Tukane und Papageien, die einst in Häusern als bunte Lebenddekorationen dienten und denen ihre Besitzer die Flügel brachen oder Federn ausrupften, um sie flugunfähig zu machen. In den Großgehegen, Käfigen und Volieren des acht Hektar großen Areals kommen die Tiere so gut wie möglich zu Kräften, um irgendwann in die Freiheit entlassen zu werden. Manche müssen auf ewig bleiben, weil sie in freier Wildbahn nicht überlebensfähig wären. Der Eintrittspreis von 29 Dollar ist zwar eindeutig auf Touristen zugeschnitten, aber eher als Spende zu verstehen, denn von Staatsseite fließt kein Cent in die Einrichtung.

„Sex on the beach“ und „Pizza to go“

Dschungelguide Iván erwartet am Abend sein Grüppchen zur zweistündigen Nachtwanderung. Ausgangspunkt ist die westlich von Puerto Viejo gelegene Selva Verde Lodge, deren hauseigenes Schutzgebiet an den Ufern des Río Sarapiquí liegt. Iván verteilt Taschenlampen, führt zum Gummistiefeldepot und danach über eine Hängebrücke hinüber auf die andere Seite des Flusses. Dank Iváns Hilfe fällt in der Finsternis reiche Beobachtungsbeute an, die Costa Ricas gern gebrauchtem Prädikat als Tierparadies entspricht: Rotaugenlaubfrösche, Glasfrösche, tropische Riesenameisen, ein giftgrüner Stirnlappenbasilisk, ein Waschbär, ein Zweifingerfaultier. Iván verbietet Blitzlichtaufnahmen und mahnt zum verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. „Wer auch nur einen einzelnen Baum abholzt, muss sich bewusst sein, welchen Schaden er allein für Kleinlebewesen wie Insekten und Frösche anrichtet“, sagt er. Doch da ist es wieder, dieses zweischneidige Schwert, diese Ambivalenz, mit der man sich auf einer Reise durch Costa Rica dauerhaft konfrontiert sieht: Dass Iván seinen Arbeitsplatz jener Riesenlodge verdankt, für deren Bau die Vegetation am Río Sarapiquí erheblich leiden musste, sagt er selbstredend nicht. Wenigstens sorgt er dafür, dass bei der nächtlichen Wanderung niemand die Natur schädigt. So ließe sich das Ganze wieder auf die Nachhaltigkeitsschiene lenken.

In Costa Ricas äußerstem Nordwesten, der Pazifikregion Guanacaste, mündet das Hochland ins Flachland. Die Weiten sind von Rinderweiden geprägt, durchsetzt von tropischen Trockenwäldern. Leer ist es hier – nicht aber an der Küste. Strandorte wie Tamarindo halten dem Zulauf sonnenhungriger Amerikaner kaum noch stand, die bereit sind, ein paar hunderttausend Dollar für ein eigenes Domizil samt Seeblick und Rund-um-die-Uhr-Wachdienst auf den Tisch zu legen. Tamarindo gleicht einem nordamerikanischen Resort und steht gleichzeitig dafür, dass dort Costa Rica unter Bettenburgen, Trinkgeldboxen und Fast-Food-Restaurants begraben liegt. An manchem Tag in der Hochsaison zwischen Mitte Dezember bis kurz nach Ostern schwillt Tamarindo auf zehntausend Gäste an. Chillige Cocktailbars locken mit „Sex on the beach“, ambulante Verkäufer mit landesfremden Zigarren aus Kuba. Es gibt „Pizza to go“, Sushi, ein Casino, Beauty Spas und Berge von Andenken in Form von Plüschaffen mit „Pura vida“-Aufdruck, dem touristischen Lebensmotto des Landes.

Professionell kanalisierter Naturkommerz

Das Tamarindo Diria Beach Resort, das an den palmengesäumten Strand stößt, bietet für die Abenteurer der Moderne Ausflüge aller Art. Die Qual der Wahl reicht von der Schildkröten-Beobachtung bei der Eiablage bis zum Ganztagestrip auf die Hacienda Guachipelín an den Ausläufern des Nationalparks Rincón de la Vieja im Hinterland. Hacienda klingt eigentlich nach ruraler Romantik, aber an Ort und Stelle empfängt den Besucher ein Abenteuerzentrum, das den Naturkommerz professionell kanalisiert. Schlauchreiten im Río Negro, Seilrutschen, Canyoning und „Cowboy sein für einen Tag“ stehen auf dem Programm. Ausritte zu einem Wasserfall und Bäder in natürlichen Thermenbecken entsprechen noch am ehesten der Idee eines naturnahen Urlaubs.

Einsame Landstriche aus Trockenwäldern, Überschwemmungsgebieten und Mangroven grenzen an den Golf von Nicoya, dessen tiefer Einschnitt den Río Tempisque aufnimmt. Unweit der Ufer und des Dorfes Puerto Humo setzt die Lodge Rancho Humo auf Rinderzucht, gepaart mit Tourismus im Hochpreissegment. Die kleine Anlage fügt sich harmonisch ins Umfeld, Gäste starten zu Bootstouren und Erkundungsfahrten durch die Wetlands. Im Wasser wimmelt es von Krokodilen, an Land von Reihern, Ibissen, Waldstörchen, Löfflern, Leguanen, Kormoranen. Kurz vor Sonnenuntergang bescheint dramatisches Licht den Fluss. Vogelschwärme steigen auf. Das Wasser glitzert, die Luft ist warm und seidig. Wer nun tief durchatmet und sich sicher ist, hier habe sich ein Stück des wahren, alten Costa Rica erhalten, kennt die Projekte von Rancho Humo nicht. Die Besitzer der Lodge planen den Bau einer Käsefarm, einer Brauerei, einer Bäckerei und von mehr als vierzig Eigentumsvillen.

Beim Abschied von Costa Rica fällt der Blick am Flughafen von San José auf die touristischen Werbeplakate. Costa Rica sei ein „wunderbares Paradies der Landschaften“, ein „wunderbares Paradies der Abenteuer“. Ein Plakatmotiv zeigt zwei Menschen an der Seilrutsche über dem Nebelwald. Wie das zum vielerorts verbreiteten Fremdenverkehrsslogan „Costa Rica – keine künstlichen Ingredienzien“ passt, bleibt ein Rätsel.

Zur Homepage  Quelle: F.A.Z.
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Wikipedia schreibt:

Topographisch lässt sich Costa Rica in fünf Großräume gliedern.

  • die vulkanischen Bergketten der Cordilleras, speziell die Cordillera de Talamanca
  • das Valle Central mit der Hauptstadt San José
  • die Schwemmlandebenen der Karibikküste
  • die zentrale Pazifikküste
  • die trockene Halbinsel Guanacaste im Nordwesten

In den Cordilleras gibt es eine Vielzahl noch aktiver und auch erloschener Vulkane, darunter der Turrialba. Die drei am meisten besuchten sind der Volcán Poás(2704 Meter), der Arenal (1633 Meter) und der Irazú (3432 Meter). Der Chirripó Grande (3820 Meter)[4] ist der höchste Berg des Landes.

 

Geologie

Geologisch ist Costa Rica vor relativ kurzer Zeit geformt worden. Durch die Subduktion (Unterschiebung) der Cocos-Platte unter die Karibische Platte am Mittelamerikanischen Graben formte sich vor etwa 140 bis 65 Millionen Jahren eine Kette von Vulkaninseln. Diese Inseln verbanden sich allmählich durch Anhebungen desMeeresbodens, durch Abtragung der Vulkanhänge und die Anschwemmungen der Flüsse untereinander. Diese Bewegungen halten bis heute an, so dass es fast täglich zu leichten Erdbeben kommt.

Parallel zum Mittelamerikanischen Graben gliedert sich Costa Rica in mehrere geologische Einheiten:

  • im Westen und Osten besteht die Kruste aus angehobener, ozeanischer Kruste und Sedimenten, welche heute von vulkanischen Ablagerungen überdeckt sein können.
  • Im Landesinneren überwiegen die Ablagerungen von im Tertiär und Quartär aktiven Vulkanketten. Zur aktiven Vulkankette gehört die Kordillere Guanacaste mit den Vulkanen Rincón de la Vieja und der Arenal. Ebenfalls zu diesen Erscheinungen wird die Zentralkordillere mit den Vulkanen Poás und Irazú gerechnet.[5]

Klima

Aufgrund seiner Lage zwischen 8° und 11° nördlicher Breite befindet sich Costa Rica in den Tropen. Allerdings differieren die Niederschläge erheblich: In San José fallen im Jahr 1867 mm, in Puerto Limón an der Karibikküste mit 3518 mm fast doppelt so viel. In Costa Rica sind zwei der tropischen Klimatypen anzutreffen. Die Abgrenzung der beiden Typen wird durch die von Nordwest nach Südost verlaufende Gebirgskette bewirkt. Das wechselfeuchte Klima der Pazifikküste ist durch zwei Jahreszeiten gekennzeichnet: eine Regen- und eine Trockenzeit. Die Regenzeit erstreckt sich im Zentraltal und im nordwestlichen Landesteil von Mai bis November, dieTrockenzeit von Dezember bis April. Im niederschlagsreicheren Süden und der zentralen Pazifikküste des Landes setzt die Trockenzeit ein bis zwei Monate später ein und endet ebenfalls im April. Der im zentralen Norden (östlich der großen Gebirgskette) liegende Landesteil liegt in einer klimatischen Übergangszone, in der die Niederschläge während der Trockenzeit der Pazifikregionen Costa Ricas etwas zurückgehen, aber nicht völlig ausbleiben. An der Karibikküste herrscht durch die vorwiegend aus Nordost wehenden Winde, die über der karibischen See Feuchtigkeit aufnehmen, ein äquatoriales Klima mit Niederschlägen zu jeder Jahreszeit vor, wobei die Monate Februar und März sowie September und Oktober trockener ausfallen.[6]

 

 

Natur Costa Rica weist eine sehr hohe biologische Vielfalt an Pflanzen und Tieren sowie Landschaftsformen auf. Das Land liegt in den Neotropen. Mit einer Landfläche von rund 51.100 Quadratkilometern und einem Gebiet von 589.000 Quadratkilometern an territorialen Gewässern gehört Costa Rica zu den 20 an Biodiversität reichsten Ländern der Erde.

Die beiden Küsten und die Bergregionen weisen eine Vielzahl verschiedener Mikroklimate auf, die mit ein Grund für die Fülle verschiedener Ökosysteme des Landes sind. Die nachgewiesenen 500.000 Arten des Staates sind vier Prozent der weltweit angenommenen Arten. 300.000 der insgesamt 500.000 Arten sind Insekten.[7]

Naturschutz

Klimaschutz, Naturschutz und Waldschutz werden als wichtiger Bestandteil der staatlichen Umweltpolitik angesehen und werden konsequent umgesetzt. Hatten Holzfäller in den 1970er und 1980er Jahren rund 80 Prozent des Regenwaldes gerodet, ist heute wieder mehr als 50 Prozent des Landes von Wald bewachsen. Zum Schutz des Waldes setzt Costa Rica erfolgreich auf denÖkotourismus, von dem dann sowohl Einheimische als auch umweltbewusste Reisende profitieren. So geben rund 1,5 Millionen Touristen jährlich fast 1,5 Milliarden Dollar für einen Besuch der Regenwälder und anderer ökologischer Ziele Costa Ricas aus.[8]

Rund 27 % der Fläche Costa Ricas stehen unter Naturschutz.[9] Zurzeit (Stand 2012) gibt es 160 Schutzgebiete wie biologische Reservate, Nationalparks und Naturschutzgebiete.

Es gibt 26 Nationalparks über das Land verstreut mit ganz unterschiedlichen charakteristischen Merkmalen. In dem 1969 erlassenen Gesetz zur Erhaltung des Waldes wurde Santa Rosa im Nordwesten des Landes an der Pazifikküste als erster Nationalpark eingerichtet. Gleichzeitig wurde eine Nationalparkverwaltung geschaffen, die aber zunächst weder genügend finanzielle Mittel noch Personal besaß, um den Park wirksam gegen Bauern und Neusiedler zu schützen. Dank der Privatinitiative Regenwald der Österreicher ist inzwischen die Situation deutlich besser geworden ist. Die zu Costa Rica gehörende unbewohnte Cocos-Insel (Isla del Coco) liegt 500 Kilometer vor der Küste im Pazifischen Ozean und darf nur mit besonderer Genehmigung betreten werden. Sie ist wie auch die Nationalparks La Amistad und Guanacaste von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden.

Südlich von Puerto Viejo

Vor Puerto Viejo (Puerto Viejo de Talamanca) befindet sich der Nationalpark Cahuita mit Vögeln, Schlangen, Echsen und Schmetterlingen. In den Baumwipfeln findet man Mantelbrüllaffen. Auf der küstennahen Strecke in Richtung Manzanillo herrscht in den meisten Abschnitten dichter Wald. Im Gandoca-Manzanillo-Nationalpark sind Pflanzen, Meer und Tiere geschützt. Auf der Strecke bewegen sich Tukane, Faultiere und Herden von Affen mit kräftigem Greifschwanz, die sich von Blättern ernähren. Ebenfalls häufig in diesem Teil Costa Ricas sindWeißschulterkapuzineraffen. Die seltenen Rotrücken-Totenkopfäffchen hingegen können nur noch im südpazifischen Raum Costa Ricas, beispielsweise in den Nationalparks Manuel Antonio und Corcovado, beobachtet werden. Die vierte Affenart Costa Ricas, der Geoffroy-Klammeraffe, bevorzugt dichte Waldgebiete und ernährt sich von Insekten und kleinen Früchten.

Eine wichtige Grundlage der staatlichen Umweltpolitik war die „Initiative Frieden mit der Natur“ des Präsidenten Oscar Arias mit der er der Umweltzerstörung ein radikales Ende setzen wollte. Im Dezember 2007 wurde das Gesetz verabschiedet. Arias erklärte 2007, dass bis zum Jahr 2021, Costa Ricas 200. Geburtstag, das Land als erster Staat der Erde eine ausgeglichene Bilanz beim Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) erreichen wolle. Seit mehreren Jahren deckt das Land über 90 % seines Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen.[10]

2011 bezeichnete der ehemalige deutsche Bundespräsident Christian Wulff bei seinem Staatsbesuch in Costa Rica das Land als „ökologisches Vorbild“.[11]

Bevölkerung

Die Bevölkerung setzt sich aus 94 % Mestizen („Mischlingen“) und Weißen, 3 % Schwarzen, 1 % Indios, 1 % Chinesen und 1 % Sonstigen zusammen. Umgangssprachlich werden die Einwohner Ticos und Ticas genannt.

Unter den Costa-Ricanern mit afrikanischer Abstammung sind viele Nachkommen eingewanderter Arbeiter von den westindischen Inseln, die daher zumeist ein englisches Kreol sprechen.

Costa Rica hat den geringsten Anteil rein indigener Bevölkerung unter den mittelamerikanischen Staaten. Der größte Teil der costa-ricanischen Indios lebt heute zurückgezogen und in Restgruppen in der Cordillera de Talamanca. Diese sind aber dennoch einem starken Assimilationsdruck ausgesetzt.

Etwa 60 % der Costa-Ricaner leben in Städten. Zwei Drittel der etwa vier Millionen Einwohner des Landes leben im klimatisch begünstigten Hochland, Siedlungsschwerpunkt ist das Valle Central, in dem die bedeutenden Städte San José, Heredia, Cartago und Alajuela liegen. Wichtige Küstenstädte sind Puerto Limón (Karibikküste) und Puntarenas (Pazifikküste). Liberia ist das wirtschaftliche Zentrum der Nordwestregion Guanacaste und verfügt neben San José als einzige weitere Stadt Costa Ricas über einen internationalen Flughafen.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Gallup[12] vom Dezember 2012 zählen die Einwohner des Landes zu den glücklichsten Menschen auf der Erde.[13]

Die Bevölkerung ist überwiegend christlich (76,7 % römisch-katholisch, 13,7 % Protestanten). Es bestehen auch Gruppen wie die Zeugen Jehovas mit etwa 1,3 % und Mormonen. Die römisch-katholische Konfession ist Staatsreligion des Landes.

Sprache

Die offizielle Landessprache ist Spanisch mit einigen costa-ricanischen Eigenarten. An der Atlantikküste sind auch Englisch und eine englisch-basierte Kreolsprache weit verbreitet, die demJamaika-Patois ähnlich ist.

Das in Costa Rica gesprochene Spanisch weist einige Unterschiede zum Standard-Spanisch auf.

  • Keine Unterscheidung zwischen „vos“, „tú“ und „usted“. So spricht der Moderator der costa-ricanischen Variante von „Wer wird Millionär?“ Ignacio Santos in der Sendung vom 8. September 2009 Kandidaten im Kinderalter mal mit „usted“, mal mit „vos“ oder auch „tú“ an. Die Form „tú“ gehört nach Aussagen der Mehrzahl der Costa-Ricaner nicht zu den landestypischen Formen. Unbewusst wird sie jedoch verwendet. Die häufigste Anrede ist „usted“, „vos“ wird wiederum hauptsächlich in der Region Cartago benutzt. Besonders unter Jugendlichen und unter Männern spricht man sich häufig mit dem umgangssprachlichen Ausdruck „mae“ an, was man mit dem deutschen „Alter“ oder „Mann“ übersetzen kann. Oft wird „mae“ auch zusammenhangslos als Lückenfüller (wie „ähm“) verwendet. Dies stellt eine der größten Besonderheiten des costa-ricanischen Spanisch dar.
  • Für die Bezeichnung eines Zeitpunkts wird in Costa Rica die Konjunktion „hasta“ verwendet. Üblicherweise wird dieses Wort jedoch zur Beschreibung eines Zeitraumes verwendet. Beispiel: „Vuelvo de Nicoya hasta el martes“ anstatt „Vuelvo de Nicoya el martes“.
  • Zusätzlich gibt es viele eigene Wortkreationen.[14] Zu den bekanntesten costa-ricanischen Ausdrücken gehören folgende: „Tico / Tica“, die umgangssprachliche Eigenbezeichnung der Costaricaner. Diese leitet sich von der besonders beliebten Verkleinerungsform -tico ab. „Pura vida“ (deutsch wörtlich „Pures Leben“), ein Ausdruck für Begeisterung, ist oft zu hören. Eine landestypische Form für „cool“ lautet „tuanis“ (angeblich abgeleitet von engl. „too nice“).

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Hauptartikel: Geschichte Costa Ricas

Erste Besiedelung

Die ältesten archäologischen Funde, die eine menschliche Besiedlung Costa Ricas dokumentieren, werden der Zeit zwischen 12000 und 8000 vor Christus zugerechnet.[18] Bis zur Ankunft der Spanier im 16. Jahrhundert n. Chr. lebten vermutlich 400.000 Menschen im heutigen Staatsgebiet.[19]

Spanische Eroberung

1502 landete Christoph Kolumbus als erster Europäer an der Atlantikküste des heutigen Costa Rica. Die ersten Erkundungen der Küstenregion und des Inlands fanden erst 1510 unterDiego de Nicuesa statt.[20] Zwischen 1519 und 1523 wurde dann der Großteil des heutigen Costa Ricas im Namen der spanischen Krone erobert.[21] Die von Kolumbus vorgenommene Bezeichnung Costa Rica y Castillo de Oro (dt.: Reiche Küste und Goldene Burg) sollte sich als Wunschvorstellung herausstellen: Das Land ist arm an mineralischen Rohstoffen und Edelmetallen. Erst ab 1560 wurde Costa Rica systematisch kolonisiert; spanische Konquistadoren gründeten 1563 Cartago, das bis 1823 Hauptstadt Costa Ricas war. Im 17. Jahrhundert festigten die Spanier ihre Herrschaft in Costa Rica, das jedoch wegen seiner Rohstoffarmut und unbedeutenden strategischen Lage eine nachrangige und unterentwickelte Kolonie blieb.

Unabhängigkeit

Republik Costa Rica (in den Grenzen von 1850)

Am 15. September 1821 erhielt Costa Rica die Unabhängigkeit von der ehemaligen Kolonialmacht Spanien. Die Geschichte Costa Ricas ist für mittelamerikanische Verhältnisse eine Erfolgsgeschichte. Seit dem späten 19. Jahrhundert gab es nur zwei kurze Perioden der Gewalt, die die Demokratisierung des Landes beeinträchtigten.

Von 1936 bis 1940 amtierte in Costa Rica der autoritäre Präsident León Cortés, dem Sympathien für den Nationalsozialismus nachgesagt wurden. Umstritten ist dabei insbesondere die Rolle des deutschen Einwanderers Max Effinger, der unter Cortés das Amt des Direktors für öffentliche Arbeiten ausübte. Unter seinem Nachfolger, Rafael Calderón Guardia, vollzog das Land einen außenpolitischen Kurswechsel und orientierte sich nun stärker an den USA. Im Dezember 1941, nach dem Angriff auf Pearl Harbor, trat Costa Rica als erstes zentralamerikanisches Land in den Zweiten Weltkrieg ein. Deutsche, italienische und japanische Staatsbürger wurden nun überwacht und ihr Vermögen unter staatliche Kontrolle gestellt.

Sicherheit

Präsident José Figueres Ferrer (1948–1949, 1953–1958, 1970–1974) ließ nach dem Beitritt zum TIAR-Pakt die Armee am 8. Mai 1949 per Verfassung abschaffen und investierte die hierdurch freigesetzten Gelder in den Aufbau des Bildungs- und Gesundheitswesens. Grenzschutzaufgaben hat die Polizei übernommen. Allerdings existierte von 1949 bis 1996 eine paramilitärische Polizeitruppe, die Guardia Civil de Costa Rica mit einer Stärke von zeitweise bis zu 8400 Mann. 1983 verkündete Präsident Luis Alberto Monge angesichts der Verschärfung der Bürgerkriege in Zentralamerika (v. a. in Nicaragua) die dauernde, aktive und unbewaffnete Neutralität des Landes. Unabhängig davon bildete die Guardia Civil 1985/86 aufgrund des Contra-Kriegs eine Spezialeinheit, das Batallon Relámpago („Blitz-Bataillon“) zur Sicherung der Grenze nach Nicaragua.

Präsident Óscar Arias Sánchez erhielt 1987 für sein Engagement für die friedliche Beilegung von Konflikten in Mittelamerika den Friedensnobelpreis. Costa Rica wird auch die „Schweiz Mittelamerikas“ genannt, nicht nur wegen der bergigen Landschaft, sondern auch wegen des relativen Wohlstands und der oben genannten Neutralität, die sich im Gegensatz zur Schweiz bislang auch durch die Abwesenheit einer Armee ausdrückte. Am 1. Juli 2010 jedoch genehmigte das Parlament Costa Ricas auf Antrag der Präsidentin des Landes, Laura Chinchilla, die Stationierung von bis zu 46 Kriegsschiffen und 7000 Soldaten der USA in Costa Rica. Diese sollen den von Kolumbien ausgehenden Drogenschmuggel bekämpfen. Die Opposition sieht durch „das kriegerische Potenzial“ die nationale Souveränität des Landes verletzt und reichte Klage beim Verfassungsgericht ein. Die Stationierung wurde zunächst auf einen Zeitraum von sechs Monaten bis zum 31. Dezember 2010 befristet. Seither wird sie um jeweils sechs Monate verlängert. Die Journalistin Eva Golinger wies darauf hin, dass in einem offiziellen Dokument, das die amerikanische Botschaft an das Ministerium für Sicherheit in Costa Rica geschickt hat, die uneingeschränkte Straflosigkeit von US-Soldaten zu einer Voraussetzung des Einsatzes gemacht wird, wie das bei allen Auslandseinsätzen des US-Militärs üblich ist: „Das Personal der Vereinigten Staaten in Costa Rica genießt Bewegungsfreiheit und das Recht, jeder Tätigkeit nachzugehen, die für die Erfüllung seiner Mission notwendig ist.“[26]

Seit 1996 ist statt der Guardia Civil die Fuerza Pública de la República de Costa Rica für die innere Sicherheit zuständig.

Außenbeziehungen[Bearbeiten]

Am 7. Oktober 2007 fand in Costa Rica eine Volksabstimmung (Referendum) über ein Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten von Amerika, Zentralamerika und der Dominikanischen Republik statt (Tratado de Libre Comercio con los Estados Unidos, Centroamérica y República Dominicana, kurz TLC), die mit einer knappen Mehrheit von 51,6 % der abgegebenen Stimmen akzeptiert wurde. Vor dem Referendum über das TLC fanden verschiedenste Diskussionen unter breiter Anteilnahme der Bevölkerung im Fernsehen und im Radio, aber auch in Kirchen, Schulen, Universitäten und auf öffentlichen Plätzen statt. Die Kampagne für das TLC wurde vor allem vom damaligen Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Óscar Arias Sánchez und seiner Partei der Partido Liberación Nacional (PLN) getragen, aber auch von Intellektuellen, Politikern und Wirtschaftsvertretern unterstützt (so von dem Ex-Wirtschaftsminister Alfredo Volio). Die Kampagnen gegen das TLC wurden dagegen von der Oppositionspartei Partido Acción Ciudadana (PAC) und deren Vertretern Ottón Solís und José Miguel Corralesunterstützt. Es bildeten sich aber auch verschiedene private Initiativen gegen das TLC, die unter dem Slogan „¡Mi corazón dice no!“ (Mein Herz sagt nein!) zusammengefasst waren. Bemerkenswert ist, dass es trotz einer teilweise recht emotional geführten Debatte nach dem Referendum zu keinen nennenswerten Krawallen oder Zerstörungen kam.

Costa Rica ist Mitglied der CELAC. Die OECD kündigte im Mai 2013 an, dass 2015 Beitrittsgespräche mit Costa Rica beginnen sollen.[27]

Menschenrechte[Bearbeiten]

Indigene Bevölkerungsgruppen[Bearbeiten]

Indigene Gruppen wehrten sich seit den 1990er Jahren gegen den geplanten Staudamm im bewaldeten Térraba-Tal im Süden Costa Ricas. 2006 wurde das Projekt ohne ihre Zustimmung beschlossen. Das El-Diquis-Wasserkraftwerk soll 680 Megawatt Strom produzieren, wovon 90 Prozent für den Export bestimmt sind. Für den Stausee wurden 2200 Hektar Waldfläche in technische Nutzfläche umgewandelt, wobei zusätzlich das geschlagene Tropenholz zur weiteren wirtschaftlichen Prosperität des Landes beitrug. Der restliche Wald im Térraba-Tal ist das geschützte Reservat der Teribe, einer indigenen Gruppe von noch 750 Personen (Stand 2011). Die Teribe siedeln seit Jahrhunderten in dem Gebiet, das einst 9000 Hektar umfasste. Zehn Prozent sind dem Stamm geblieben. Auf dem Rest siedelten nach costa-ricanischem Recht illegal nicht indigene Siedler. Der costa-ricanische Staat ließ sie gewähren.

Prostitution

Prostitution ist nach costa-ricanischem Gesetz geduldet. In größeren Städten wie San José sind Prostituierte in einigen Zonen auf der Straße anzutreffen und Sextourismus insbesondere durch nordamerikanische Touristen ist üblich. Prostitution ist in einigen Touristenhotels geduldet. Kinderprostitution wird seit Jahren von der Regierung bekämpft und im Rahmen der Möglichkeiten der Behörden versucht zu verhindern. Die KinderschutzorganisationECPAT versucht mit einem Code of Conduct für Angestellte von Tourismusunternehmen, Hotels, Autoverleihen, Taxi-Firmen, Schiffs-Betreibern und anderen im Tourismusgeschäft Tätigen ebenso die Aufmerksamkeit für das Problem zu erhöhen.[28]

Nicaragua Panama Provinz Guanacaste Provinz Puntarenas Provinz Heredia Provinz Alajuela Provinz Cartago Provinz San José Provinz Limón

Bananenplantage in Costa Rica

Bevölkerungsentwicklung x1000

Die Handelsbilanz Costa Ricas ist traditionell negativ.

Obwohl Costa Rica immer noch stark landwirtschaftlich geprägt ist, konnten auch andere Wirtschaftssektoren ausgebaut werden. Wichtigster Devisenbringer des Landes ist inzwischen derTourismus, der 2009 mit 1,9 Millionen Besuchern 6,6 % des BIP ausmachte. Eine wichtige Rolle nimmt hierbei der Ökotourismus ein. Daneben wurde auch der High-Tech-Sektor ausgebaut; zweitwichtigster Devisenbringer des Landes ist eine Chipfabrik der Firma Intel.[31] Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahre 2009 8,8 % (1965 noch 23,5 %) während die Industrie 26 % und die Dienstleistungen 61,1 % zum Bruttoinlandsprodukt beitrugen.[32] Die meisten Industriebetriebe konzentrieren sich auf der zentralen Hochebene um die Hauptstadt San José. Der Bananenanbau in ausgedehnten Plantagen befindet sich traditionell an der Karibikküste um den Hafen Puerto Limón und neuerdings auch an der Pazifikküste um die Hafenstadt Golfito.

Costa Rica ist der zweitgrößte Bananenexporteur der Welt. In der Produktion von Bananen liegt Costa Rica mit 2,7 Millionen Tonnen jedoch weltweit nur auf dem 7. Platz hinter Indien mit 15,1 Millionen Tonnen, Ecuador mit 7,56 Millionen Tonnen, Brasilien mit 5,5 Millionen Tonnen, China mit 5,2 Millionen Tonnen, Philippinen mit 4,5 Millionen Tonnen und Indonesien mit 3,6 Millionen Tonnen (die Angaben beziehen sich auf die Produktion im Jahr 2001).[33]

Neben Bananen wurde in den letzten Jahren zunehmend die Ananas zu einem wichtigen Exportgut. Auf Kosten der Umwelt und der kleinbäuerlichen Landwirtschaft erschlossen die wichtigsten internationalen Fruchthersteller, darunter Chiquita, Dole und Del Monte, in den vergangenen Jahrzehnten immer neue Flächen und machten Costa Rica zum weltweit führenden Ananasexporteur. Die über 27.000 im Ananasanbau arbeitenden Menschen haben zumeist keinen gewerkschaftlichen Schutz und arbeiten unter katastrophalen Gesundheitsbedingungen.[34]

Ein weiteres Exportprodukt ist Kaffee, der hauptsächlich im Valle Central angebaut wird. Bis Ende der 1980er Jahre war Kaffee das wichtigste Exportprodukt. Weitere Agrarprodukte, die exportiert werden, sind Papaya, Melonen, Macadamianüsse und Zierpflanzen. Die wirtschaftliche Bedeutung von Rinderzucht und Zuckerrohr nimmt weiterhin ab.

Am 7. Oktober 2007 hat Costa Rica in einem Referendum dem Freihandelsvertrag Cafta mit den USA zugestimmt. 51,6 % der Wähler stimmten mit Ja. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 60 % von insgesamt 2,6 Millionen Wahlberechtigten. Der costa-ricanische Präsident Óscar Arias Sánchez ging als Sieger aus der Abstimmung hervor. Seine Hoffnungen waren, dass mit dem Freihandelsvertrag die staatlichen Monopole fallen und Investitionen angezogen werden könnten, wodurch Arbeitsstellen geschaffen würden. Dem Referendum waren heftige Kontroversen vorausgegangen. Die Gegner des Freihandels argumentierten, das Land sei nicht gewappnet und noch nicht reif für die Beseitigung der Handelsschranken, da dies zur Folge habe, dass die USA Costa Rica mit Waren überschwemmten, was zu Arbeitsplatzverlusten führte. Die Zustimmung zum Referendum sei auch als Verrat am eigenen Land zu werten, gehe doch die nationale Souveränität dadurch verloren.[35]

Wirtschaftsstruktur nach Sektoren[Bearbeiten]

Landwirtschaft Industrie Dienstleistungen
Anteil am BIP
Stand: 2009[32]
8,8 % 26 % 61,1 %
Anteil an Erwerbstätigkeit
Stand: 2006 (Schätzung)[36]
14 % 22 % 64 %

Costa Rica importierte im Jahr 2011 für 16,21 Mrd. US$ Waren und exportierte gleichzeitig für 10,36 Mrd. US$, hatte also eine negative Handelsbilanz.[37] Wichtigste Importgüter waren Rohstoffe (55 %), Konsumgüter (19 %) und Investitionsgüter (17 %). 34 % aller Importe kamen aus den USA. Hauptabnehmerländer für die costa-ricanischen Exporte waren die USA mit 33 %, Guatemala mit 7 %, Nicaragua mit 6 % und Deutschland mit 6 %.

Das durchschnittliche BIP/Kopf betrug im Jahre 2005 4.620 US$ und 10.434 US$/KKP.[38]

Staatshaushalt[Bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 4,908 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 3,795 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 3,8 % desBIP.[39]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 14,44 Mrd. US-Dollar oder 49,3 % des BIP.[39]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Hauptartikel: Café Chorale
  • Gandhi – eine Rockband[44]
  • Malpais [45]
  • Manuel Monestel und die Gruppe Cantoamérica – Vertreter karibischer Musik[46]

Beispiele für traditionelle Musik

  • La Guaria Morada – besingt die Nationalblume, eine lilafarbene Orchidee
  • Ticas Lindas
  • Soy Tico – ein patriotisches Lied mit dem Namen Ich bin Costaricaner

Typische Speisen und Getränke

Zu den Hauptbestandteilen der sehr vielfältigen costa-ricanischen Küche zählen Reis, Bohnen und häufig auch Kochbananen. Diese Grundzutaten werden zu den verschiedensten Gerichten verarbeitet. An den Karibik-Küstenregionen locken schmackhafte exotische Speisen, die unter anderem durch die Zubereitung mit Kokosmilch ihre Raffinesse erhalten. Vor allem in San José haben sich in den letzten Jahren aber auch viele Fastfood-Ketten wie McDonald’s, Pizza Hut, Burger King und Taco Bell etabliert.

Das typische Frühstück und zugleich das Nationalgericht Costa Ricas ist Gallo Pinto: ein Gericht aus gebratenem Reis mit schwarzen Bohnen und Zwiebeln. Dazu werden häufig Spiegel- oder Rühreier sowie Tortillas und Sauerrahm serviert. Zu Mittag werden in der Regel sogenannte Casados gegessen, bei denen ebenfalls Reis und Bohnen die Basis bilden. Dazu werden Kochbananen und Fleisch, Hähnchen oder Fisch sowie ein wenig Salat und gedünstetes Gemüse gereicht. In den zahlreichen kleinen Sodas erhält man die Mittagsgerichte zum günstigen Preis.

Auch Tamales gelten als typisch für Costa Rica. Diese gefüllten, in Bananenblätter gewickelten und anschließend gekochten Maistaschen bereiten Costaricaner traditionell zu Weihnachten, aber mittlerweile auch während des Jahres gerne zu. Sie werden häufig zum Frühstück gegessen, oftmals auch mit salsa italiana. Zum Nachtisch werden häufig frische Früchte oder auch Süßspeisen wie Kuchen, Torten oder Schokolade serviert.

Die beliebtesten Getränke stellen neben Wasser, Limonaden und Kaffee Erfrischungsgetränke wie Batidos (mit Wasser, Milch, Joghurt oder Eis zubereitete Getränke aus frischen Früchten) und pipa (direkt aus der Kokosnuss getrunkenes Kokoswasser) dar. Allgemein kann gesagt werden, dass bei Getränken sehr viel Zucker verwendet wird, auch wenn die Früchte in den Batidos viel Fruchtzucker besitzen. Bei alkoholischen Getränken dominiert der Bier- und Schnapskonsum, Wein wird nur selten getrunken. Die am häufigsten getrunkenen Biersorten sind die costa-ricanischen Biere Imperial, Pilsen und Bavaria.

Literatur

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter