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japanische Todesgedichte

japanische Todesgedichte
Written by Giovanni

Wie ich in Berlin auf einer Buddhistischen Belehrung erfahren haben von einem ZEN Mönch aus San Franzisko  gibt es in Japan die Tradition vor seinem Tod Gedichte zu schreiben.

Japanische Todesgedichte

Wie der Mönch uns in dem riesigen RIGPA-Zentrum uns mitteilte, machte er Bekanntschaft mit der japanischen Tradition. Eine seiner Patientinnen zwang ihn ihr Gedicht auswendig zu lernen. Noch 20 Jahre nach dieser Erfahrung konnte er das Gedicht auswendig rezitieren.   Zu dem Thema gibt es auch ein Buch, dass du für überschaubare 10 € erwerben kannst bei AMAZON, link.

»Klarer Himmel – einst kam ich den Weg entlang, jetzt gehe ich ihn zurück.« Zen-Meister und Geisha, Samurai und Geschäftsmann – so vielfältig wie die Menschen in ihrer letzten Stunde sind die Verse, mit denen sie sich von dieser Welt verabschieden. Zeugnisse einer alten Zen-Tradition. Eine Ars Moriendi, in der Trost, Weisheit, Meditation und die Frage nach dem Sinn menschlicher Existenz auf eindrucksvolle und inspirierende Weise zusammenkommen. Die einzige deutsche Übersetzung der berührenden Texte.

Todesgedichte in Deutschland einführen

Als langjähriger Sterbebegleiter kann ich diese Tradition aus Japan nicht nur gutheißen, sondern auch dafür werben, dass man bei noch wachen Patienten sich für eine solches Schreiben einsetzt. Wir haben in der langen Trauerbegleiterausbildung gelernt, wie man Menschen anleitet Gedichte zu schreiben. Spiegelbildlich kann dieses Ritual sicherlich für das Sterben bestens eingesetzt werden und so den Reflextionsprozess über die eigene Endlichkeit stärken im eigenen Inneren-SELBST.

Wiki schreibt über die Todesgedichte aus Japan

Poesie war lange Zeit ein Kernstück der japanischen Tradition, in enger Verbindung zur religiösen Praxis. Das Gedicht sollte elegant und natürlich sein und neutrale Gefühle aus dem Umkreis der Lehren des Buddhismus oder Shinto (und möglicherweise auch des Christentums) darstellen. Mit Ausnahme der frühesten Werke dieser Tradition wurde es als ungehobelt angesehen, den Umstand des Sterbens direkt anzusprechen. Man kann jedoch mit Untertönen von Worten wie Sonnenuntergang oder fallende Kirschblüten die Unvermeidlichkeit des Todes andeuten.

Es war üblich, sich über dieses einmalige Ereignis im Leben bereits vorher, gelegentlich auch lange vor dem Tod, zu beraten, um ein Gedicht zu entwerfen. Es ändert sich viel im Leben eines Menschen, und so konnten die Gedichte oft neu geschrieben werden. Dieses Umschreiben wurde fast niemals erwähnt, um das Andenken an den Verstorbenen nicht zu beflecken.

Sowohl chinesische als auch japanischen Zen-Mönche schreiben Todesgedichte (entweder in Gedichten chinesischen Stils (Kanshi) oder japanischen Stils Waka oder Haiku), ebenso ist es Tradition für Haiku-Dichter und jeden, der es wünscht, eines zu schreiben.

Es ist ein alter Brauch für gebildete Personen in Japan, auf dem Totenbett ein Jisei zu dichten. Eine der ältesten Jisei wurde von Prinz Otsu rezitiert, bevor er 686 hingerichtet wurde. Berühmte Todesgedichte sind bekannt von dem Haiku-Dichter Bashō, dem Mönch Ryōkan, dem Erbauer der Burg Edo Ōta Dōkan, und dem Holzdruck-Meister Tsukioka Yoshitoshi.

Manche Dichter hinterließen ihre Todesgedichte in mehreren Formen. Prinz Otsu als Waka und Kanshi, der Teemeister Sen no Rikyū als Yuige (遺偈) – buddhistisches Todesgedicht – in Kanshi-Form und als Kyōka (狂歌) – satirisches Tanka.

Das Todesgedicht hatte manchmal den Neben-Aspekt eines Testamentes und versöhnte Differenzen zwischen verschiedenen Personen.

In einem den Regeln entsprechendem Seppuku ist eines der Rituale, ein Todesgedicht zu schreiben. Dieses ist im Waka-Stil geschrieben. Asano Naganori, der Daimyo, dessen Suizid durch die 47 Rōnin gerächt wurde, schrieb ein Gedicht, in dem Kommentatoren einen Hinweis auf Unreife und fehlenden Charakter finden, die vor allen Dingen dazu führten, dass ihm befohlen wurde, zur Wiederherstellung seiner Ehre Seppuku zu begehen.

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter