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sexuelle Lust bei Frauen

Libidoforschung: sexuelle Lust bei Mädels

Was wollen Mädels beim Sex wirklich, bzw. wie sind die Gefühls- Begeherensstimuli zu bewerten?

Ich finde die sexuellen Ausschweifungen können den Romanfiguren und der Berliner, Frankfurter, Münchner  Avangarde vorbehalten bleiben. Auch die Einnahme von biochemischen Substanzen, die in den Hormonhaushalt der Frau eingreifen, um deren Lust zu steigern, ist a) pervers und  b) vor allen Dingen eine Wunsch der Männerwelt. Bei einer gesundern Beziehung zwischen Mann und Frau steigert sich die Lust ohne Pillen, weil man aufgrund der Lebenswellen nicht alle Zeit zusammen verbringen kann und selbst wenn man in einsamen schwedischen See auf einer kleinen Insel lebte, würde die Lust sich nicht abnutzen.
Nur bei unseren heutigen degenerierten Menschenwesen, die durch ständige Werbeimpluse und sonstige diabolische Verführungen in die Irre gefüht werden, kommt es zu Fehlsteuerungen des Lust-Zentrums.
Die FAZ und die FAZ am Sonntag sind nachdrücklich zu empfehlende Zeitungen, ob in der alten Papierform, oder als digitales Abo. Hier der Link.
Die FAS schreibt:…….

09.08.2015, von SONJA KASTILAN

Ihre Libido stellt sie sich vor wie eine Frau, die wachsen und dicker werden kann. Findet sie einen Mann attraktiv, drängt sich die Begierde vor und fängt an, sich aufzublähen. „Ich kann den Typen kaum noch sehen, hüpfe hoch und versuche ihr über die Schulter zu gucken, frage mich nur noch: Was macht die da schon wieder?!“, staunt eine Autorin in der Erstausgabe des Magazins Séparée über sich und ihr anderes Ich. Bleibt sie vernünftig und fährt allein mit ihrer Libidofrau nach Hause, macht sich die im Bett so breit, dass an Schlaf nicht zu denken ist. Also gibt sie ihr ein Betthupferl.

Welcher Art, wird nicht verraten. Séparée liefert an anderer Stelle genügend stimulierende Bilder und Geschichten für das Kopfkino. Das Hochglanzmagazin will ausdrücklich der weiblichen Lust dienen. Einem Mysterium. Im Laufe der Geschichte hat sie schon vielerlei Gestalt annehmen müssen, fast immer wurde sie dabei in ein enges gesellschaftliches Korsett geschnürt. Auch in Europa wünschte man sich Mädchen und Frauen tugendhaft zurückhaltend, nur der Ehe und Mutterschaft verpflichtet. Verhielten sie sich irgendwie lasziv, galten sie schnell als nymphoman und behandlungsbedürftig. Selbst wenn Frauen heute darauf bestehen, ihre Vorstellungen auszuleben, sind sie selten so frei von äußeren Einflüssen, wie sie es vielleicht gerne wären.

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Die Facetten der Begierde

Oft ist es die Angst, die Frauen hemmt, ihrer Lust nachzugeben. Oder Scham. Die Unkenntnis des eigenen Körpers kann ihr Empfinden stören. Außerdem folgen Frauen wie Männer noch den traditionellen Mustern und wagen nur zögernd einen Ausbruch. Neben psychischen, sozialen und gesellschaftlichen Faktoren wirken zig weitere auf das Sexualleben ein. Man könnte von einem komplexen, multidimensionalen Mosaik sprechen, in dem alle Sinne ihren Platz haben, Hormone und Neurotransmitter, Nerven- und Blutbahnen, Muskelstränge, das Gehirn und jede Menge Rezeptoren mitsamt den entsprechenden Botenstoffen. Nicht zu vergessen die jeweiligen Genvarianten und epigenetischen Prägungen, die ein Individuum formen. Stress und Beziehungen wirken drauf ein, Erfahrungen färben ab, und so entwickelt jede Frau ihr eigenes Repertoire. Die eine liebt es dann vielleicht nur im Dunkeln, die andere ist eher exhibitionistisch veranlagt, mag es sanft oder animalisch wild.

Dass weibliche Lust facettenreich, individuell und eigentlich nicht zu fassen ist, wissen die Séparée-Chefredakteurinnen Ute Gliwa und Janina Gatzky. Die Freundinnen, beide Anfang 40, haben sich vor zwei Jahren spontan entschlossen, ein Erotikmagazin für Frauen herauszugeben, inzwischen ist Heft Nummer 5 im Handel. In überraschend offenen Gesprächen und aus Briefen erfahren sie so einiges über die Intimsphäre ihrer Leserinnen und Leser. Wünsche werden darin klar formuliert. „Wir wollen inspirieren, aber niemandem etwas aufzwingen“, erklärt Ute Gliwa das Konzept. Ein Thema wie „der weibliche Beckenboden“ wird zwar relativ technisch angegangen, doch man will weniger den Ratgeber spielen, sondern anregen. Und sympathische Kerle nackt zeigen. „Zum Beispiel schön ins Licht gesetzt auf einem Segelboot“, freut sich Gliwa über ein gelungenes Shooting auf der Spree. Wünschen sie es, erhalten Abonnenten ihr Exemplar im blickdichten Umschlag; das Magazin mit 20.000 Auflage verkauft sich aber auch frei im Bahnhofsbuchhandel ganz gut. Offenbar kommt das Motto an: Eine Frau soll tun, was ihr gefällt – nicht irgendetwas, um dem Mann zu gefallen.

Streit um die Lustpille

Was Frauen wirklich wollen, ist eine Frage, die schon zahlreiche Bücher mit möglichen Antworten zu Bestsellern gemacht hat. Heute stellt sie sich neu. Unter anderem den Pharmazeuten: Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA erwägt gerade, eine Lustpille für die Frau zuzulassen. Sie firmiert salopp als „Pink Viagra“, obwohl sie ganz anders wirkt als die Potenzpille für den Mann. Die Substanz Flibanserin fördert nicht den Blutfluss in das Geschlechtsorgan, sondern greift über Serotonin- und Dopamin-Rezeptoren in die Hirnchemie ein, soll so den Unterleib beeinflussen. Nach einer aktuellen Erhebung würden knapp zwei Drittel der befragten Deutschen eine Zulassung begrüßen. Aber es gibt auch skeptische Stimmen. Die Frankfurter Soziologin Margrit Brückner beispielsweise befürchtet, dass den Frauen durch solche Mittel ein sexueller Erfolgsdruck aufgebürdet wird. Kein unbegründeter Verdacht: In der Umfrage sprachen sich deutlich mehr Männer als Frauen für die Lustpille aus, die täglich einzunehmen wäre und nicht nur bei Bedarf.

Flibanserin war ursprünglich als Antidepressivum gedacht, weitere Substanzen mit ähnlichem Ansatz sind in der Entwicklung. Sie werden teilweise mit dem Hormon Testosteron kombiniert. Welche grundlegende Rolle dieses für weibliche Sexualität und Erregung spielt, untersucht Biochemiker Abdulmaged Traish an der Boston University School of Medicine. Bedenken, dass Lust beziehungsweise die sexuelle Dysfunktion zu einem rein biochemischen Problem reduziert werden könnte, hat er nicht. Natürlich müsse man die Beziehung berücksichtigen: „Was nützt ihr alle Lust, wenn sie in einer schlechten Partnerschaft lebt?“ Käme jetzt ein erstes Hilfsmittel auf den Markt, das in der Anwendung sicher sei, hätten Frauen zumindest eine Wahl. Und wer, wenn nicht die Frauen selbst, sollten sich wünschen, dass ihre Sexualität und etwaige Schwierigkeiten endlich erforscht und ernst genommen werden?

Weiter geht es hier…..bei der ‚Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Sonntag

Quelle: F.A.S.

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter