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Künstler Selbständigkeit Corona

Corona Selbstständigkeit
Written by Giovanni

Was passiert mit den Heerscharen von freien Künstlern, wie zum Beispiel Kunsttherapeuten, Kunstvermittlern in den Kunthallen, Kleindarstellern bei der Oper, freien Mitarbeitern bei großen Filmproduktionen – der Großteil- Therapeuten wenn dank der Corona-Pandemie ihre Auftraggeber von jetzt auf gleich jegliche Aufträge einstellen?

Juristische Betrachtung der Selbstständigkeit

Juristisch ist das relativ brutal und einfach:  Kein Auftrag – kein Anspruch auf Leistungsentgeld.  Auch lange Auftragsbeziehungen von „festen Freien“ zeitigen keinen Anspruch auf weitere Beschäftigung.  Genau das kennzeichnet den Unterschied zwischen Freelanzern, freien Mitarbeitern und festen Angestellten:  im Festanstellungsverhältnis gibt es die Lohnfortzahlung von 6 Wochen, die im Lohnfortzahlungs-Gesetz verankert ist, korrekt heißt das Entgeldforzahlungs-Gesetz link.  Man konnte sich bisher gegen Krankheiten versichern, aber gegen höhere Gewalt kann man sich nach m.E. nicht versichern. Es fragt sich, wie man den Freischaffenden, Künstlern Lehrern jetzt konkret helfen kann. (Die LINKEN Fraktion aus Berlin wünscht sich ein Grundeinkommen von 1500 €. Auch weil die bisherigen Stützungsmaßnahmen, wie Kurzarbeitergeld keine Anspruchsgrundlage für Künstler Freelanzer bilden.)

Faktisch gibt es aber für jeden Menschen zwei Schutzschirme. Wenn die Selbstständigen freiwillig in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, erwächst ihnen sofort ein Anspruch aus diesem Versicherungsverhältnis.  Wenn alle Stricke reißen, gibt es noch die Grundsicherung, die dafür eingerichtet wurde, dass jeden Mensch und jeder Künstler einen Anspruch auf existentielle Sicherung hat. Wie man im Netz lesen kann sind inzwischen formlose Anträge auf Grundsicherung möglich an die Grundsicherungsämter.

Hilfe aus Berlin für Künstler und Selbstständige

Die Bundesregierung hat zusammen mit den Regierungschefs ein riesiges Hilfspaket für Künstler, Kulturschaffende und Selbstständige geschaffen. Das Paket umfasst Milliarden Euro. Allerdings sind die Behörden noch am Einrichten der zuständigen Ämter, die für die Auszahlung zuständig sind, schreibt ZEIT online am 24.3.2020, link. Aus Berlin hört man, dass die Gelder nächste Woche verfügbar sein sollen. Wenn man bedenkt, dass es öffentliche Veranstaltungen jetzt schon fast einen Monat nicht mehr gibt, sollte man auf Behördenseite in Hamburg jetzt schnell die notwendigen Strukturen schaffen. Der Finanzminister verkündet, dass diese Nothilfe zwar ein Geschenk zu Stützung der Strukturen sei, aber selbstverständlich am Ende des Jahre als Einnahme versteuert werden muss.

Wo kann man Anträge auf Sofort-Hilfe für Selbstständige stellen in Hamburg

Zuständig für die Bearbeitung der Soforthilfe für Selbstständige ist die IFB-Hamburg. Einfach diesem Link folgen. Die Antragsformulare online sollen ab Donnerstag, den 26.03.2020 freigeschaltet sein. Wir zitieren aus deren Rubrik Aktuelles:
Die Hamburger Corona Soforthilfe (HCS)
Unbürokratische Zuschüsse für kleine und mittlere Betriebe und Freiberufler aus Hamburg, die von den städtischen Corona-Allgemeinverfügungen betroffen sind und unmittelbar in existenzgefährdende Liquiditätsengpässe geraten sind. Der HCS Zuschuss ist nicht rückzahlbar und soll nach der Zahl der Beschäftigten gestaffelt werden. Geplant ist, dass Solo-Selbständige 2.500 Euro und Unternehmen 5.000 bis max. 25.000 Euro erhalten.

Steuererleichterungen für Selbstständige

Wenn Du so viel Geld als Selbstständiger verdient hast, dass du eine Steuervorauszahlung leisten musst pro Monat, dann kannst du bei der Finanzbehörde einen Antrag auf Stundung stellen. Das ist auch ein Teil der Berliner Vereinbarungen.

Außerdem habe ich eine Petition gesehen die zu einer probaten Lösung der brutalen Auftragslosigkeit der Freelanzer führen soll, die wir im Wortlaut hier on-air stellen. 204.000 Unterstützer haben inzwischen die online-Petition unterzeichnet.(Stand 17.3.2020) Welche konkrete Lösung die Bundesregierung gerade anbietet, ist mir unklar. Ich weiß, dass der Kultursenator der Stadt Hamburg sich für eine Existenzsicherung einsetzt. Insbesondere für die Theaterschaffenden will sich der Kultursenator mit einen Notfond einsetzen (16.03.2020). Wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, link, sind 2.2 Mio Menschen als Selbstständige in Deutschland bei den Steuerbehörden verzeichnet. STATISTA schreibt, dass es Deutschland zur Zeit 45,23 Millionen Erwerbstätige mit Wohnsitz in Deutschland registriert sind. (Stand Januar 2020)

Existenzsicherung für Künstler und Selbstständige

 

Herausgeber ist die Plattform openPetition:

das Coronavirus hat zurzeit großen Einfluss auf fast alle Bereiche unseres Lebens. Neben gesundheitlicher Bedenken leiden viele Branchen an erheblichen wirtschaftlichen Einbußen. Konzerte, Events, Aufführungen – nach und nach werden alle großen, aber auch kleinen Veranstaltungen bis auf Weiteres abgesagt. Freiberufler und Kunstschaffende stehen vor der Frage, wie sie ihre Existenz sichern.

Hilfsmaßnahmen wurden zwar schon angekündigt – bisher konzentriert sich die Bundesregierung aber vor allem auf Banken und Firmen. Jan Böhmermann twitterte: „Kultur und Kunst sind kein Luxus. Wer Banken rettet, muss auch jetzt helfen!“ Die Coronakrise macht deutlich, wie zerbrechlich die Kulturszene ist. Daher fordern Freiberufler und Kunstschaffende aus ganz Deutschland Finanzhilfen von Bundes- und Landesregierungen, bevor ganze Branchenzweige zusammenbrechen – unterstützen Sie sie?

Hier geht’s zur Petition “Corona-Shutdown: Hilfen für Freiberufler & Kunstschaffende”

Sie sind der Meinung, dass Finanzhilfen für Freiberufler und Kunstschaffende nicht zielführend oder unnötig sind? Oder haben Sie einen alternativen Vorschlag? In einer Demokratie zählt jede Stimme! Tauschen Sie Argumente im Debattenraum der Petition auf openPetition aus – egal ob Pro oder Contra!

Jetzt im Debattenraum Stellung beziehen

Wir haben zu dieser Petition einen Post auf Facebook und Twitter veröffentlicht. Teilen Sie dieses mitsamt der Petition, um noch mehr Menschen zu informieren:

Schön, dass Sie sich aktiv beteiligen. Bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße
Jessica Seip, Redakteurin bei openPetition

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter