aa -Tagesimpulse neuste Gedanken-Impulse Philosophie

Karl Marx als Philosoph

karl marx
Written by Giovanni

brauchen wir heute noch die Theorien von Karl Marx?

Karl Marx als Philosoph zum 200. Geburtstag

„Die Ökonomik ist die Leitwissenschaft der westlichen Gesellschaftssysteme geworden.“ so der österreichische Moderator. Die Autorin Ulrike Herrmann hat ein Buch geschrieben über Karl Marx.  „Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung“.  Schon spannend, dass ausgerechnet eine TAZ-Autorin den Kapitalismus lobhudelt. Det Buchlein kostet 18 € und ist Spiegel Bestseller. Wer sich mal in der Alma Mater der Philosophie begibt, der sollte auch die Chance haben sich bei dem Philosophen Karl Marx erkundigen, was er zur Lebensphilosophie denkt. Das Video aus Linz ist zwar recht lang, aber der Vortrag von Herrmann ist hörenswert und denkenswert. Der Impulsvortrag im untstehenden Video dauert genau 39 erkenntnisreiche Minuten. „Systemzwang des Kapitalismus“, „Unternehmer müssen investieren, sonst würden sie den Verdrängungswettbewerb nicht überleben“.“ Die Unternehmer sind Charakter-Masken“. 1867 hat Karl Marx sein Hauptwerk „Das Kapital“ veröffentlicht. Bei vielen Linken steht das Kapital sicherlich im Bücherschrank. Ob es allerdings auch gelesen und verstanden wurde, mag dahingestellt sein.  „Weniger als 1 % aller Unternehmen sollen 68 % des Gesamtumsatzes  kontrollieren“, so sagt das Statistische Bundesamt. Herrmann behauptet, dass so die Wirtschaftswelt bestellt sei.

Der Pudels Kern der Wirtschaftsliberalismus ist die Wettbewerbesaufsicht

Das ist völlig klar mega undifferenziert. Um eine solche Aussage zu unterfüttern, sollte man zumindest nach den verschiedenen Branchen zuschneidern und dann dort dezidiert die Marktverhältnisse  analysieren.  Wir in der BRD haben schon viele Jahrzehnte eine Wettbewerbsaufsicht, die von der Deutschen Kartellbehörde geleitet wird. Gesetzliche Grundlage ist das GWB. Gesetz  gegen Wettbewerbs Beschränkungen,  link. Seit 20 Jahren regiert in die Wettbewerbssteuerung auch die EU hinein.  Die Europäische Wettbewerbsaufsicht hat strenge Maßstäbe und ist leider auch in Deutschland verbindlich.

Megapeinlich ist die Geschichte um eine 5 Meter hohe Karl Marx Statur in Trier. Die Volksrepublik China hat die Figur erschaffen und Trier geschenkt- link.  Megapeinlich daran ist das der Nationalstaat Deutschland nicht in der Lage ist so ein Gedenkfeld selbst zu finanzieren und politisch durchzusetzen.

 

Wir zitieren ungekürzt aus der Buch-Ankündigung des Verlages:

» Die herrschende ökonomische Lehre bildet nicht die Realität ab. Bereits bei Smith, Marx und Keynes hingegen findet sich fast alles, um unser Wirtschaftssystem zu verstehen.«

Warum kommt es zu Finanzkrisen? Warum sind die Reichen reich und die Armen arm? Wie funktioniert Geld? Woher kommt das Wachstum? Schon Kinder stellen diese Fragen – aber die Ökonomen können sie nicht beantworten. Viele basteln an theoretischen Modellen, die mit der Realität nichts zu tun haben. Leider kosten die Irrtümer der Ökonomen nicht nur Milliarden, sondern sogar Menschenleben. Wer verstehen will, was falsch läuft, muss die Klassiker kennen: Adam Smith, Karl Marx und John Maynard Keynes. Sie werden an den Universitäten kaum, falsch oder gar nicht mehr gelehrt. Dabei haben diese drei Theoretiker die besten Antworten gegeben. Man muss sie neu entdecken

Ulrike Herrmann - Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung

Auch gut abverkauft wurde das Herrman Buch „Der Sieg des Kapitals“, hier klicken zu Amazon, link

Bildrechte pixabay CC geralt

Karl Marx aus wissenschaftlicher philosophischer Sicht

Im Meiner Verlag, dem Goldstandard für philosophische Schriften, gibt es zur Zeit ein Buch über Karl Marx. „Die Pariser Manuskripte“ kannst du für 20 € hier bestellen. Der Verlag schreibt über det Buch, das von der Politikwissenschaftlerin Barbara Zehnpfennig zusammengestellt wurde:

Die frühen, erstmals 1932 aus dem Nachlaß publizierten „Ökonomisch-philosophischen Manuskripte“ (auch: Pariser Manuskripte) bieten einen Schlüsseltext für das philosophische Verständnis des Marxschen Gesamtwerks, der Antrieb und Zielpunkt seines Denkens offenlegt, also das benennt, was in den ökonomischen Analysen der späteren Zeit vorausgesetzt, aber nicht mehr ausgesprochen wird.

Der Wille, der sich in Marxens Frühschrift offenbart, kann umfassender kaum gedacht werden: Es geht nicht bloß um die Analyse einer bestimmten Gesellschaftsform, um eine Kritik bestehender Verhältnisse, um den Entwurf einer möglichen Alternative. Es geht vielmehr um die Erklärung der Welt, und mehr noch: um die Schaffung einer ganz neuen Welt und eines neuen Menschen. Alles Bisherige verfällt dem Verdikt, Theorie und Praxis werden verworfen. Das gleißende Licht der neuen, der schlechthinnigen Wahrheit erhellt das frühere Dunkel und läßt mit einem Mal erkennen, daß es bislang nur die Vorgeschichte der menschlichen Gattung war, an der die Menschen in ihrer Blindheit Genüge fanden. Die eigentliche Geschichte kann jetzt erst beginnen; es ist der Anfang einer neuen Zeitrechnung.

Ein solcher Anspruch muß philosophisch ernst genommen und auf seine Berechtigung hin geprüft werden. Diejenigen, welche Marx leichter Hand als anachronistisch verabschieden, übersehen vielleicht dasjenige an ihm, was jenseits des Zeitgebundenen philosophisch von Bedeutung ist – z.B. sein Weltverhältnis und Menschenbild. Und diejenigen, welche in der Absicht, Marx für die Gegenwart zu retten, Versatzstücke aus seiner Theorie herausbrechen, die sie für noch verwertbar halten, verraten de facto seinen holistischen Denkansatz.

II) in Vorbereitung

Das Kapital im Original und in der zweiten Version

Der Meiner Verlag hat sich nochmal dem Vordenker und Philosophen Marx angenommen und wird im 4. Quartal 2018 eine neue Ausgabe des Kapitals als Studienausgabe herausbringen. Mit 68 € nicht gerade ein Schnäppchen aber dafür auf der Höhe der Wissenschaftlichen Erkenntnisse des 21 Jahrhunderts denn Prof Quante besorgt noch die Neufassung (Michael Quante ist Professor für Philosophie mit dem Schwerpunkt „Praktische Philosophie“ und Prorektor für Internationales und Transfer der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Von 2012 bis 2014 amtierte er als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Philosophie):

Der Verlag schreibt über den Grund das Buch nochmal editieren zu lassen:

Das Marx’sche Programm einer »Kritik der politischen Ökonomie « ist nach wie vor von gesellschaftlicher und philosophischer Relevanz. Unter dem Titel »Das Kapital« hat Karl Marx zu Lebzeiten 1867 das erste Buch des ersten Bandes zum »Produktionsprozess des Kapitals« vorgelegt. Schon in der ersten Auflage, die dieser neuen Studienausgabe zugrunde liegt, findet sich ein von Marx verfasster Anhang, in dem er das erste Kapitel verständlicher darstellen wollte (eine weiterentwickelte Version dieses Nachtrags bietet dann das erste Kapitel in der zweiten Auflage von 1872, das hier ebenfalls abgedruckt wird). Hintergrund dieser Modifikationen ist, dass Marx seine Wertlehre mittels philosophischer Kategorien und Modelle organisiert hat, die er aus der Philosophie Hegels übernahm. Der Schwerpunkt des Herausgeber-Kommentars liegt auf der Darstellung der philosophischen Dimension der Marx’schen Theoriebildung. Dazu werden einleitend die Pfade der Marx’schen Hegelrezeption sowie die systematischen Bezüge zwischen den Marx’schen Frühschriften und dem »Kapital« erläutert. Darüber hinaus werden in Form eines Stellenkommentars die zentralen philosophischen Kategorien und Theoreme des Marx’schen Hauptwerkes identifiziert und expliziert. So macht diese Neuausgabe nicht nur die Kontinuität des Marx’schen Denkens sichtbar, sondern auch deutlich, dass Marx’ Kritik der politischen Ökonomie ein der dialektischen Philosophie Hegels zutiefst verpflichtetes philosophisches Programm ist.

Karl Marx als Philosoph das Kapital Karl Marx als Philosoph

 

Eine Unterform der Honiglehre des Marxismus ist der

feministische Marxismus

In einem hübschen Übersichtsartikel schreibt Krautreporter über die Möglichkeiten den armen Marx ideologisch einzusetzen für den radikalen Feminismus. Ich denke Marx hätte zu Lebzeiten sich dagegen verwehrt. Aber vielleicht zeigt das auch die Qualität seiner Theorie, dass auch Seitenströmungen der Gesellschaftsbewegungen, wie der radikale Feminismus ihn als Gedankensteinbruch nutzen möchten.  Hier kommst du zum Artikel über feministischen Marxismus, link. der Ost-Berliner Autorin Luise Meier.

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter