aa -Tagesimpulse Solidarität

red hand day 2019

die DEUTSCHE Bundesregierung schreibt zum Aktionstag gegen den Einsatz von Kindersoldaten in Afrika und der sonstigen Welt:

„Kinder brauchen Schulen, keine Gewehre!“ sagt Entwicklungsminister Gerd Müller. Noch immer werden weltweit rund 250.000 Minderjährige von Armeen und bewaffneten Gruppen zu Gräueltaten gezwungen oder sexuell missbraucht. Der heutige ‚Red Hand Day‘ erinnert international an das Schicksal der Kindersoldaten.

red hand day 2019

Hier die Deutsche Website, deren Weltbeweger gegen die Kindersoldaten kämpfen, link.

Warum werden Kinder-Soldaten eingesetzt?

Ich denke man muss hier drei Beweggründe sehen:

1. werden Kinder oft aus ihren Heimat-Familien-Settings entführt- Afrika- und ihre einzige, neue Heimat ist das Soldatentum.  Es fragt sich allerdings, ob man den ehrbaren Beruf des Soldaten überhaupt beschmutzen soll mit dem Begriff Kinder-Soldaten, rsp. der Verknüpfung zu Kindern. Ein Soldat ist nach preußischen Muster ein Mensch, der sein Heimatland verteidigt, auf das er vereidigt wurde. Kinder-Freischärler können keine mündigen Bürger sein. Diese Freischärler entscheiden sich auch nicht für die Macht-Gruppe, für die sie kämpfen, sondern werden mit Gewalt gezwungen.

2. Kinder sind entweder amoralische Wesen, bzw. ihr Moral-Korsett muss sich normaler Weise im Laufe der Sozialisation festigen, bzw. muss sich gründen. Wenn Kinder schon von Jugend an in eine Moralwelt eingeführt werden, in der Morden normal ist, dann haben sie keine moralischen Fundamente. Das macht sie zu besonders harten Kämpfern im Sinne derer die sie einsetzen. Die normale Sozialisation zum Moral-Wesen erfolgt durch das Umfeld der Schule, des Dorfes und seiner Mitbewohner, sprich einer Gesellschaft. Natur-Moral gibt es idR nicht. Deswegen sind die Kindersoldaten auch so willfährig und biegsam im Sinne der Befehlshaber.

3. Eine Komponente, die man ungern nennt, aber in Presseberichten immer wieder auftaucht ist das Momentum der Macht. Ein Maschinengewehr verleiht Macht über Leben und Tod. Jeder heranwachsende Mensch giert nach Anerkennung und Macht. Die dritte Komponente ist ein Stabilisierungsfaktor des Systems Kinder-Freischärler.

Selbstverständlich sind Kinder-Soldaten in keiner offiziellen Armee zu finden, weil alle entwickelten Staaten nur erwachsene Soldaten in die Armee aufnehmen. Deswegen sollten wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln die Kindersoldaten bekämpfen und im Nachgang Kindersoldaten nach ihrer Befreiung aus der Armee versuchen zu sozialisieren zu ethisch denkenden Menschen, gänzlich unabhängig ihrer Tötungs-Taten ihrer Vorvergangenheit. Das kann idR nur die Psychologen und Sozialarbeiter geschehen. Auch solche Institutionen kann man man mit Geld unterstützen.

Nach meiner Kenntnis gibt es keine weiblichen Kinder-Soldaten. Darüber könnte man auch mal nachdenken im Gender-Diskurs. Unabhängig davon liegt es auch daran, dass männliche Kinder mit ausgeprägten Muskelmassen sich besser zum Kämpfen eignen, mithin also physiologische Gründe für den Einsatz von männlichen Heranwachsenden eine Begründungsebene liefern für die Auswahl der „Befehlshaber“.

Hier die Internationale Website der UNICEF, link

Zitat UNICEF

Warum werden Kinder als Soldaten rekrutiert?
Instabilität, bewaffnete Konflikte und chronische Gewalt führen weiterhin dazu, dass trotz weltweitem Verbot immer noch zehntausende Kinder für Kämpfe missbraucht werden und jedes Jahr weitere Kinder zwangsrekrutiert werden. Kinder und Jugendliche sind leichter zu manipulieren, gehorsam und für bewaffnete Gruppen oft preiswerter als erwachsene Soldaten. Auch die große Verbreitung von buchstäblich „kinderleicht“ zu bedienenden Waffen trägt dazu bei, dass Milizen Minderjährige für Kämpfe einsetzen.

Häufig entführen Milizen gewaltsam Mädchen und Jungen und zwingen sie, als Kämpfer oder Selbstmordattentäter, aber auch als Helfer für sie zu arbeiten. In anderen Fällen nutzen Milizen die Not und Armut von Kindern und ihren Familien aus.

 

So hilft UNICEF
Mit Unterstützung von UNICEF konnten in den letzten zehn Jahren und 65.000 Kinder und Jugendliche befreit werden. Die Mädchen und Jungen sind häufig traumatisiert. Viele haben jahrelang große Brutalität erlebt, aber nie eine Schule besucht. Neben medizinischer und psychologischer Hilfe sind Schul- und Ausbildungsprogramme für ehemalige Kindersoldaten daher besonders wichtig. UNICEF unterstützt zum Beispiel Programme für ehemalige Kindersoldaten in Südsudan, der Demokratischen Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik.

 

Warum der 12.2. als Aktionstag „Red Hand Day“?
Am 12.2.2002 trat das Zusatzprotokoll zur Kinderrechtskonvention zum Verbot des Einsatzes von Kindern und Jugendlichen als Soldaten in Kraft. Seitdem gilt die Rekrutierung von Kindern unter 15 Jahren als Kriegsverbrechen. Minderjährige dürfen nicht gegen ihren Willen eingezogen werden oder an Kampfhandlungen teilnehmen.

Durch das Zusatzprotokoll ist bereits viel passiert. Unter anderem wurden Verantwortliche erstmals vor dem Internationalen Strafgerichtshof für ihre Taten angeklagt. Es muss aber noch viel getan werden, um diese schwere Kinderrechtsverletzung endlich zu beenden.

 

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter