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Organspende Bedarf

Organ-Spende-Bedarf
Written by Giovanni

Wie man an der erschütternden Statistik von STATISTA sehen kann, gibt es eine dramatische Unterdeckung zwischen zur Verfügung gestellten Organen und dem Bedarf an Organen. Negative Spitzenreiter sind Nieren. Zum Glück gibt es bei unterfunktionalen oder nicht mehr funktionierenden Nieren eine probate Hilfsfunktion: die Dialyse, die aber zu großen Einschränkungen der Lebensqualität führt.  Tatsächlich werden 20 % der Nieren von lebenden Menschen gespendet, link. Das Anliegen von Prof. Püschel (UKE) ist, dass der Anteil der Spender von Verstorbenen in Hamburg und Deutschland deutlich erhöht wird, damit mehr Menschen die Chance auf eine Organtransplantation bekommen. In 2019 ist der Anteil der Organspender nochmal ein kleines bisschen gefallen auf unter 1000.  Die Bundesregierung berät im Bundestag darüber, ob die juristische Grundlage der Organspende geändert wird. Prof Lauterbach ( SPD), Mitgliedes Bundestages, hat einen Vorschlag formuliert, die doppelte Widerspruchslösung, link.

Verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Widerspruchslösung Organspende

Heikel an der Diskussion ist auch,  ob die Widerspruchslösung überhaupt verträglich ist mit dem Grundgesetz.  Das Selbstbestimmungsrecht, dass in den ersten 20 Artikeln des Grundgesetzes sehr, sehr hoch aufgehängt ist, wird ein kleines bisschen eingeschränkt durch die Widerspruchslösung.  Aber wir können sicher sein, dass  es in Deutschland einen Antragsteller, Beschwerdeführer beim Bundesverfassungsgericht geben wird, der gegen das Gesetz klagen wird, so es denn überhaupt beschlossen werden sollte vom Bundestag im Januar 2020.

Eine Zusammenfassung der Diskussion um die juristischen Grundlagen der Organspende findest du hier.

Interessant an der Statistik ist auch, dass der Bedarf für Lebern nahezu gedeckt ist, während bei Herzen es einen Unterdeckung von Faktor zwei gibt und bei Nieren eine Unterdeckung von Faktor 4,4. In der Summe betrachtet haben wir dennoch einen Unterdeckung von Organen von Faktor 10 zu verzeichnen. 9000 Menschen stehen auf einer Warteliste für Organe und knapp über 900 Organspenden sind zu verzeichnen.  Unter der Prämisse, dass man den Transplantationsmedizinern vertrauen darf, und diese sich nicht gegen die Gesundheit des Spenders entscheiden, sollten Wege gebahnt werden, die mehr Spenderorgane für die Bedürftigen zur Verfügung stellen. Vielleicht sollte man externe Ethik-Gruppen für die Krankenhäuser schaffen, die aus Medizinern und Juristen besteht, die die Aktivitäten der Transplantationsmediziner kontrollieren und damit ein weiteres Vertrauensinstrument schaffen, damit mehr Organspenden möglich werden.

Bildrechte STATISTA, link.

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter