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Organspende Hamburg

Organspende Hamburg – Gewebespende in Hamburg

Anläßlich einer Univorlesung von Prof. Püschel, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin am UKE, am 25.1.2016 führt der Mediziner aus, dass es in Hamburg deutlich zu wenig Spender von Organen und Geweben gibt. Auf der einen Seite sei die Zahl der Organspendeausweisen mit knapp 30 % gar nicht so schlecht, doch leider würden bei den Verstorbenen in den seltensten Fällen Spenderausweise gefunden – deutlich weniger als 5 %. Dieser Spenderausweis ist aber die medizinische Rechtsgrundlage, um überhaupt eine Organentnahme vornehmen zu können. Bei Augenhornhautspenden ist auch ein deutliches Defizit festzustellen. In Hamburg würden 500 gebraucht und nur knapp die Hälfte könnten realisiert werden.

Sehr passend fand ich den Gedankenbogen: Wo ist der Unterschied ob man sich bei 1000 Grad kremieren lässt und am Ende nur ein Häufchen Asche übrig bleibt, oder ob wir Mediziner vorher für die noch lebenden Menschen Organe und Gewebe entnehmen dürfen. Am Ende bleibt dann auch nur die Asche übrig. Prof. Püschel führte aus, dass in Deutschland keine Widerspruchslösung geben würden, weil die politischen Parteien das nicht akzeptieren würden. Mit der Widerspruchslösung wird folgendes gemeint: Entweder alle Menschen müssen einen Widerspruch zur grundsätzlich erlauben Organentnahme dokumentieren und die Mediziner können sich immer an einem reichhaltigen Pool bedienen, oder, wie es zur Zeit die vorherrschende Meinung ist, der Transplantations-Mediziner darf nur tätig werden, wenn er eine ausdrückliche Erlaubnis zur Transplantation bekommt.

Sehr interessant fand ich noch die Tatsache, dass die Spender gar nicht jung sein müssen. Bis zum 75 Jahren können die Spender für bestimmt Spenden sein. So ist z.B. die Hornhaut auch von älteren Menschen gut brauchbar. Das probate und einfache Argument von Prof Püschel war: Die Empfänger sind auch schon hochaltrig, warum sollte man sich da zu sehr auf junge Spender focussieren?

Hier ein aktueller Bericht über die Spendenbereitschaft in Deutschland, link.2018.

Ob es sinnvoll ist die Grenze zwischen Tod und Leben aufzuweichen, kannst du hier weiterlesen.

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About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter