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Eintritts-Gebühr für den Ohlsdorfer Friedhof

Ohsldorfer Friedhof
Written by Giovanni

Der Ohlsdorfer Friedhof, so berichtete der MOPO am 12.2.2019 – link– und die BILD am gleichen Tage, wird Eintrittsgebühren für den Ohlsdorfer Friedhof erheben. Allerdings noch nicht für Alle, sondern nur die Autofahrer.

Update 13.3.2019 Friedhofsgebühren

Nach dem massiven Wiederstand aus der Bevölkerung ist die unten dargestellte allumfassende Schrankenlösung wohl vom Tisch, so berichtet zumindest der NDR in einem Interview mit dem zuständigen Staatsrat, link. Dennoch wollen die Friedhofs-Verwalten die bösen Autofahrer draußen halten von dem Gelände, die die Straßen für die Durchfahrt nutzen, ohne Nutzungsberechtigung, sprich Traueranliegen. Bis Ende des Jahres soll eine Schrankenlösung geschaffen werden in der Mitte des Friedhofes, die die Durchfahrer ausbremsen sollen. Da dann….  bitte auch ein Verbot für die Touristenbusse, bekanntlich ist das ein Trauerort.

Die WELT schreibt, dass sich der Bürgermeister deutlich gegen die MAUT-Lösung ausgesprochen hätte.  Schön, wenn die verschiedenen Senatsteile so einig sind. Zum Glück gibt es Hierarchen und der Oberbürgermeister ist einfach wichtiger, als die Umweltbehörde. (Quelle WELT, link.) Der NDR Hörfunk berichtet, Zitat „sollen Gäste einer Trauerfeier per Sprechfunktaste um die Schrankenöffnung bitten können. Gärtner bekommen dann einen Schlüssel oder Chip.“ (Quelle NDR Link) Da möchte ich nicht in der Friedhofsverwaltung sitzen, wenn gleichzeitig zwei Trauerfeiern mit 200 Gästen stattfinden. Das heißt 400 Mal bitten Friedhofsbesucher, sprich Trauerfeierbesucher den Angestellten, dass doch bitte die Schranke erhoben werden……

Update 16.3.2019 Friedhofsgebühren

Wie wir dem Hamburger Abendblatt vom 16.3.2019  entnehmen konnten hat der Hamburger Bürgermeister im Schrankenstreit auf dem Ohlsdorfer Friedhof ein Machtwort gesprochen:  Eine Gebühr einzuführen, die die Trauergäste in ihrem berechtigten Anliegen hindert – “ das gehört sich nicht“.  Schön hat das HA herausgearbeitet, dass er damit die Verwaltung und ihre Untergliederungen indirekt maßregelt. Wie unten ausgeführt wuchs die Idee aber gar nicht in der Friedhofsverwaltung, sondern in den Kammern des grünen Umweltsenators und seiner Fachabteilungen. Schön, dass der Hamburger Bürgermeister noch weiß, was sich gehört und was nicht ! (Quelle: Hamburger Abendblatt 16.3.19, link)


Stand Friedhofsschranke Jänner 2019

Treiber ist angeblich der grüne Senator der Hansestadt Hamburg, der sich über die paar durchfahrenden Autos aufregt.  Nach dem Konzept des Ohlsdorfer Friedhofes sollen aber nicht nur die durchfahrenden Autos geschröpft werden, sondern alle Nutzer des Ohlsdorfer Friedhofes, die motorisiert kommen.

Grab-Miete inkludiert auch unentgeltliche Straßennutzung des Ohlsdorfer Friedhofes

Das heißt auch ein Kunden und Käufer einer Grabnutzungszeit von 25 Jahren, der meilenweit fahren muß, um zum Grab zu kommen, soll jetzt Geld für die Nutzung der Straßen zahlen.  Fraglich ist, ob nicht die Straßennutzungsgebühr mit der Pacht der Grabfläche inkludiert ist.  Im Verwaltungsrecht spricht man von Daseinsfürsorge. 1)  Was ist mit der 90jährigen Oma, die seit 30 Jahren mit Ihrem Auto das Grab ihres Mannes besucht und nur so noch zum Grab überhaupt kommen kann?

Man fragt sich allerdings, wozu mit unseren Steuergeldern so umfänglich die Straßen in Stand gehalten werden, wenn keine Autos dort mehr erwünscht sind.

Möchte der Friedhof Ohlsdorf nur noch von reichen Bürgern unser Hansestadt genutzt werden?  Wohl kaum.

Trauerfeiern und Eintrittsgebühren

Auch eine feindliche Implikation zu Trauerfeiern läßt sich leicht herstellen. Viele Gäste von Trauerfeiern reisen mit dem eigenen PKW an und auch  die Kunden, die die Trauerfeier-Kapellen mieten. Wir möchten alle, die aufgeklärt sind, dass sich Trauerfeiern besser abverkaufen.  Durch solche Maßnahmen stellt man Bedingungen auf, die Trauerfeiern nichten, bzw. Trauerfeiern außerhalb des Ohlsdorfer Friedhofes befördern. Ob das dem Satzungszweck des Ohlsdorfer Friedhofes entspricht?

Laut MOPO soll noch intensiv überlegt werden und nichts sei beschlossen..

Da fragt sich doch warum es so konkrete Gebührenmodelle gibt.3 Euro soll die Durchfahrt des Ohlsdorfer Friedhofes kosten.

Die BILD Hamburg schreibt, dass die FDP die Maut ablehnen würde, link.  Irgendwie hat sich die Presse auf das Wort MAUT eingeschossen, dabei stimmt es nicht, es ist eine Benutzungsgebühr für die Straßen, die dem Allgemeinwohl gewidmet sind. Auch normale Besucher sollen Eintritt bezahlen.

Wenn schon der Auto-Verkehr auf der Ohlsdorfer Friedhof gedämmt werden soll, dann bitte eine saftige Gebühr für die Touristenbusse. So 200 € pro Einfahrt finde ich angemessen.  Wenn man der Diktion des grünen Senators folgt, dann können die Touristen ja zu Fuß den Friedhof erschließen.  Hoffentlich verlaufen sie sich dann nicht. Die Kreuzfahrtunternehmen sollten dann schon mal 10 Stunden für die Friedhofsdurchkreuzung zu Fuß ihrer Gäste einplanen.

1)  wir zitieren die Seite http://www.mondialisations.org, link zum Thema Daseinsvorsorge.

Daseinsvorsorge bezeichnet ganz allgemein das Bemühen, dauerhaft sicherzustellen, dass lebensnotwendige Güter verfügbar bleiben bzw. lebensermöglichende Umweltbedingungen (in einem umfassenden Wortsinne) erhalten werden. Gemäß einer Definition der Europäischen Kommission, die 2003 ein Grünbuch zu Dienstleistungen von allgemeinem Interesse herausgegeben hat, umfassen diese „Leistungen der Daseinsvorsorge marktbezogene oder nichtmarktbezogene Tätigkeiten, die im Interesse der Allgemeinheit erbracht und daher von den Behörden mit spezifischen Gemeinwohlverpflichtungen verknüpft werden“. In Deutschland gehören dazu Wasser- und Energieversorgung, Gesundheits- Bildungs- und Sozialwesen, öffentlicher Verkehr, Post und Telekommunikation, Kulturförderung sowie die Abfallbeseitigung.
Wie diese Leistungen dauerhaft und flächendeckend bereitgestellt werden können, wird intensiv politisch debattiert. Traditionell war die Daseinsvorsorge Aufgabe der öffentlichen Hand, die sie in hoheitlicher Gewalt sicherzustellen hat und meist durch staatliche Unternehmen regelte.

Bidlrechte pixabay CC distel2610

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter