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Grab für Mensch und Tier

Mensch Tier Bestattung
Written by Giovanni

Darf man in Hamburg sein Haustier in dem gleichen Grab beisetzen auf einem Friedhof für Menschen?

Wie wir aus Erfahrung wissen, gibt es oft den Wunsch, dass das Haustier an der Seite des Herrchens, Frauchens beerdigt werden soll.  Die Friedhöfe sehen das sehr kritisch und verweisen auf das Hamburger Bestattungs-Gesetz, dass solcherlei Unterfangen verbietet. Das Rechtsamt der Stadt Hamburg hat diesbezüglich auch eine eindeutige Auffassung: NO WAY.

Die Auffassung kann man durchaus nachvollziehen, da sie contra legem ist, gegen den Wortlaut des Gesetzes.  Dennoch gibt es einen Vorstoß von Seiten der Hamburger Friedhöfe Anstalt öffentlichen Rechts, um die Bestattung von Menschen und Tieren auf dem gleichen Grabplatz zu ermöglichen.

Dazu ist eine Gesetzesiniative auf dem Weg, die tatsächlich erst das Hamburger Bestattungsgesetz ändern lassen muss, beschlossen durch die Hamburger Bürgerschaft. Bestatttungsrecht ist in Deutschland immer Bundesländersache. Deswegen sind Regelungen in Bremen -Beisetzung der Asche und verstreuen im eigenen Garten – in Hamburg nicht erlaubt – Regionalfürstentum.

Der Pressesprecher des Ohlsdorfer Friedhofs hat in einer Veröffentlichung schon aus dem Nähkästchen geplaudert und stellt sich vor, dass schon 2019 eine Bestattung von Menschen und Tier im gleichen Grab erlaubt sein könnte und dass es in Ohlsdorf schon konkretisierte Pläne gibt,  wo diesen speziellen Wünschen entsprochen werden könnte.   „Im Linne-Teil haben wir ein Grabfeld, dass gut abgetrennt werden kann, zum Beispiel durch hohe Hecken,so dass es als eigener Friedhofsteil ausgewiesen werden kann“,  sozusagen ein Friedhofsteil sui generis.

Wie wir aus anderen Quellen erfahren haben, könnte sich aber die Gesetzesnovellierung durch verschiedene interne Prozesse verzögern, denn bevor ein Gesetz auf dem Weg ins Parlament kommt, muss dass jeweilige Fachministerium eine Beschlussvorlage erarbeiten, die die Begründungsebene für die Gesetztesänderung darlegt.  Das ist wichtig, damit die Juristen später eine teleologische Auslegung des Gesetzes durchführen können. Telos ist altgriechisch und bedeutet Ziel. Kein Vorlage aus dem Ministerium, keine Änderung des Bestattungs-G-Hamburg, keine neue Rechtsgrundlage für den Verwaltungsakt, maW damit ein Verbot.

Welche Möglichkeiten gibt es aktuell – 2018?

Einstweilen gibt es nur die Möglichkeit sein Tier im Garten zu beerdigen, solang es nicht die Größe eines Pferdes hat, oder einen Tierfriedhof zu nutzen. Sehr empfehlen können wir den Tierfriedhof in Norderstedt, den durch eigene in Augenscheinnahme geprüft, man als extrem gepflegt und super hübsch bezeichnen kann.  Um es schärfer zu formulieren, einen derartigen Pflegezustand würde man sich auch für manch anderen Friedhof wünschen, wie z.B. für Harburg. Auch spannend ist die Gedankenbrücke, dass sie mit extrem teuren Grabskulpturen um das Andenken der verstorbenen Hausgenossen gekümmert wird, aber die Grabpflege für Menschen gerät immer mehr in das Land der Unbedeutsamekeit.  Nicht umsonst gibt es in Hamburg die entherzte Zahl von 30 % anonyme Bestattungen, oftmals mit dem Argument, ich möchte meinen Kindern nicht die Grabpflege zumuten.   Dass die Grabpflege auch ein herzheilsamer Teil des Trauerprozesses sein könnte, nicht muß,  wird damit negiert oder einfach nicht bedacht.  Siehe auch unser letzte Beitrag „Brauchen wir noch Friedhöfe“, link.

Die Mutigen in der Welt können noch Eigeniniative ergreifen, sollten sich aber nicht erwischen lassen, denn eine Ordnungswiedrigkeit ist das alle Male.

Wie geht eigentlich ein Tierbestattung?

1. Du kannst dein Haustier selbst bestatten und brauchst auf gar keinen Fall einen Tierbestatter !

2. Du kannst Dein Haustier zu Hause im Garten bestatten, wenn es nicht zu groß ist. Die Grenze ist Hund und Katze.

3. Wenn du große Tiere hast, müssen sie den gesetzlich vorgeschriebenen Wegen folgend bestattet werden.

4. Ein wunderschöner Tierfriedhof ist der in Norderstedt, hier klicken.

Bildrechte Mensch- Tier Bestattung pixabay CC StockSnap

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter