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Einbalsamierung

Einbalsamierung
Written by Giovanni

Einbalsamierung ist ein Teil der Totenversorgung, um deren Hüllen länger vor dem Verfall zu beschützen.

Bei guten und modernen Bestattern gibt es Thanatologen oder Thanatopraktiker, wie beim GBI, link in Hamburg, die eine Einbalsamierung vorgenehmen können.  Die Einbalsamierung wurde früher wirklich mit magischen Salben vorgenommen. Heute findet die Einbalsamierung primär über Formaldehyd statt, dass in das arterielle Blutbahnsystem des Verstorbenen in einer Lösung eingepumpt wird. Dadurch werden die Verfallsprozesse stark verlangsamt. Wenn man einen Körper komplett in Formaldehyd einlegt, wird jeglicher Verfall gestoppt, so der Sohne von Gunter van Hagen in Neustrelitz am 11.08.2018, link. Dieses Verfahren wird aber nur in der Pathologie angewendet, wenn Körperspenden für die Medizinstudenten aufgewahrt werden sollen, link. In der normalen Bestatterwelt findet die thanatologische Behandlung statt durch das einbringen von Formaldehyd in den Körper des Toten. Da Englisch so hipp ist, heißt det janze auch „modern embalming„, link. Überings kann bei weitem nicht jeder Bestatter Einbalsamieren. Dazu bedarf es einer besonderen Zusatzausbildung für 10.000  € in England oder USA.  In Deutschland soll es nur 150 Einbalsamierer, sprich Thanatopraktiker , Thanatologen geben.

PM schreibt:

Hinter dem Einbalsamierungsritual steckte schon im Mittelalter der Wunsch, Leichen für die übliche öffentliche Aufbahrung präsentabel zu halten. Vor allem die weltlichen Herrscher starben – besonders in Zeiten von Kriegen und Kreuzzügen – selten dort, wo sie beerdigt werden sollten, und mussten nach ihrem Tod oft wochenlang über weite Strecken transportiert werden. Der Mittelalter-Experte Johannes Laudage von der Universität Düsseldorf nennt in diesem Zusammenhang die »mos teutonico«, die teutonische Sitte, Königsleichen vor der Überführung zur Haltbarmachung »zu pökeln und fünf Stunden kräftig auszukochen, um das Fleisch von den Knochen zu trennen«.

Einbalsamierung bei den antiken Ägyptern

Dass die Herrscher-Gestalten gerne ihre „göttlichen“ Körper vor dem Verfall bewahrt haben wollten wissen wir. Dazu nutzten sie die Kenntnisse der damaligen Wissenschaftler, die über antibakterielle Substanzen den Körperverfall, Autolyse, zum Stoppen bringen konnten. Erster Schritt war damals die inneren Organe zu entfernen, weil die zu präparieren war extrem komplex und zeitaufwendig.

Einbalsamierung in der Steinzeit

Wie Archäologen nun durch chemischen Analysen herausgefunden haben, sind schon in der Steinzeit erfolgreiche Versuche unternommen worden dem Verfall und der Endlichkeit des Körpers ein Schnippchen zu schlagen und dem etwas menschliches entgegenzusetzen. Hier weiterlesen.

Warum verwesen eigentlich Leichen?

Schuld ist der natürliche Prozesse der Autolyse. Wiki schreibt: Als Autolyse (griechisch αυτόλυσις, deutsch ‚Selbstauflösung‘) bezeichnet man die Selbstauflösung abgestorbener Körperzellen durch Enzyme, die im Gewebe schon vorhanden sind, ohne die Beteiligung von Bakterien oder anderen Lebewesen. Der Zelltod kann durch den programmierten Zelltod oder Nekrose erfolgen. Die Selbstverdauung geschieht durch lysosomale Enzyme wie Cathepsine und andere Peptidasen. Die Autolyse ist einer der ersten Verwesungsprozesse nach dem Tod.

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About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter