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Kennzahlen Pflegewirtschaft Hamburg

Kennzahlen Pflege Hamburg
Written by Giovanni

Pflege in Hamburg – Kennzahlen

In einem spannenden Vortrag in der Handwerkskammer Hamburg haben der SOVD und der DGB, sprich VERDI aufgezeigt, wer in Hamburg die schwere Arbeit der Pflege leistet. Angefangen hat den Reigen der Wissenschaftler Claus Fussek.

Bundesweiter, hamburgweiter Pflegenotstand?

Der Dozent Fussek führte in seinem Impulsreferat aus, dass der Pflegenotstand schon viele Jahrzehnte bestünde und keinen Deut besser geworden sei.  Er fragt sich, warum es gesellschaftliche keine positive Entwicklung gäbe.  Er meinte es gäbe eine doppelte Angst-Schiene.  Wenn man die Pflegende in ihrer Arbeit bemängeln würde, hätte man Angst, dass fürderhin die Pflege für den Patienten schlechter werden könnte.  Die Patienten beschweren sich aus den gleichen Gründen nicht. Des weiteren gibt es eine Angst-Begründungs-Schiene, dass die Pflegenden Angst um ihren Job haben, wenn sie die Zustände bemängeln würden. Natürlich völliger Dummsinn, wenn man bedenkt, dass die Arbeitsmarkt für examinierte Pflegekräfte völlig leergefegt ist.  Er fragte auch, warum die Politik nicht besser mache. Eine gute Begründung konnte er dafür nicht abgeben, außer der das das Thema Pflege natürlich mega unsexy ist.

Je größer die Kohorte der älteren Mitbürger und Mitwähler wird, desto größer wird der Einfluß auf  die Pflegewirtschaft positiv sich entwickeln, wäre mal eine luzide Ableitung.  Das Problem liegt auch in der Altersstruktur der Deutschen Bevölkerung. Die Politiker waren zwar jeweils schon mal in einem Heim, Seniorenheim, aber natürlich nur dann, wenn alles auf Hochglanz gebracht worden ist.  Wie es in Wirklichkeit in der Pflege bestellt sei, das wollen die wohlversorgten Spitzenverdiener, jenseits der 100.000 € im Bundestag gar nicht wissen.  Natürlich hat Fussek auch recht, wenn er die MDK Qualitätswerte geisselt. Welchen Aussagegehalt hat so eine QM Instrument, wenn alle Heime und Seniorenwohnsitze eine eins vor dem Komma haben?  Gar keine !

Fussek endet mit dem Ausruf, dass es extrem würdelos sei und völlig unangemessen, wenn „Pflegebedürftige stundenlang in der Scheiße liegen lasse, weil man keine Zeitressourcen“ hätte. „Auch kann es nicht sein, dass man im Laufschritt über den Flur als Pflegekraft hetzen“ müsse, weil auf 100 Bewohner zwei Pflegekräfte eingeteilt seien.  Das Zauberwort in dem Zusammenhang ist ein angemessener Pflegeschlüssel.  Die Pflegeschlüssel sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Wer wer wissen möchte, kann hier weiterlesen.

Pflege-Kennzahlen (6)

Die Generation Y wird nicht in erster Linie den Berufswunsch examinierte Pflegekraft zu werden, haben. Der Job ist anspruchsvoll und intensiv. Sowohl in körperlicher Hinsicht, in emotionaler und seelischer Hinsicht. Weiterhin ist Schichtdienst zu tragen, mit Wochenende-Diensten. Das Ansehen in der Bevölkerung ist noch mittel, bis nicht der Werthaltigkeit der Arbeit entsprechend.

Was verdient man frau in der Pflege?

Faktisch ist eine Grundsäule der Pflege aber nicht der Azubi der als examinierte Pflegekraft mit 2.621 € brutto rechnen kann, wenn er in der Altenpflege arbeitet, sonder ein gewichtiger Teil der Pflegeleistung wird von mittelalten weiblichen Mitarbeitern in Teilzeit erbraucht. Das führte die VERDI Vertreterin aus. Wenn frau ungelernte Pflegekraft ist, dann verdient frau nur 1800 brutto.  In den personalwirtschaftlichen Vorschriften – Pflegeschlüssel – ist aber festgeschrieben, dass immer auch examinierte Pflegekräfte im Haus sein müssen, weil das zur Qualitätssicherung der Pflege dient. Immerhin ein kleiner Trost. Ganz schön ungerecht ist, dass die examinierte Pflegekraft im Krankenhaus mehr verdient, als im Altenheim. Laut Verdi sind das 3133 € plus eventueller Zuschläge für Nachtdienst oder Intensivstation. Macht eine delta x von 500 € brutto pro Monat versteht sich. Per anno sind das dann schon 6000 Euro Unterschied. Im Krankenhaus ist aber auch der Leistungsdruck für  das Pflegepersonal  deutlich höher, weil oftmals um das Leben des Kranken gerungen wird und die anweisenden Ärzte ein wichtiger Einflußgeber im System des Arbeitsgefüges ist.

Pflege-Kennzahlen Verdienst

Sollte die Pflege aus dem Kreislauf der Marktwirtschaft genommen werden?

Der Geschäftsführer des Freimaurer Seniorenheims Elisabeth, link,  in der Schanze Dr. Hans-Jürgen Wilhelm wagte die steile These, dass man die Pflegebezahlung für Pflegekräfte staatlich regeln solle, um den brutalen Marktmechanismen etwas entgegen zu setzen.  Er findet, dass man die Pflege dem marktwirtschaftlichen Arbeitsmarkt entziehen sollte, weil “ Pflege kein Produkt ist, für das man sich frei entscheiden kann, sondern ein Pflegebedarf entsteht“. Ob verfassungsrechtlich so eine Forderung überhaupt ernst zu nehmen sein kann, mag dahingestellt bleiben.  Insgesamt haben wir noch keine weitreichnenden Tendenzen in der Pflegewirtschaft dazu wahrgenommen. Die DDR zeigt uns doch, dass Planwirtschaft nicht wirklich gut funktioniert hat.  Der Hintergrund der Argumentation von Dr Wilhlem wird sein, dass die „reichen“ Pflegeheime, die einen hohen Anteil von privatzahlenden Klienten haben, auch bessere Gehälter für das Pflegepersonal zahlen können und damit den Markt der Arbeitskräfte zu einem Ungleichgewicht führen. Bei den anderen Trägern bleibt dann das Phänomen der „langen Nase“, denn die Sätze, die die von den Sozialämtern bekommen, sind nicht zum zuckerschlecken.

Pflege in Hamburg

Soziologische Betrachtung über die Pflegenden in Hamburg

Wie man sehen kann, unterschreichen die harten Zahlen einer großen wissenschaftlichen Untersuchung über die Bedürfnislage von Pflegenden in Hamburg die These von dem Pflegekritiker Fussek. Das nicht zu ändernde, die Arbeitszeiten, werden am wenigsten kritisiert. Am meisten wird der Zeitdruck kritisiert, zweite Priorität ist die überschaubare Bezahlung. Quelle VERDI.

 

Pflege Hamburg Wünsche

 

Warum arbeitet frau/mann in der Pflege?

über 60 % aller Mitarbeiterinnnen und Mitarbeiter in der Pflege arbeiten in der Pflege, weil sie bedürftigen Menschen helfen möchten.  Ich denke, dass man den Impuls auch gut ableiten kann aus der Mütterlichkeit der Teilzeitbeschäftigten, die wahrscheinlich zu 90 % selbst Mütter sind und so den sorgenden Aspekt der Kindererziehung übertragen auf die sorgende Curatel für die zu Pflegenden. Die Motivation in der Pflege in Hamburg zu arbeiten kommt also aus einem ehrenwerten und ethischen Aspekt  – dem altruistischen Helfen wollen.

Pflege-Kennzahlen Motivation

Kennzahlen stationäre Pflege Hamburg

Von den 23.000 Menschen, die in Hamburg in der Pflege arbeiten, sind 14.500 Teilzeitbeschäftigte = Frauen = 63,4 %. Diese Zahlen differenzieren sich nochmal in Alten- Seniorenheime: 12372 zu 10592 in der Ambulanz. In den 191 stationären Pflegeeinrichtungen arbeiten 13424 (2017) Davon die überwiegende Teil in Teilzeit 7138 Frauen.

Mitarbeiter. Bundesweit gibt es immerhin  3600 Altenheime die nach SGB XI zugelassen sind.

Kennzahlen ambulante Pflegedienste Hamburg

 

10.592 Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten in Hamburg. Bei den ambulanten Pflegediensten arbeiten 8573 Frauen und 2325 Männer, davon sind 7390 Menschen in Teilzeit beschäftigt bei den ambulanten Pflegediensten.

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter