aa -Tagesimpulse Psychologie

Midlife crises

Midlife crises – welchen Erwartungshorizont haben wir in der zweiten Lebenshälfte?

Ein Artikel aus der Berliner Zeitung, hier der LINK.  Die Studie hat nur 700 Teilnehmer und ist damit nicht repräsentativ. Als vehementer Schematismen-Ablehner finden wir  den Artikel relativ sinnbefreit, weil die gleichen Phänomene sich in anderen Alterskohorten ebenso nachweisen ließen, wenn man die Probanden geschickt genug befragt. Das Sinnstiftung unser Leben bewegen sollte, ist eine moralische Implikation, die altersunabhängig durch unser Leben walten sollte. Die Sinnfrage kann unser Leben mit 20 Jahren beherrschen, beim Berufseinstieg, in der Lebensmitte, oder am Ende der Berufstätigkeit,oder in der Leidesphase am Lebensende. Je früher man sie für sich beantwortet hat, um so besser ist es. Sinnbefreit durchs Leben zu gleiten mag auch eine Lebenseinstellung sein, aber das „Streben wozu“ ist eine Leitfrage der Lebensführung.

Laut der Umfrage des „BWL-Professors“ an einer Privatuni in Köln sollen statistisch betrachtet mehr Männer positiv in die zweite Lebenshälfte schauen, als Frauen.

Ah ja,  liegt ja wohl an jedem selbst, wie er sein Leben deichselt.  Die Modulatoren Deines Lebens hast du in der Hand und dazu brauchst du nicht auf deinen Lebensalterszähler zu schauen.

Der wichtigste Satz in der BZ lautet:  „In der Psychologie wird der Begriff midlifecrises nicht verwendet, weil megaunscharf. Damit könnten wir diese Begrifflichkeit auch gänzlich aus unserem Vokabular streichen.

Das Leben neu atmen in der Mitte des Lebens

Es bleibt aber das Phänomen, dass insbesondere Männer auf dem Weg in die zweite Lebenshälfte manchmal ihr gesamtes Setting über den Haufen werfen, um nochmal neu zu beginnen, meistens mit einer deutlich jüngeren Frau. Hintergrund könnte ein untauglicher oder gar auch ein tauglicher Versuch sein seine Jugendlichkeit zu perpetuieren. Unschön ist das, weil die Ehefrauen geschieden werden und am Wegesrand übrig bleiben, manchmal sogar mit den Kindern als Alleinerziehende ein schweres Los zu tragen haben, während sich der männliche Gockel davonfliegend ein neues Leben aufgebaut hat. Wie man mit Gerechtigkeit des Lebens und Moral so zurecht kommt, mag ausdrücklich dahingestellt bleiben.

 


 

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter