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Körperkontakt

Körperkontakt
Written by Giovanni

Warum sind Körperkontakte zwischen Menschen so wichtig?

Der Mensch ist ein Wunderwesen, sein größtes Organ ist die Haut und innerhalb der Abgrenzung zum Außen, der Grenzschicht der Körpers gibt es viele Millionen Rezeptoren. Rezeptoren für Wärme, und Tastkörperchen. 800 Millionen Tastkörperchen soll ein normaler Mensch haben, um immer zu wissen, wo sein Körper in der Welt sich gerade befindet. Diese Rezeptoren zu affizieren, anzusprechen durch kuscheln, streicheln und stimulieren erfüllt uns nicht nur mit Wollust, sondern ist sicherlich einer der spannenden Energieflußpunkte in dem Leben von uns Menschen. Die Autoren des nachfolgenden Beitrags Titeln dann auch schlüssig: Fast Euch an.  

Nicht zuletzt mag der contact Improvisation dance auch so eine Ebene bedienen, wenn er auch deutlich andere Wirkkräfte freisetzt. Hier Infos

Es gibt sogar ein ganzes psychologisches Fachbuch zum Thema Körperkontakt, hier klicken.  Im Mai 2012 erschienen, kostet es 34 €.

Eigentlich braucht man Null und gar keine Wort verlieren, dass Körperkontakt, die nicht gestört und verstrahlt sind, wichtig ist. Warum umarmen sich die Franzosen bei jeder Begegnung?   Auch in dem Gedankenraum der Verabschiedung vom Leben – palliativ Care – gibt es die sogenannte Basale Stimmulation, um den Körper nochmal deutlicher spüren zu können.  Siehe auch Praefinal-Phase, link.  Letztendlich ist das nur die Fortführung des oben eingeführten Topos, Kontakt von Mensch zu Mensch, auch körperlich, ist pflegerisch eine Wohltat für denjenigen, der in ein neues Reich eintritt.

Deutschlandfunk Kultur hat dem Körperkontakt ein Feature gewidmet im Herbst 2018, link.  Es wird ein Buch vorgestellt von der Autorin von Thadden:

Eine Umarmung und ein bisschen Kuscheln: Nähe und Wärme sind existenziell für den Menschen, doch im Digitalzeitalter wird Körperkontakt immer seltener. In ihrem Buch warnt Elisabeth von Thadden vor einer „berührungslosen Gesellschaft“ link.

Dass es schon lange in einer gewissen Szene von naturnahen Menschen eine profunde Gegenbewegung gibt, zeigen die in Großstädten beheimateten Kuschelparties. Die gibt es in Köln im Tor28, in Berlin und in Hamburg.  Kuschelparties sind Zusammenkünfte  von Menschen, die Körperkontakt gut finden, ohne dass es ein sexuelles Treiben danach gibt, so erzählt man sich.  Link. In Berlin, der Stadt der vordenkenden Entwicklung gibt es eine eigene Institution mit dem Namen Kuschelraum mit diversen Veranstaltungen, link,  die sich gegen die Entkörperlichung von Gesellschaft richtet.

Bildrechte pixabay, link CC Prinz-Peter


 

Unsere Schutzhülle lässt uns rot oder blass werden und die Haare sträuben, sobald wir Angst haben oder uns etwas gegen den Strich geht. Und wenn wir „berührt“ werden, dann ist damit nicht nur der taktile Reiz beim Körperkontakt gemeint: Etwas dringt von außen bis ins Innerste vor.

Gesa, 31, Werbekauffrau aus München, weiß genau, wie sich das anfühlt: „Ich hatte schon viele längere Beziehungen. Mit Christoph ist das anders. Ich habe nicht den Wunsch, seine Hände von meinem Körper zu nehmen, weil sie schneller sind als mein Herz. Im wahrsten Sinne des Wortes berührt er mich. Christoph löst in mir den Wunsch aus, mich in ihm aufzulösen“, sagt sie. Doch so viel echte Nähe per wirklichem Körperkontakt will im Internet-Zeitalter, wo vermeintlich alles online frei Haus geliefert wird, erst gelernt sein.

 

 Fabian, 14, hockt mit seinen Buddies vorm Computer, sie beratschlagen, ob sie sich lieber CS oder TS reinziehen. Hinter den Kürzeln verbergen sich keine neuen Fast-Food-Kreationen, sondern Cybersex oder Telefonsex. „Wir finden das lustig“, gibt der Hamburger Gymnasiast zu. Keine Lust auf „echten“ Kontakt zu Mädchen, die er gut findet? Fabian zuckt die Schultern: „Doch, schon“, meint er. „Aber im Netz muss sich keiner ausliefern.“ Für ihn und seine Kumpels sind das alles „Übungen für den Ernstfall“. Genau den scheinen viele Junge dann möglichst schnell hinter sich bringen zu wollen, allerdings nur unter „Vollnarkose“.

 

DIE FURCHT VOR ABLEHNUNG MACHT ES SCHWIERIG

Was ganz schön abgebrüht klingt, scheint ein Zeichen neuer allgemeiner Verunsicherung zu sein. Für Elizabeth Brand, 52, Psychologin beim Coaching & Consulting Institute in Hamburg, äußert sich da die Orientierungslosigkeit jener vielen, die keinen Kontakt zu sich selbst haben – ob noch nicht oder nicht mehr. „Wer sich betäuben muss, um möglichst wenig zu empfinden, hat wenig Mitgefühl mit sich selbst“, sagt die Expertin. „Der Wunsch nach Nähe und Bindung ist ja vorhanden, aber viele wissen nicht, wie sie den Kontakt herstellen sollen. Vielleicht, weil sie es nie gelernt und Angst vor der Wucht ihrer eigenen Gefühle haben. Weil sie Nähe und Geborgenheit suchen, aber die Furcht vor Ablehnung zu groß ist. Wer auf jemand zugeht, muss sich ausliefern können. Und das fordert Mut und Selbstvertrauen“, sagt Elizabeth Brand.

Die Verunsicherung der jüngeren Generation hält auch sie für ein Phänomen des World Wide Web, in dem viele Intimitäten ausgetauscht werden, ohne dass es zu einer echten Begegnung kommt. „Diesen realen Schritt aber braucht man, um berühren zu können und berührt zu werden – mit allen Begleiterscheinungen des vorsichtigen Annäherns wie Schmetterlingen im Bauch und vor Aufregung flauem Magen“, sagt die Psychologin.

 

Man muss sie dann aber auch zulassen können, die Berührungen. Nicht nur am Anfang, sondern vor allem in längeren Beziehungen. Wie fühlt sie sich denn noch an, die Haut des Partners? Wann hat man zuletzt seine Hand über den Rücken des anderen wandern lassen? Wann Arm in Arm einen Spaziergang gemacht oder „gekuschelt“?

Händchenhalten beruhigt, haben Wissenschaftler in einem Experiment herausgefunden. Sie versetzten verheirateten Frauen leichte Stromstöße und scannten ihre Gehirnaktivität. Der Stress ließ nach, sobald sie die beruhigende Hand des Partners halten konnten. Warum also nicht öfter? Frischverliebte, so die Statistik, streicheln sich 38,9-mal am Tag. Nach wenigen Jahren schrumpft die Zahl auf Promillewerte.

Von einem „Secondhand-Leben“ sprechen die beiden Autorinnen Marion Grillparzer, 50, und Susanne Wendel, 39, in ihrem neuen Ratgeber „Der Feelgood-Faktor“ und verdeutlichen, wie sehr man es heute verlernen kann, anzufassen. Obst wird nicht abgetastet, weil es oft eingeschweißt ist, statt Briefe zu schreiben, verschicken wir lieber Mails oder simsen per Smartphone. „Heute ist alles ein bisschen kühler, distanzierter, hektischer, fremder“, finden die Autorinnen. Auch im zwischenmenschlichen Bereich, sagt Psychologin Brand: „Wir haben immer weniger Gespür dafür, wie viel Nähe, Kontakt, Berührung sich richtig anfühlt.“ Und sie bedauert, dass wir keinen Sensor haben, der einen Berührungsmangel meldet. Der schleicht sich langsam ein – und viele merken erst in einer neuen, berührungsintensiveren Partnerschaft, was sie verpasst haben.
ES GIBT LICHT AM ENDE DES TUNNELS.

„Der erste Schritt: Bedürfnisse wahrzunehmen und zu erkennen, welche Ersatzbefriedigungen man sich zugelegt hat mit Internet, Arbeit oder exzessivem Sport- oder Fitnessprogrammen“, sagt die Expertin. Angebote zum Fühlen-Lernen gibt es genug. En vogue sind etwa „Naturprogramme“ – also zum Beispiel barfuß durch das Wattenmeer laufen, Bäume umarmen, blind im Fels kraxeln oder einfach nur eine Nacht im Freien verbringen. Bis man wieder (oder erstmals) den Mut findet, sich auszuliefern, verletzbar zu machen. Und auf das Glück zu hoffen, jemandem zu begegnen, der einen wirklich berühr

3 Therapien: Von Floaten bis Tantra

 

Berührung beruhigt, entstresst, heilt. Mit folgenden drei Therapien können Sie Ihren Körpersinn sensibilisieren
1. Floaten in mit warmem Salzwasser gefüllten Floating-Tanks ist in der Wellness-Szene der Geheimtipp. Wie Neurowissenschaftler schon in den 50er-Jahren feststellten, ist das schwerelose Schweben im Wasser verbunden mit vollkommener Ruhe und Dunkelheit die Kombination, die nachweislich Stresshormone senkt, Muskeln lockert und zu einer Tiefenentspannung führt.

2. Jin Shin Jyutsu, auch „Kunst des Strömens“ genannt, ist eine aus Japan stammende Heilkunst, die dazu führt, dass die Energieströme im Körper harmonisiert werden. Die Idee dahinter? Auf den Energieströmen liegen 26 „Sicherheits-Energieschlösser“, also Punkte, die der Therapeut berühren muss, um die Energie wieder zum Fließen zu bringen.

3. Tantra klingt nach Sex, ist aber eine Liebesschule, die Achtsamkeit lehrt und zu einem tieferen Körperbewusstsein führen soll. Also alle Fantasien weglassen und sich mit ganz viel Zeit nur auf seinen Körper und den Körper des anderen konzentrieren. Es beginnt mit einem gemeinsamen Reinigungsritual. Danach bewegt der Massierende seine Hände über den Körper des Partners, ganz langsam, mit viel Öl streichelnd, kreisend, vibrierend, drückend. Eine Massage in Zeitlupe, die zu Sinnesexplosionen führen kann.

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter