aa -Tagesimpulse neuste Gedanken-Impulse

Müllgesellschaft Deutschland

Müll Deutschland
Written by Giovanni

Das Umweltbundesamt erhebt erhellende amtliche Statistiken über des Deutschen Müllverhalten. Die Zahlen für 2017 sind pervers und erschreckend. 107 Kilogramm Müll soll ein Durchschnittsmensch in 2017 verursacht haben. In keinster Weise ist von einem Rückgang des Müllverbrauchs zu sprechen. STATISTA, link,  hat uns die Verbrauchswerte aufbereitet. Offensichtlich sind die Deutschen nicht wirklich in der ganzen Breite auf dem Weg in einen umweltorientierte, nachhaltig-denkende Gesellschaft.  Die Deutschen sind Müll-Verursacher mit wachsender Tendenz. Die FAZ postuliert, dass das Müllvolumen sich verdoppeln könnte bis 2030. Hier ein Bericht der SZ- Süddeutschen Zeitung, link. Das die Politik nicht etwa die Interessen der nachhaltigen Bewirtschaftung unsere Landes vertritt, zeigt eine schöne Statistik, hier weiterlesen.

Einordnung der Müllzahlen im Lichte der Wiederverwertung

Spannend wäre allerdings zu wissen, wie der Anteil der Wiederverwertung ist.

1) Bezüglich Papier, der größten Säule im STATISTA-Diagramm, sind die Recycling-Quoten in Deutschland super gut. Immerhin 75 %. Dass man Hygiene Papier nicht gut in den Wiederverwertungsprozeß integrieren kann, versteht sich von selbst. Die Statistiken stammen vom Bundesumweltamt. Durch Draufklicken werden sie größer und lesbar.

Papier Recycling Quote Deutschland Bundesumweltamt Papiererzeugung_Müll

2) Bezüglich Plastik sind die Wiederverwertungs-Quoten erbärmlich. Ein Großteil des Plastik-Mülls wird verbrannt oder in die dritte Welt exportiert. Das ist völlig inakzeptabel. China hat schon ein Import-Verbot für Müll erlassen. Ob die das lückenlos kontrollieren, bleibt dahingestellt und solange es noch viele Entwicklungsländer gibt, die kaum eigene Wertschöpfung betreiben können, wird es immer Importmöglichkeiten geben. Dazu sollte Deutschland und die EU ein Export-Verbot erlassen. Die FAZ schreibt im Herbst 2018, dass der Anteil der Plastik-Wiederverwertung bei 30 % liegt. Der Artikel ist betitelt mit Generation Plastik, link. Die Bundesregierung hat sich lang und breit im Jänner 2019 ausgelassen zu den Erfolgen, die die Deutschen angeblich errungen haben im Recyceln, link. Basis für dieses Statement zum Müllproblem ist eine Studie aus Wuppertal, die von sehr geringen Wiederverwertungsquoten spricht, link. Der Spiegel hat diese wissenschaftliche Studie als Aufmacher auf der „eins“ genommen mit dem Titel „Mogelpackung“- Heft 4 aus 2019.

 

3) Bezüglich Glas sind die Recycling-Quoten in Deutschland super hoch und kaum noch steigerbar, sprich über 85 %, link. Dafür gibt es 250.000 Altglas-Container in Deutschland.

Recycling Glas -Umweltbundesamt

Der Handlungs-Störer muss haften

Die Maxime ist ganz einfach zu denken: Wer den Müll produziert und im Handel einsetzt, der ist auch letztendlich und abschließend dafür verantwortlich, dass der Müll im eigenen Land wiederverwertet wird, oder entsorgt wird in einer „thermischen Verwertung“ wie die Abfallwirtschaft so euphemistisch schreibt.

Der beste Weg zum Umweltproblem Müll ist, ihn nicht entstehen zu lassen.

Der goldene Weg für eine nachhaltige Umwelt-Lebens-Führung ist, dass man möglichst Müll vermeidet. In Großstädten wie Berlin, link,  oder Hamburg, link,  gibt es Einzelhändler für Lebensmittel, die verpackungslos verkaufen. Das Umweltministerium will Plastik-Tüten gänzlich in 2020 verbieten. In dem nicht eindeutigen, zurückhaltenden und halbgaren Handeln des Umwelt-Ministeriums wird die Basis gelegt für den gigantischen Wahlerfolg, den die Grünen bei der nächsten Bundestagswahl erlangen werden. Ganz spannend ist, dass sich die Mineralwasser-Abfüller Gedanken machen, wie man den Anteil der PET_Flaschen, = Plastikflaschen vermindern könne. Hier ein aktueller Bericht im Handelsblatt aus November 2019, link. Es bewegt sich doch ein klein bisschen was auf Seiten der Müll-Verursacher-Industrie.

Vor 2 Jahren haben wir schon über die Bemühungen in Deutschland geschrieben, dem Müll-Berg von Plastik-Müll Herr zu werden, link. Offensichtlich sind die Trompeten-Töne der EU aus 2018 auch nicht wirklich in Wirkmächtigkeit umgemünzt worden. Vielleicht weil Politik-Entscheider immer Rücksicht auf die Belange der Wirtschaft nehmen?

Bildrechte STATISTA, link.

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter