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Jüdischer Friedhof Hamburg

Jüdischer Friedhof Hamburg
Written by Giovanni

Hamburg verfügt über zwei jüdische Friedhöfe

1. der alte Jüdische Friedhof in Hamburg-Altona

2. der neue Jüdische Friedhof in Hamburg- Ohlsdorf.

Warum gibt es zwei Begräbnisplätze für Menschen Jüdischen Glaubens?

Das erklärt sich recht einfach aus der Bestattungskultur und Begräbnistradition der Juden, die auf deren Glauben basiert, der in Wirklichkeit die gleiche Basis hat, wie das Christentum: das alte Testament.

Nach dem Glauben der Juden darf ein Grab für die Zeit der Existenz der ganzen Welt nie mehr neu belegt werden.  Nach DEUTSCHEM Brauch und Gesetzeslage darf ein Grab nach der Ruhezeit von 25 Jahren neu vergeben werden an den nächsten Mieter. Wenn nun ein Friedhof auf dem ihm vorgegebenen Grundstück alle Grabplätze vergeben hat, dann bleibt ihm nur entweder durch Flächenzukauf von den umliegenden Eigentümern, oder der Freien und Hansestadt Hamburg neue Flächen zu kaufen, oder den Friedhof für Neubelegungen zu sperren.  Das Gleiche trugt sich Ende des 19. Jahrhunderts auf dem alten Jüdischen Friedhof in Hamburg zu. Gegründet 1600 von spanischen, portugisichen Juden, die emigriert sind,  wurde der Friedhof intensiv genutzt und mit prachtvollen Grabsteinen setzten die Familien valide Erinnerungszeichen, auch im Angesicht dessen, dass die Gräber auf Ewig angelegt sind.   Als nun der Friedhof belegt war und sich offensichtlich keine Bereitschaft erkennen ließ, von den umliegenden Grundstücksflächen neue anzukaufen, wurde am neu eröffneten Friedhof Ohlsdorf eine eigene Grabanlage geschaffen. Wichtig ist zu bedenken, dass der neue jüdische Friedhof nicht etwa auf dem grenzenlosen Areal des Ohlsdorfer Friedhof liegt, sondern sich quasi an die südliche Friedhofsmauer anschmiegt.

Kulturhistorisch interessanter finde ich den Alten Jüdischen Friedhof Altona wegen der atmenden Vergangenheit, der Zeitzeugenschaft der Multikultur in Hamburg schon vor über 400 Jahren.  Auch wenn die Stadt Hamburg deutlichst weniger als 1.000.000 Einwohner zu der Zeit hatte, sind durch die weltweiten Handelsströme auch immer Kaufleute aus aller Herren Länder hier gestrandet, bzw. hier geblieben, weil sie das neutrale und liberale Klima der Stadt Hamburg geschätzt haben. Diese Weltoffenheit zieht sich also durch den Geist von Hamburg und Hamburger Stadtbürgern.  Deswegen haben wir uns auch nicht an die Kontinentalsperre von Napoleon gehalten und fleissig weiter Handel mit UK getrieben. Wir Hamburger schätzten Liberatlität und Weltoffenheit.

Der alte jüdische Friedhof Altona

Wir zitieren aus deren Website:

Der knapp 1,9 Hektar große Jüdische Friedhof Altona ist der älteste jüdische Friedhof im heutigen Hamburg und der älteste portugiesisch-jüdische Friedhof in Nordeuropa. Wegen seines Alters und seiner einzigartigen Grabkunst wurde er 1960 unter Denkmalschutz gestellt. Wissenschaftler fordern seit einigen Jahren seine Aufnahme in das Weltkulturerbe der UNESCO, zusammen mit den jüdischen Begräbnisstätten auf Curaçao, Jamaika und in Surinam. Nach der Nominierung zum Weltkandidaten wird der Jüdische Friedhof Altona in einer seriellen Bewerbung zusammen mit dem Portugiesenfriedhof Ouderkerk aan de Amstel (bei Amsterdam) frühestens Anfang 2017 den Antrag bei der UNESCO stellen.In den 1870er Jahren fanden ungefähr 9.000 Bestattungen statt, 2.000 auf dem portugiesisch-jüdischen Areal, 7.000 auf dem deutsch-jüdischen Teil. Komplett oder in Fragmenten erhalten sind über 6.000 deutsche und 1.600 portugiesische Steine.
Der Friedhof ist Eigentum der Jüdischen Gemeinde Hamburg. Das Denkmalschutzamt verantwortet die Restaurierung der Steine, das Institut für die Geschichte der deutschen Juden erforscht den Friedhof in Zusammenarbeit mit dem Salomon-Ludwig-Steinheim-Institut in Duisburg und die Stiftung Denkmalpflege betreut das Eduard-Duckesz-Haus und das Besuchs- und Weiterbildungsprogramm.

Hier kommst du zu deren Website, link.

ACHTUNG Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten richten sich nach den Jüdischen Feiertagen.

Jüdischer Friedhof Altona, Königstraße 10a

April – September
Dienstags, Donnerstags 15 – 18 Uhr, Sonntags 14 – 17 Uhr

Oktober – März 
Dienstags, Donnerstags, Sonntags 14 – 17 Uhr

und nach Vereinbarung
außer an gesetzlichen und jüdischen Feiertagen

Bildrechte pixabay CC  TuendeBede

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter