aa -Tagesimpulse Medizin

Medizin-Tourismus

In dem Newsletter von Steingarts Morning Briefing ist ein Start-Up Unternehmen vorgestellt worden, dass als Geschäftsidee hat, die Bedürfnisse, needs, von Patienten zu matchen mit den medizinischen Behandlungsmöglichkeiten in anderen Ländern. Das Portal heißt: www.qunomedical.com/

Webadresse : https://www.qunomedical.com/de/?currency=EUR, link.  Das Thema dieses Vermittlungsportals heißt

Medizin-Tourismus

Wer sich detailliert mit den Grundweichenstellungen beschäftigen möchte, der kann hier einen Tech-Podcast mit der Gründerin hören, link.  Wir sollten uns allerdings fragen, ob dieser Medizin-Tourismus die richtige Weichenstellung für ein Gesundheitssystem in Deutschland sein kann. Natürlich zahlt die Krankenkasse die Eingriffe im Ausland nicht, oder doch? Der Jurist sagt wahrscheinlich: „Kommt drauf an“.  Im Grunde genommen muss die Deutsche Medizinlandschaft eine Versorgungssicherheit für die Krankenkassen-Nutzer, Mitglieder gewährleisten. Das ist die Grundaufgabe der gesamten Krankenhaus- und Medizin-Infrastruktur, einschließlich der kohärenten Kostenträger-Strukturen durch die Krankenkassen und die GOÄ und die Abrechnungssätze der Krankenhäuser, DRGs.

Ist Medizin-Tourismus ethisch vertretbar?

Medizintourismus ist eine Ausprägung von global village, die die unterschiedlichsten Lohnstrukturen in den verschiedenen Ländern ausnutzt. Warum werden die meisten Kleidungsstücke in Indien und Bangladesh gefertigt?  Weil die Löhne dort extremst günstig sind und es sich um Entwicklungsländer handelt.  Wie bei jeder Kaufentscheidung gibt es beim Medizin-Tourismus eine wesentliche Weichenstellung zu beachten, die wir bei T-Shirts nicht beachten zu brauchen. Die Qualität des Produktes, bzw. der Dienstleistung.  Ist ein Naht beim T-Shirt verrutscht, dann wird es im QM-Prozeß von H&M, Peek& Cloopenburg oder den üblichen Billigheimern aussortiert, oder der Kunde merkt es schon beim Einkaufen, dass das Produkt mangelhaft ist. Dazu gibt es im BGB auch eine umfangreiche Regelung, dass Minderung oder Schadensersatz gezahlt werden muss.  Anders ist es bei Medizin-Dienstleistungen. Wenn hier der Eingriff misslingt, dann wäre es schon schön, wenn man auf einer Intensivstation in Deutschland mit dem höchsten Qualitäts-Standards landen würde. Ob dieses Standards auch im Ausland vorgehalten werden muss massiv als fraglich in den Raum gestellt werden.  Auch ist die Chance ein ausländisches Krankenhaus auf Behandlungsfehler zu verklagen wahrscheinlich bei 0 % anzusiedeln.  Unser Ratschlag wäre:  Bei trivialen Operationen, wie Zahnbehandlungen kann man sich überlegen, ob man die polnische Variante in Erwägung zieht.  Bei schwerwiegenden Operationen sollte man dreimal überlegen auch im Hinblick auf den o.g. Gesichtspunkt, dass es in Deutschland qua gesetzlicher Verpflichtung eine Behandlungspflicht in den Deutschen Krankenhäusern bzw. Deutschen Fachzentren gibt. Genau dafür zahlen wir ja die sportlichen Krankenkassenbeiträge.

Ein milliardenschwerer Markt schreibt der Journalist Steingart:

„Der Medizintourismus boomt. Schätzungen zufolge reisen jährlich 30-50 Millionen Menschen zu medizinischen Behandlungen in andere Länder. Das Marktvolumen für solche Angebote: bis zu 92 Milliarden US-Dollar. Die Patienten hoffen, für Routine-Eingriffe im Ausland nur einen Bruchteil zu zahlen. Möglich wird der Medizintourismus durch neue digitale Plattformen wie „Quonomedical“. Genauso wie Airbnb Ferienwohnungen vermittelt, bringt dieses Start-up Patienten und Ärzte aus mehr als 35 Ländern zusammen. Quonomedical-Gründerin Dr. Sophie Chung glaubt, dass digitale Plattformen Patienten helfen können, sich verlässlich über Operationen zu informieren„:

Bildrechte pixabay CC  Vithas

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter