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gebrochenes Herz – Lebensgrund

gebrochenes Herz
Written by Giovanni

Gebrochenes Herz –> Lebensgrund-Entziehung?

Das gebrochene Herz ist eine schwere Krankheit der Seele. Sie kommt dadurch zustanden, dass

a) langgewachsene Verwurzelungen durch den Tod getrennt worden sind

b) eine Entliebung, eine Entgleisung letztendlich zu einer Entfreundung führt. Gemeinhin wird das Ende einer solchen vormaligen Herzensbeziehung Trennung, Scheidung genannt.

c) avanancierte Anbahnungsebenen-Verneinung.

Von der romantisierten Version des „gebrochenen Herzens“ kann man sprechen, wenn durch einen Bruch einer Gedankenbahn eine innere Herzens-Leere entsteht, die assoziert ist mit großen Herzschmerzen. Gebrochenes Herz ist als klassische Verlusterfahrung durch eine letztendliche Abweisung, ein aufgestelltes Stoppschild, dass der eigenen, phantasiereichen und phantastischen Projektionslampe den innereren Lampenfaden raubt, die Energie raubt. Wenn die Projektionen im Gedanken-Karussell sich nicht in Realität einer reale Herzens-Beziehung und Liebesgeborgenheit ummünzen lassen.

Seit dem Aufkommen der Liebe als der Basis für Beziehung und Ehe sind die gebrochenen Herzen als psychischen Phänomen deutlich mehr in der Gedankenwelt der Menschen zu verzeichnen. Bis zum 19. Jahrhundert war die Ehe eine reine Zweck-Beziehung, Wirtschaftsgemeinschaft.  Schon viele Menschen haben sich wegen eines gebrochenen Herzen umgebracht oder sind daran einfach gestorben. Insbesondere eine Trennung nach 50jähriger Ehe, geschieden durch den Tod des Partners führt zu dem sogenannten Nachsterben. Das Nachsterben gibt es bei Tieren auch, wenn das „Herrchen“ stirbt.  In der Liebe gibt es auch vielfältige Spielarten des gebrochenen Herzens und der Form wie wir damit umgehen, lernen.

Für alle drei o.g. Kategorien gilt, dass es schwere innere Brechungen im Herzen zeitigt und eine fiese Verlusterfahrung darstellt, die ein Gefühlsbluten auslöst. Ziel einer guten Therapiearbeit ist es, den Blutstrom der Gefühlslecks zu stoppen, die Gefühle zu bergen in einer Herzensecke und zu bewahren, als Teil des Lebens. Vielleicht gehört zum Leben fast bedingungsnotwendig immer ein TEil von Unerfülltheit dazu.  Man muß sich eben focusieren, argumentum e contrario: es geht nicht alles im Leben und so ist auch beziehungstechnisch in Geltungsgütligkeit dies brutale Wahrheit: Alles hat ein Ende.

Psychologisch betrachtet ist das gebrochene Herz auf jeden Fall eine Indikation für eine Therapie. Insofern findet einen Therapeuten und laßt euch Rückbinden an die Sensitivität, Positivität und Perspektive des SEINS. Die Phase alleine durchzumachen, wie ikke 2007 war extrem schwer, an den Grenzen des Seins wankend. Das muss ja nicht sein. In der Trauerbegleitung erzähle ich gerne die Metapher der Medaille Liebe.  

Spiegelbildlich zu dem Tiefen-Gefühl der Liebe, dass Dich die letzten Jahrzehnte getragen hat, wirst du nun ein Tal des Schmerzes durchschreiten, der Trauer und Trennungstränen. Das Spiegelbild der Liebe ist die Trauer, nach dem passieren der Verbundenheit mit dieser Welt. Möchtest du die Liebesgefühle und Getragenheit deswegen vermissen?

Gleiches gilt dann auch für die unglückliche Liebe, die mit einem gebrochenen Herzen endet. Nach meiner Lebenserfahrung heilen solche Brechungen von Herzensfäden zu. Der Köper und die Seele ist ein unglaubliches Regenerationswunder.  Manchmal bleiben ein paar Narben, wie nach einem Herzinfarkt und manchnmal folgt eine schlimme Folge, die Vereisung des Herzens, oder auch Herzverpanzerung genannt. Sie lässt sich umschreiben mit der  Apatheia, siehe unten. Hier muss man/frau auch dringenst zur Therapie, denn der Quell des Lebens ist das Gefühl.

vereisung

Den Schmerz zu umgehen läßt sich aber nicht, oder nur in der Weise, dass man sich auf nichts in dieser Welt einläßt. In der Philosophie-Geschichte gibt es diese Strömung, die durchaus ernst gemeint war. Den Stoizismus. Im Philosphielexikon Sandkühler können wir über den Stoizsimus lesen:

Der Stoizismus wurde in einer Markthalle ( Stoa) gegründet vor 300 vor Christus in Athen. Es handelt sich um einer völlige Überbetonung des Logos, der Vernunft. (2616):“ Dieser Logos manifestiert sich als strukturgebendes Grundelement nicht nur im menschlichen Denken, sondern in allen Lebewesen, ja in der gesetzmäßigen Ordnung der Welt. In dieser Lehre ist verankert die Ansicht, dass alles vorherbestimmt sei, (Providentialismus). Außerdem sollte man sich dem Ideal der Leidenschaftslosigkeit hingeben mit einer sehr starken Affektenkontrolle. Das Leben wird maßgeblich von Pfichten gegen sich selbst und gegenüber der Gesellschaft dominiert. Daraus erwachse dann die Menschenwürde.

Wir meinen, dass eine reinste Affektenkontrolle, Apatheia zu einer Sinnentleerung allen menschlichen Seins führt und damit gänzlich verdammenswert für ihn glückliches, herzgetragenes Leben ist. 

Die Lebensleiter immer ein Stückchen weitergehen ist gut, auch wenn man lieber auf der bestehenden Sprosse verweilen möchte, so ist es uns doch nicht erlaubt, weil der Zug der Zeit uns zum weiterreiesen, weitergleichen verführt und verdammt.

Lebensleiter


 

WIki schreibt über die STOA wie folgt: Link

Die Einordnung des Menschen als Teil und Funktionsglied der vom Logos durchwalteten Natur ist aus stoischer Sicht seine vorrangige Bestimmung. Mit Geist und Denkvermögen verfügt er selbst über Instrumente, die ihn am göttlichen Logos teilhaben lassen und ihn zur Weisheit als höchstem Gut und Inbegriff des glücklichen bzw. glückenden Daseins (Eudaimonia) führen können. Voraussetzung dafür ist ein Prozess der Selbsterkenntnis und der Aneignung zielführender Verhaltensweisen, Gewohnheiten und Haltungen. Als Wegweiser dient dabei die eigene Vernunft; als Motivatoren fungieren der Selbsterhaltungstrieb und das Streben nach Selbstvervollkommnung (Oikeiosis).

Nur ein lebenslanges Bemühen um Selbstformung, das auch den Herausforderungen von Schicksal und mitmenschlichem Umfeld standhält, schafft Aussicht auf die Seelenruhe des stoischen Weisen. Voraussetzung dafür ist eine ausgeprägte Affektkontrolle, die zur Freiheit von Leidenschaften (Apatheia), zu Selbstgenügsamkeit (Autarkie) und Unerschütterlichkeit (Ataraxie) führen soll. Unser heutiger Begriff der „stoischen Ruhe“ geht auf diese Eigenschaften zurück.

Dabei steht Apatheia („Apathie“) im Sinne der Stoa allerdings gerade nicht für Teilnahmslosigkeit und Passivität. Mark Aurel traf einen Kern des stoischen Ethos, als er sich selbst ermahnte (Selbstbetrachtungen IX, 12; zit.n. Weinkauf) :

Arbeite! Aber nicht wie ein Unglücklicher oder wie einer, der bewundert oder bemitleidet werden will. Arbeite oder ruhe, wie es das Beste für die Gemeinschaft ist.“

Die Gemeinschaft der Stoiker bezog prinzipiell alle Menschen ein, Griechen wie „Barbaren“ (bei natürlich fortbestehenden Staaten und Grenzen), Bürger wie Sklaven (ohne dass die Abschaffung der Sklaverei zum Programm erhoben worden wäre). Dieser kosmopolitische Zug der Stoa war von ihren Gründungspersönlichkeiten bereits angelegt worden, längst bevor sie die politischen Führungskreise des Römischen Reiches erreichte. Dazu passt die Tatsache, dass die herausragenden Stoiker meist aus den Randgebieten der antiken griechischen Zivilisation stammten.“

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter