aa -Tagesimpulse christlicher Glaube

Ecclesia semper reformanda

Kirchenerneuerung
Written by Giovanni

Ecclesia semper reformanda – die Kirchenerneuerung

Dass in der Christlichen Amtskirche dringenst ein massiver, formidabler Erneuerungswind aufflammen sollte, zeigen die signifikanten Kirchenaustritte – sowohl für die Katholischen Bürder und Schwestern, als in gleichem Ausmaße die Evangelischen Kirchenschafe.  Es wird nicht mehr lange dauern und dann fällt der staatliche Einzug der Kirchensteuern und dann werden massivste Finanzströme in die Amtskirche entfallen.  Deswegen sollte sich die christliche Amtskirche mal besinnen, aus ihrem eigenen, selbstreferntiellen Gedankenkostüm aussteigen, und sich dem Kernanliegen widmen: dem Glauben, der Heilsverkündung im LICHTE der Lebensführung der Menschen und dero Herzen  kümmern. Jeder Wirtschaftsführer weiß, jeder Marketeer, dass wenn Unternehmen den Kontakt zum Kunden, rsp. Käufer verlieren, dann dauert es nicht mehr lange bis zum Untergang.  Bei der Amtskirche gilt das Gesetz der Masse und der Tradition, dass den Bereinigungsprozess deutlich nach hinten verlagert. Aber möchte man im 22. Jahrhundert keine Amtskirche mehr haben, so sollten die Herren Priester, die Pastorinnen und Pastoren nur weiter aus ihren verstaubten Bibeln die Kirchen leerpredigen und dabei null schlechtes Gewissen haben. Die Gottesdienstnutzungsrate ist je nach Kirchensprengel und Kirchspiel unterschiedlichst. Über alles in Deutschland aber im einstelligen Prozentbereich.  In meiner „Jugendkirche“, link zum „HamburgProjekt“, ist der Nutzungsgrad des Gottesdienstes bei deutlich über 70 %. Bei einer sehr kleinen Basis von n=400 natürlich auch nicht so ein gigantisches und statistisches Wunder.

wir klauen unbesehen von dieser Seite Landeskirchenforum aus Dübendorf in der heiligen Schweiz, link.

jb. Die Formel „ecclesia semper reformanda“ stammt vermutlich von Jodocus van Lodenstein (1620–-1677), gibt aber inhaltlich ein Anliegen der Reformation wieder. Paul Tillich hält die permanente Kritik am Bestehenden und die Gewinnung einer profan fassbaren Gestalt der Gnade für das protestantische Prinzip, gesteht aber zu, dass es ohne eine vorhandene Gemeindebasis nicht geht.

Dieser Ansatz Tillichs steht oft Pate, wenn heute in der Kirche Forderungen aufgestellt und in kirchliche Praxis umgesetzt werden sollen, die sowohl der Bibel wie der reformatorischen Theologie widersprechen. Hier wird unter dem „semper reformanda“ ein Programm verstanden, das letztlich auf eine Selbstsäkularisierung der Kirche hinausläuft.

In der reformatorischen Sicht ist die Kirche der Ausgangspunkt (und Gegenstand) der Veränderung. Es geht dabei nicht um eine unendliche Reform, auch nicht um eine Reform der Reformation, vielmehr um eine reformatorische Reform. Das heisst dann: Immer wieder entschiedene Umkehr zum gekreuzigten und auferstandenen Herrn, zu seiner Verheissung und zu seinem Gebot. Es geht also weniger um Strukturveränderungen, vielmehr um geistliche Erneuerung.

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About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter