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Liebe und Tod

ein interessanter Gedankenberg ist geschrieben worden von „Garten der Liebe“. Hier deren Facebookseite, link.


Zitat:

„Liebe und Tod

Liebe und Tod gehen Hand in Hand. Ohne die Erfahrung des Sterbens kann ich nicht Liebe erfahren. Habe ich Liebe erfahren, verliert der Tod seinen Stachel, weil die Liebe ihn überwunden hat.
Der Tod ist nichts anderes als der Wächter zum Formlosen, Wahrhaftigem, zur Transzendenz.
Beide, Liebe und Tod, fordern denselben Preis, das Ego, und die damit verbundene Illusion der Trennung. Liebe ist ein Hinsterben zum großen, allumfasenden Herzen, welches uns verbindet. Einmal darin eingebettet, beginnen wir zu leben. Freiheit und Weite eröffnen sich, das geheimnislose Geheimnis ist gelüftet.
Wie erreicht man diese Pforte?

Der Gegenpol der Liebe ist Angst. Die Quelle aller Ängste ist die Angst vor dem Tod. Wir wenden daher eine Unmenge an Energie auf, um dieser Angst aus dem Weg zu gehen, sie zu vermeiden. Unser Ego entwickelt dabei die tollsten Abwehrstrategien und Vermeidungstechniken, verbunden mit etlichen Sicherheitsillusionen. Das schneidet uns vom wahren Leben, von der Liebe, die wir sind, ab.
Wir haben jedoch in uns zwei wunderbare Antriebskräfte, die uns den Weg in die Liebe ebnen – Sehnsucht und Mut. „Wenn die Sehnsucht größer als die Angst ist, wird Mut geboren“, sagte mal Rainer Maria Rilke. Und unsere Reise Richtung Freiheit nimmt ihren Lauf. Der Sehnsucht folgen heisst dem Herzen folgen und Mut lässt uns unzählige kleine Tode sterben und ist der Schlüssel zu unzähligen inneren Pforten.
Habe ich Mut meiner Angst zu begegnen, Ja zu sagen und sie willkommen zu heißen, wächst in mir die Bereitschaft, sie zu verstehen. Dadurch wächst das Vertrauen und die Bereitschaft, mich zu öffnen. Öffne ich mich, vermag ich mich fallen zu lassen. Lass ich mich fallen, gebe ich mich hin. Indem ich mich hingebe, sterbe ich – in die Liebe. Hier schließt sich der Kreis.
Nun ist der Tod kein Feind mehr, den es zu bekämpfen gilt. Ich habe seinen Sinn erkannt, als Erwecker, Wandler und Schlüssel zur Lebendigkeit. Erst dann erfahren wir Frieden, Freiheit und die Fülle des Lebens. Wir erkennen, dass das, was wir sind, niemals stirbt. Liebe und Tod gehen Hand in Hand.

Goran Ivetic

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Bildrechte pixabay CC  klimkin

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter