aa -Tagesimpulse Lebensführung

das BÖSE

das Böse
Written by Giovanni

das BÖSE aus theologischer Sicht:

Das Böse muß es geben, weil der Antagonist zu dem Guten ist.  In USamerika wird oft über das Böse als Hülle für das unschöne gesprochen. In der Weichspülgesellschaft des ewigen PC wird das Böse immer weiter wegdefiniert aus der Welt des SEINS. ABER das Böse gibt es, die rücksichtlichtslosen Egomanen. Die Menschen, die Lust am Bösen haben. Die ZEIT Hamburg hat eine ganze Seite geschrieben über die zerstückelte Frauenleiche, die in der Elbe gefunden wurde. Alle Terroranschläge sind eo ipso Böse.  Wir müssen den Ritterkampf aufnehmen gegen das BÖSE, STellung beziehen gegen das Böse.

Ein wichtiger Gedanke über die Versöhnung in Abgrenzung zur Allversöhnung ist auf der hier verlinkten Seite ausgebreitet, link.

Schön differenzieren zwischen dem BÖSEN ansich und dem Ungerechten.  Kleines Beispiel: wenn x sagt, du arbeitest als Teil eines Dreckshaufens dann ist das erstmal eine absolute Frechheit und bodenlose Ungerechtigkeit . Aber noch nicht sofort unter dem Label, der tiefschwarzen Begrifflichkeit DAS BÖSE zu subsumieren. Das Böse fußt auf schwersten Charakterlichen Mängeln und auf die direkte Verbindung zum ANTI-Gott, zum Teufel. In der Bibel wird im neuen Testament oftmals berichtet vom Teufel der versuchte Jesus zu verführen mit seiner Macht. DAS BÖSE ist eine kraftvolle Macht in der Welt, unzweifelhaft. Wir müssen dagegen mit unseren Moralschwertern kämpfen, weil es sonst zur Anarchie, Sittenverfall und Auflösung des Rechtsstaates kommt.

  1. Aus der Legenda aurea. Heidelberg 1975. Seite 253

Eine erste narrative Beschreibung des Bösen

Es erzählt Johannes der Diakon, der uns das Leben Sanct Gregorii hat beschrieben,

dass ihm, dieweil er an diesem Werke war, einst träumte, er schriebe bei der

Lampe und es erschien ihm ein Mann in priesterlicher Würdigkeit; sein Kleid war weiß,

doch also dünn, dass die Schwärze seines Unterkleides hindurch schien. Er trat näher

zu Johannes und blies die Backen auf als könnte er sich nicht halten vor Lachen.

Sprach Johannes: „Du scheinst ein würdiger Priester und lachest gar so freventlich“.

Er antwortete: „Ich lache, dass Du von Toten schreibst, die du im Leben nie hast gesehen.“

Sprach Johannes: „Hab ich auch nicht sein Gesicht gesehen, so hab ich doch in den

Büchern von ihm gelesen.“ Sprach der Priester: „Du tust, was du willst; so tu ich,

was ich mag“. Damit löschte er ihm die Lampe und erschreckte ihn also sehr, dass

er laut aufschrie; denn es war ihm, als habe jener ihm mit einem Schwert die Kehle

abgeschnitten. Ab er siehe, da erschien Sanct Gregorius mit Sanct Nicolaus zu seiner

Rechten und Petro, dem Diakon zu seiner Linken und sprach zu ihm: „Du Kleingläubiger

warum zweifelst Du?“ Danach nahm er aus Petri des Diacons Hand eine große Fackel

und schlug damit den Teufel, er sich hinter den Vorhang des Bettes geflüchtet hatte,

und brannte ihm sein Angesicht schwarz wie das eines Mohren. Da sprang ein Funke

in sein weißes Kleid, das war in einem Nu verbrannt und der Teufel stund gar schwarz.

Sprach Petrus zu Sankt Gregorio: „Den haben wir schwarz genug gemacht.“

Antwortete Gregorius: „Wir haben ihn nicht schwarz gemacht, sondern allein erzeiget,

wie schwarz er sei“. Und ließen einen klaren Schein und verschwanden.“

 

 

2.Aus Martin Buber. Bilder von Gut und Böse. Ges.W.Bd 1.München 1962.S.642ff)

Der Mensch, schreibt Buber, fängt trotz all der Last gewesener Geschlechter immer

Von Neuem als Person an mit unendlichen Möglichkeiten als Gefahr und höchste Chance

„Hier hat nach vielen Jahrhunderten die talmudische Lehre von den beiden Trieben

eingesetzt .. „Zwei Triebe sind in der Schöpfung des Menschen gegeneinander gesetzt.

Der Schöpfer hat sie dem Menschen als dessen Zwei Diener mitgegeben,

die ihren Dienst aber nur im echten Zusammenwirken vollziehen können.

Der  „böse“ Trieb« is nicht weniger notwendig als sein Geselle, ja notwendiger

noch als er, denn ohne ihn würde  Mensch kein Weib freien und keine Kinder zeugen,

kein Haus bauen und keinen Wirtschaftsverkehr pflegen, ist doch auch

„alle Arbeitsmüh und alle Werktüchtigkeit das Wetteifern eines Menschen

mit seinem Gefährten« (Prediger 4, 4), Darum wird dieser Trieb die Hefe im Teig«

genannt, als der von Gott in die Seele gelegte Gärstoff, ohne den der Menschenteig

nicht aufgeht. So hängt denn der Rang eines Menschen notwendiger weise mit

der Menge der „Hefe“ in ihm Zusammen;  „wer größer als ein anderer ist, dessen Trieb ist

größer als der des anderen“. Seinen stärksten Ausdruck findet der Hochwert des

„bösen Triebs“ in der Deutung jenes Schriftverses (Genesis 1,31), der Gott am Abend

des Tages, an dem er den Menschen erschaffen hatte, alles von ihm Gemachte ansehen

und es  „sehr gut“ finden lässt; dieses „sehr gut“ gehe auf den bösen Trieb, wogegen

dem guten nur das Prädikat „gut“ zukomme; unter beiden ist eben der böse der

grundlegende . Daß er aber der böse heißt, kommt daher, daß der Mensch ihn böse

gemacht hat. So dürfte Kain  zwar (wie im Midrasch gesagt wird) dem ihn zur

Rechenschaft ziehenden Gott  entgegnen, er, Gott, selber sei es, der ihm

den bösen Trieb eingepflanzt habe; aber die Antwort wäre doch unwahr, denn

erst durch ihn, den Menschen, ist er böse  geworden. Er ist es geworden und

wird es je und je, weil der Mensch ihn von dem Gesellen  t rennt und in solcher

Verselbständigung eben den, der ihm zu  dienen bestimmt war, zu seinem

Götzen macht. Die Aufgabe des Menschen ist daher  nicht, den bösen Trieb in sich

zu vertilgen, sondern ihn wieder mit dem guten zu vereinen.

…. Man muß den bösen Trieb mit hereinnehmen in die  Liebe zu Gott, so und nur so

wird sie vollkommen, und so und nur so wird er wieder, wie er geschaffen war: »sehr gut«, Damit man
aber zu diesem Ziele gelange, muß man damit beginnen, beide Triebe im Dienste Gottes zusammenzuspannen. Wie wenn ein Bauer zwei Rinder besitzt, eins, das schon gepflügt hat, und eins,
das noch nicht gepflügt hat, und nun soll ein neues Feld urbar gemacht werden:

da bringt er die beiden gemeinsam unters Joch. Wie aber ist der böse Trieb zu bewältigen,

dass er solches mit sich geschehen lasse? Nun denn, er ist ja nichts anderes als ein

rohes Erz, das man ins Feuer tun muss, um es formen zu können; so tauche man ihn ganz

und gar in das große Feuer der Thora. Und auch das vermag der Mensch nicht aus

eigener Kraft; wir müssen beten, dass Gott uns helfe, seinen Willen mit dem

ganzen Herzen zu tun.

Darum bittet der Psalmist (86,11): „Eine mein Herz, deinen Namen zu fürchten“;

ist doch die Furcht das Tor zur Liebe.

Diese bedeutsame Liebe kann nicht verstanden werden, solange man Gut und Böse, wie

üblich als zwei einander polar entgegengesetzte Mächte oder Richtungen auffasst.

Ihr Sinn erschließt sich uns erst, uns erst, wenn wir sie als wesensungleich erkennen,

den »bösen  Trieb« als die Leidenschaft, als die dem Menschen eigentümliche Kraft also,

ohne die er weder erzeugen noch hervorbringen kann,  die aber, sich selber überlassen,

richtungslos bleibt und in die Irre führt, und den »guten Trieb« als die reine Richtung,

das heißt,  als die eine unbedingte Richtung, die auf Gott zu. Die beiden
Triebe einen, das will sagen: die richtungslose Potenz der Leidenschaft mit der einen

Richtung versehen, die sie zur großen Liebe und zum großen Dienste tauglich macht.

So und nicht anders kann der Mensch ganz werde.

 

  1. Aus Paul Tillich (Auf der Grenze. München. Hamburg 1965. Seite 70f)

Der Zustand der Existenz ist der Zustand der Entfremdung. Der Mensch ist entfremdet

vom Grund des Seins, von den anderen Wesen und von sich selbst. Der Übergang

von der Essenz zur Existenz endet in persönlicher Schuld und universaler Tragik.

Es ist daher notwendig, eine Beschreibung der existentiellen Entfremdung und
ihrer selbstzerstörerischen Folgen zu geben. In welcher Beziehung steht der Begriff Ent-
fremdung zu dem traditionellen Begriff Sünde?“ Der Begriff Entfremdung ersetze nicht

Den Begriff Sünde: „ Das Wort Sünde ist jedoch oft in einer Weise
gebraucht worden, die wenig mit seiner ursprünglichen biblischen
Bedeutung zu tun hat. Paulus spricht meist von »Sünde« in der Einzahl und ohne Artikel.

Er betrachtet sie als eine quasi-persönliche Macht, die die Welt regiert.

Aber in den christlichen Kirchen –  den protestantischen wie den katholischen – wird

Sünde vorwiegend in der Mehrzahl gebraucht. »Sünden« sind Abweichungen vom
Moralgesetz. Eine solche Auffassung hat wenig zu tun mit Sünde im Sinne einer Situation

der Entfremdung von dem, wozu man gehört – Gott, die Welt, das eigene Selbst.

Deshalb wollen wir Sünde in  der Perspektive der Entfremdung betrachten.

Schon das Wort »Entfremdung« enthält ein religiöses Verständnis von dem, was Sünde
ist. Trotzdem darf das Wort »Sünde« nicht aufgegeben werden, denn
es drückt etwas aus, was in dem Wort »Entfremdung« nicht enthalten ist.

Das Wort Sünde enthält das persönlich-aktive Sich-weg- Wenden von dem,

wozu man gehört. Es bringt den persönlichen Entscheidungscharakter der Entfremdung

zum Ausdruck. Es betont die persönliche Freiheit und Schuld im Gegensatz zur

tragischen Schuld und dem universalen Schicksal der Entfremdung. „Das Wort „Sünde“

kann und …,weil es in aller Schärfe auf das Element der persönlichen Verantortung ..

hinweist .“muss gerettet werden

 

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter