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Eitelkeit nach dem Tod

Written by Giovanni

In einem interessanten Forschungsbericht aus China ist aufgezeigt worden, dass in einem Grab als Grabbeigabe ein versiegelter Tiegel gefunden wurde. In dem Tiegel war Gesichtscreme.

Die Eitelkeit im Tod zu wahren, ist schon also nicht nur im Totenreich des antiken Ägypten wichtig gewesen, bei dem die Sklaven gleich mit, lebendig, in die Totenkammer des Pharaos eingemauert worden sind, sondern auch in China gab es schon Gesichtscreme vor 2700 Jahren, die die Toten in Schönheit im Totenreich erstrahlen lassen sollten.

Eitelkeit im Totenreich

Wir sehen an dieser Stelle einmal mehr, dass für Transformationsprozesse auf der einen Seite hochdifferenzierte Theologische Schriften verfasst werden können, wie das „Tibetanische Totenbuch“. Auf der anderen Seite der sinnfreie erdverhaftete Materialismus in die Bedürfniswelt der Toten weitertransportiert wird. Ob Thanatos sich nicht mehr über Golddukaten, oder Silbergroschen freuen würde, als ausgerechnet die Gesichtscreme mit über den Todesfluss STYX transportieren wird, damit der Verstorbene immer ein tolles Gesicht hat.

Irdischen Rationalismus transzendieren

An dieser Stelle können wir einmal mehr festmachen, dass die Endlichkeit selbst zu durchdenken den meisten extrem schwerfällt, weil man außerhalb der Kategorien denken muss, die uns die erdische, irdische Lebenswelt scheinbar vorzugeben befielt. Auch wenn ich das abgewandelte Kant-Zitat hier schon oft platziert habe, kann man es auch hier nochmal aufscheinen lassen. Kant schreibt über die Erkenntnisfähigkeit der Menschen: “ Wir können nur das erkennen, was wir mit unseren Sinnen erfahren können. Wie die Welt in Wirklichkeit verfasst ist, bleibt uns verborgen“. Die Frage ist was man genau denken könnte mit „wie die Welt in Wirklichkeit verfasst ist“. Wenn es eine metaphysische Welt gibt, dann auf jeden Fall in der Kategorie von Seelenwesen, oder Engeln oder sonstigen neuen Formen. Aber eines scheint mir gewiss zu sein. Ein Weiterleben in der körperlichen Hülle, die dann vielleicht auch noch eine Gesichtscreme brauen könnte, ist eigentlich ex negativo ausgeschlossen und zwar weil wir wissenschaftliche messen können, dass der Körper zurück-gewandelt, transformiert wird in seine ursprünglichen Naturbausteine und nach 25 Jahren nur noch Staub und Erde übrig bleiben. Die Katholische Theologie lehrt uns, dass es eine Wiederauferstehung des Leibes geben könnte. Moderne Priester und Theologen haben sich von dem Dogma aber schon gelöst.

Quelle Spektrum der Wissenschaft, 17.2.21, link.

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Eitelkeit für das Leben nach dem Tod

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter