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neue Friedhofsformen

Steuobsthain
Written by Giovanni

auf dem „Neuen Harburger Friedhof“ habe ich eine romantisch-schöne-naturverbundene neue Begräbniswiese entdeckt – die Streuobsthain.

Der neue Friedhof Harburg wurde schon Ende des 19. Jahrhunderts geschaffen.  Die Bebauung mit einer Feierhalle von 200 Plätzen und einem eigenen Abschiedsraum geht auf das Jahr 1962 zurück. Leider hat der Friedhof keine eigene Website. Schon strange im Zeitalter der vollumfänglichen Digitalisierung. Der Friedhof ist in einer leicht hügeligen Landschaft gebaut, man muss schon einen kleinen Berg beschreiten, wenn man den verschlungenen und unübersichtlichen Wegen folgt. Hier klicken für weitere Bilder und Informationen zum neuen Friedhof Harburg, link.

Steuobstwiese als neue Grabstätte Form von Begräbnisort

Sehr schön finde ich die Idee mit einer Streuobstwiese Urnenbeisetzungen zu ermöglichen. Da hat jemand in der Friedhofsverwaltung ein romantisches Herz. Ich finde die Idee besonders passend und sinnfällig, weil Streuobst auch einen Bezug zur Vergänglichkeit hat. Nicht hochtechnische Maschinen ernten die Äpfel ab, sondern sie fallen einfach auf die Wiese und die Insekten freuen sich. In der Landwirtschaft werden sie normaler Weise als Tierfutter genutzt.  Es hat eine schöne Fußnote von Deindustrialisierung und naturnaher Lebensweise und Trauerweise.  Die Idee mit Hainen die Welt der Begräbnisplätze zu bereichern ist allerdings nicht ganz neu. Der Ohlsdorfer Friedhof hatte mit dem Apfelhain einen sehr guten Erfolg, innerhalb eines Jahres ausverkauft. Hier kommst du zum Ohlsdorfer Friedhof, link.

Streuobsthain

 

Bildrechte pixabay CC keywest3

Selbstdarstellung aus dem Flyer des Neue Harburger Friedhofes

„Der Architekt Schmidt in seiner Eigenschaft als Bausachverständiger der Kirche wurde mit dem Entwurf der Umbauten beauftragt und legte im Dezember 1960 die ersten Pläne sowie ein Modell vor. Die Pläne zeigen, dass die Mauern des bestehenden Baues weitgehend in den Neubau übernommen worden sind. Durch den Bau einer Vorhalle und den Einbau einer Empore wurde aber das Fassungsvermögen des Feierraumes auf etwa 200 Plätze erweitert. Der große Dreiecksgiebel, der durch farbige Glasfenster mit dem Motiv der Auferstehung ausgefüllt wird, bestimmt die Ansichtsseite des schlichten Kapellenbaus. Sie stammen von dem Marburger Künstler Erhardt Klonk, ebenso wie die Seitenfenster der Warteräume mit den Sinnbildern von „Glaube, Liebe, Hoffnung“ und die farbigen Fenster neben dem Altar. Im Feierraum wurde eine Hebevorrichtung eingebaut, so dass die Särge in der Kapelle versenkbar sind und durch einen Gang in den Leichenkeller gebracht werden können, von wo die Abfahrt ausgeht. Auch die Besichtigungsräume wurden würdiger ausgestaltet, so dass von dort aus auch Urnenbestattungen ihren Ausgang nehmen können. Am 13. Mai 1962 wurde die Einweihung feierlich begangen. Der Einbau einer kleinen Orgel (Hillebrand, acht Register) vervollständigte zwei Jahre später die Einrichtung.“

Massive Kritik des Rechnungshofes Hamburg 2018 an der Masse der Hamburger Friedofsflächen

Hier weiterlesen zum 2018 Bericht der Hamburger Controlling-Behörde

Dem romantischen Gedanken von Steuobstwiesen folgend, hat der Ohlsdorfer Friedhof nunmehr in 2019 auch eine Wildblumenwiesen Grabstätte geschaffen, link

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter