aa -Tagesimpulse Gedankenbrunnen

Fachkräftemangel ist ein Definitionsproblem

Written by Giovanni

Statista meint besonders schlau zu sein und zeigt uns den vermeintlichen Fachkräftemangel auf.

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Aber einmal um die Ecke denken im Lichte von Max Weber

Der hochberühmte Soziologe Max Weber hat festgestellt, dass ausdifferenzierte Gesellschaften dazu neigen immer mehr Fachbeamte zu gebären, bzw. immer mehr Fachbeamte zu fordern.

Getreu der richtigen These von Zar Putin, dass der Westen an vielen Stellen gesellschaftlich völlig degeneriert ist, das würde Hegel auch sofort mitgehen, sollten wir uns erstmal eine Kernfrage stellen:

Braucht man wirklich Fachkräfte für die größte Kohorte, die ihr benannt wird? Klaro möchte man von einer Krankenschwester behandelt werden, die das Examen bestanden hat. Auch möchte man sein neu gebautes Haus mit neuer Elektrik verlegt haben, die so installiert ist, de lege arte, dass es zu keinen Schwelbränden kommen kann, oder das Haus abbrennt mit dem Menschen drinnen. Genau DESWEGEN gibt es auch Meisterzwang bei den Elektroberufen und einen Pflegedienst kannst du nur aufmachen, wenn du examinierte Pflegekräfte im Team hast, inklusive einer verantwortlichen PDL, Pflegedienstleitung.

ABER warum zum Teufel braucht es Fachkräfte für die Erziehung? Meine gute Freundin in Berlin arbeitet in einem Kindergarten seit Jahren super erfolgreich, und hat null Ausbildung dafür, Ich denke die Schamanen Ausbildung zählt hier nix.

Also sollte der Gesetzgeber endlich mal bei den Gedankenwurzeln packen und eine Liberalisierung für die Berufe durchführen, wo man gar keine Qualifizierung braucht, weil die conditio Humana genügend Qualifizierung bietet.

Das Problem liegt nur in der Professionalisierungswut der Verbände, Kammern und Herren und Damen PolitikerINNNEN.

Fachkräftemange auf den essentiellen Kern reduzieren : wir haben eine überregulierte Gesellschaft durch die Fachbeamten, die wiederum Fachbeamte gebären

Fachkräfte braucht es viel weniger als die Statistik in Deutschland ausweist, wenn wir endlich Gesetze aufheben

Zitat Max Weber im Original, Quelle

2. Teil, Kapitel IX. Soziologie der Herrschaft. 2. Abschnitt, S. 551 ff.:

WESEN, VORAUSSETZUNGEN UND ENTFALTUNG DER BÜROKRATISCHEN HERRSCHAFT

 „Dem steht nun gegenüber die Entwicklung des modernen Beamtentum zu einer speziell durch langjährige Vorbildung fachgeschulten hochqualifizierten geistigen Arbeiterschaft mit einer im Interesse der Integrität hochentwickelten ständischen Ehre, ohne welche die Gefahr furchtbarer Korruption und gemeinen Banausentums als Schicksal über uns schweben und auch die rein technische Leistung des Staatsapparates bedrohen würde, dessen Bedeutung für die Wirtschaft, zumal mit zunehmender Sozialisierung, stetig gestiegen ist und weiter steigen wird. Die Dilettantenverwaltung durch Beutepolitiker, welche in den Vereinigten Staaten Hunderttausende von Beamten, bis zum Postboten hinunter, je nach dem Ausfall der Präsidentenwahl, wechseln ließ und den lebenslänglichen Berufsbeamten nicht kannte, ist längst durch die Civil Service Reform durchlöchert. Rein technische, unabweisliche Bedürfnisse der Verwaltung bedingen diese Entwicklung. In Europa ist das arbeitsteilige Fachbeamtentum in einer Entwicklung von einem halben Jahrtausend allmählich entstanden. Die italienischen Städte und Signorien machten den Anfang; von den Monarchien die normannischen Erobererstaaten. Bei den Finanzen der Fürsten geschah der entscheidende Schritt. Bei den Verwaltungsreformen des Kaisers Maximilian I. kann man sehen, wie schwer – selbst unter dem Druck der äußersten Not und Türkenherrschaft – es den Beamten gelang, auf diesem Gebiet, welches den Dilettantismus eines Herrschers, der damals doch vor allem ein Ritter war, am wenigsten vertrug, den Fürsten zu depossedieren. Die Entwicklung der Kriegstechnik bedingte den Offizier, die Verfeinerung des Rechtsganges den geschulten Juristen. Auf diesen drei Gebieten siegte das Fachbeamtentum in den entwickelteren Staaten endgültig im 16. Jahrhundert. Damit war gleichzeitig mit dem Aufstieg des Absolutismus des Fürsten gegenüber den Ständen die allmähliche Abdankung seiner Selbstherrschaft an die Fachbeamten, durch die ihm jener Sieg über die Stände erst ermöglicht wurde, eingeleitet.“

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About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter