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Genossenschaftsmuseum Hamburg

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Written by Giovanni

Ein kleines, aber hochinteressantes Museum über die Entwicklung des Genossenschaftswesens im Rahmen der Gewerkschaften von Hamburg findet sich im DGB Gebäude, vis-a-vis zum Hauptbahnhof. Verantwortet wird das Museum von dem Historiker Dr Bösche. Eingerichtet wurde das Museum von der Heinrich Kaufmann Stiftung.

Was kannst du in dem Genossenschaftsmuseum ergründen?

Ich war hoch beeindruckt, wie die Gewerkschaften Anfang des 20. Jahrhunderts versucht haben für ihre Mitglieder adäquate Lebensumräume zu schaffen. Schon um die Jahrhundertwende entstand der Gedanke mit einer Einkaufsgenossenschaft die Synergievorteile zu nutzen für die Arbeiterschaft. Dieses Einkaufsgemeinschaft hieß „Produktion“. Der Titel des Genossenschafts-Verein hieß: “ Konsum- Bau- Sparverein „Produktion“ und zeigt auf welchen Wertschöpfungsebenen der Verein, der schnell eine große Verbreitung fand, sich betätigen wollte.  Die Mitglieder bekamen einen Dividende und die Einkaufsvorteile.

So wurde eine Einkaufgenossenschaft gegründet, die die später den Namen COOP erhielt. In der Schweiz gibt es diese Marke noch und sie ist total mächtig und groß. Damals durfte man dort nur einkaufen, wenn man seinen Gewerkschaftsausweis vorzeigte. Im Jahre 2016 wurde die COOP verkauft an den REWE Konzern, der gerade dabei ist, den Konzern zuzulabeln und in den Markenkern von REWE zu integrieren.

Wohnungsbau von den Hamburger Gewerkschaften

Für den Wohnungsbau wurde die Volksfürsorge geschaffen. Über viele Jahrzehnte war die Volksfürsorge ein Garant für gewerkschaftlichen Wohnungsbau, 1912 gegründet. (In Wien bestehen ganze Stadtteile nur aus an dem Gemeinwohl orientieren Wohnungsbau aus dieser Zeit) Schon 1988 wurde die Gesellschaft an die Aachener Müncher Versicherung verkauft, konnte ihren Markennamen aber weiterführen. Ende 2014 wurde die Marke aufgelöst durch die Fusion mit der Italienischen Versicherungsgesellschaft Generali.

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Bestattung für Hamburg

Auch das GBI Großhamburger Bestattungsverein wurde in diesem Denkkosmos errichtet als gewerkschaftliche Begräbniskasse. Nur Gewerkschaftsmitglieder durften nach der Gründung 1920 Mitglied werden.  Das GBI wurde von einem SPD Senator mitbegründet, der 1942 von den NAZIs im KZ mit seiner Frau ermordet wurde. Weiter Informationen zum GBI findest du auf deren Homepage, www.gbi-hamburg.de, oder den Link oder auf Wikipedia, link. Der moralische Grundansatz dieser damaligen Gewerkschaftsgründung war, dass jedem Hamburger eine angemessene Bestattung ermöglicht werden sollte, eine sozialadäquate Bestattung. Diese Verpflichtung gilt noch heute als oberster Leitsatz in der Unternehmensphilosophie des GBI Großhamburger Bestattungsinstituts.  Heutzutage ist das GBI Hamburg als Bestattungsinstitut für Hamburg für alle Hamburg, gleich welcher sozialen Schicht, ein empathischer Berater und Ansprechpartner für Bestattungen und Bestattungsvorsorge. Wir zitieren aus dem Prospekt des Genossenschaftsmuseums: „Jeder Verstorbene hat ein Anrecht auf einen ordentlichen Sarg“. Das ist aus dem Selbstverständnis von Damals eine etwas drastische Formulierung. Heute würden man vielleicht so formulieren:

“ Jeder hat ein Anrecht auf eine ordentliche Bestattung, mit einer Trauerfeier und einem angemessenen Grab. Damit die Menschen der Stadt Hamburg wertneutral dahingehend beraten werden steht das GBI dafür ein, dass die Trauernden einen guten Schutz- und Beratungs-Raum innerhalb der Erfahrungsräume des GBI bekommen und so eine gute Bestattung bekommen können, die den Anforderungen der Qualität und Pietät genügt, ohne dass sich eine Heuschrecke daran eine goldene Nase verdient.“

 

Was ist die Heinrich Kaufmann Stiftung?

Die Heinrich-Kaufmann-Stiftung wurde 1955 vom Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften e.V. (ZdK) wieder gegründet. Sie geht zurück auf die erste Stiftung gleichen Namens, die 1928 aus Anlass des Todes von Heinrich Kaufmann, dem Generalsekretär und Gründer des ZdK, gegründet worden und 1942 von den Nationalsozialisten zwangsweise aufgelöst worden war.

Die Stiftung dient der Förderung der Genossenschaftswissenschaften, insbesondere im Bereich der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Sie vergibt Stipendien zu genossenschaftswissenschaftlichen Fragen. Sie erstellt Lehrmaterialien und führt wissenschaftliche Tagungen zu genossenschaftlichen Fragestellungen durch. Sie betreibt das „Hamburger Genossenschafts-Museum“ im Gewerkschaftshaus und unterhält das „Heinrich-Kaufmann-Archiv“ zur Geschichte der Konsumgenossenschaften.

Die Heinrich-Kaufmann-Stiftung ist gemeinnützig. Hier kommst du zur Website der Heinrich Kaufmann Stiftung, link.

Das Genossenschaftswesen im 21 Jahrhundert

Es gibt eine Reihe von spannenden Unternehmen, die als Genossenschaft organisiert versuchen den Überlebenskampf im Haifischbecken der Imperialisten zu überleben.. Ein Verlag aus Berlin, JUNGE WELT, ist eine Genossenschaft,  das Hamburger GÄNGE Viertel ist auch eine Genossenschaft und bemüht sich so organisatorisch um eine ernstzunehmende Konstituierung.  In Hamburg gibt es eine Reihe von Baugenossenschaften, Schiffzimmer-Genossenschaften et al, die alle den Solidaritätsgedanken haben, und eine breite Steuwirkung, heißt, dass möglichst viele Kreise von den Vorteilen partizipieren können. Wie oben beschrieben wurde, war die Idee Einkaufsvorteile im Genossenschafteinkauf COOP zu bekommen, oder Einkaufsvorteile von der Begräbnisskasse GBI solidarisch, untereinander weitzureichen, weil die derzeitigen Anbieter überhöhte Preise genommen haben.  Unter Markteting-Gesichtspunkten würde man diesen klugen und wohlfühlsamen Gedanken als CRM subsumieren, heißt customer relationship marketing.   Der DEUTSCHE Gesetzgeber unterstützt den Genossenschaftsgedanken, indem es ein eigenes Gesetzbuch, Regelungswerk für das Genossenschaftswesen gibt. 170 §§ umfaßt das Genossenschafts Gesetz, was du hier finden kannst, link.

 

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter