aa -Tagesimpulse Lebensführung

Reform Unterhaltsrecht

Unterhaltsrecht
Written by Giovanni

Bekanntlicher Weise ändern sich die Rollenmodelle in Familien. Bei Familien mit Kindern interessieren sich immer mehr Väter für ihre eigenen Kinder und nehmen sich viel Zeit für diese – so wie es sein soll. Im 20. Jahrhundert und in den Jahrhunderten davor war es die traditionelle Rolle der Frau, dass diese sich ausschließlich und vornehmlich um die Kinder-Fürsorge gekümmert hat, das Lernen des Lebens und das gute Erziehen bis ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft auf dem Nest der Familie erwachsen ist.  Heutzutage laufen Väter mit Babies durch die Stadt und das ist auch gut so. Väter nehmen sich zunehmend Zeit und sogar eine Auszeit vom Beruf, wenn Kinder geboren werden.

Divorce  – Scheidung

Von 2005 an, mit einem peak der Scheidungsrate von 51, 92 % kann man einen stetig abfallenden Trend verzeichnen, der in 2017 bei 37.67 % Scheidungsrate zu verzeichnen ist. Eine lobenswerte und schöne Tendenz. On the long run bleibt aber immer noch bestehen, dass sich über einem Drittel aller Verheiraten scheiden lässt. Ob alle Verheirateten auch Kinder haben, läßt sich aus der Statistik nicht erschließen. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zitieren wir ungekürzt ( Quelle, link):

„Im Jahr 2017 lebten in Deutschland insgesamt 11,6 Millionen Familien mit ledigen Kindern, davon 2,6 Millionen Familien alleinerziehender Eltern und knapp 9,0 Millionen Paare mit Kindern. In diese Zahlen gehen alle Familien unabhängig vom Alter der im Haushalt lebenden Kinder ein. Betrachtet man ausschließlich Familien, in denen minderjährige Kinder leben,1 gab es im Jahr 2017 insgesamt 8,2 Millionen Familien, davon gut 1,5 Millionen Familien von Alleinerziehenden und 6,7 Millionen Paare mit minderjährigen Kindern.“

Die Scheidungsrate ist um 14,25 Prozentpunkte gefallen  in 12 Jahren.  Gleichzeitig ist der Anteil der Eheschließungen in den letzten 10 Jahren um knapp 40.000 gestiegen und hat sich vom absoluten Tiefpunkt in 2007 in einen positiven Trend verwandelt.

Scheidungsfolgenvereinbarungen sind im Eherecht möglich, aber natürlich nur bilateral zwischen den Ehe-Parteien. Scheidungsfolgen für die Kinder werden vor dem Famliengericht verhandelt und entschieden. Wem steht das Sorgerecht zu, bzw. wie wird es aufgeteilt.  Es soll auch gütliche Einigungen im Vorfeld geben. Das Unterhaltsrecht entspringt dem BGB und der Düsseldorfer Tabelle und stellt sich vor, dass die Ehefrau ohne Chance am Arbeitsmarkt die Kinder alleine erziehen muß.   Heutzutage möchten aber auch Väter Zeit einbringen in der Kindererziehung. Daher bedarf es einer Reform des Unterhaltsrechtes. Gleichzeitig gibt es so wenig Arbeitskräfte, dass auch für Mütter Teilzeit-Angebote darstellbar sind und oft in Anspruch genommen werden. Teilzeitbeschäftigungen gibt es schon viele Jahrzehnte, die zu großen Teilen  von Frauen in Anspruch genommen werden. ( Quelle Bundesamt für Arbeit 2017, link.)  Dazu ist zu bedenken, dass ein Drittel aller erwerbsfähigen Frauen nicht arbeiten muss (oder kann): Zitat Arbeitsagentur Nürnberg

„Deutschland hat mit einer Quote von 71,5 Prozent gemeinsam mit Dänemark die zweithöchste in der EU und wird nur von Schweden (75,4 Prozent) übertroffen“.

Teilzeitbeschäftigung Frauen Teilzeitbeschäftigung Frauen Deutschland

Bildrechte Bundesagentur für Arbeit

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Eheschließungen Deutschland

 

Eheschließungen Deutschland

 

Scheidungen Deutschland

Scheidungen Deutschland

 

Ehe­schließungen 2017 407 466
Erst­heirats­alter Männer 2017 34,2 Jahre
Erst­heirats­alter Frauen 2017 31,7 Jahre
Ehe­scheidungen 2017 153 501
Scheidungs­alter Männer 2017 46,8 Jahre
Scheidungs­alter Frauen 2017 43,8 Jahre

Unterhalt für Kinder

Verschiedene Verbände von benachteiligten Vätern haben deutlich gemacht, dass Väter, wenn Sie Zeit und Interesse haben an der Kindererziehung dafür auch entlastet werden möchten von der Unterhaltspflicht.

Die SPD Bundesfamilienministerin arbeitet an einer Neuregelung des Familienunterhaltes. Die Neue Osnabrücker Zeitung schreibt am 9.3.`19:

„Es dürfe nicht sein, „dass der Vater den vollen Unterhalt zahlen muss, auch wenn das Kind viel Zeit bei ihm verbringt und sogar ein eigenes Zimmer bei ihm hat“, sagte Giffey. „Wir müssen das Recht hier der gesellschaftlichen Realität anpassen.“ Notwendig seien eine Reform des Sorge- und Umgangsrechts und Änderungen im Unterhaltsrecht, die möglichst viel Flexibilität für verschiedene Betreuungsmodelle ließen“ ( Quelle FAZ, link)

Geschichte des Unterhalts-Rechts

Wikipedia schreibt, (Quelle,link) :

„Bereits zur Zeit des römischen Kaisers Trajan gab es finanzielle Unterstützungen des Staates für kinderreiche Familien, die „alimenta“.[2] Auf der Rückseite eines unter Trajan geprägten Denarius wird die Abundantia, die Göttin des Nahrungsüberflusses mit einem Kind abgebildet. Im Abschnitt der Münze stehen die Buchstaben ALIM ITAL für alimenta italia (siehe Abbildung rechts). Der Unterhalt, als Begriff im 16. Jahrhundert vom lateinischen sustentatio wörtlich ins Deutsche übertragen, ist eine der Grundlagen der sozialen Absicherung, die darauf beruhen, dass sich Familienmitglieder gegenseitig materiell und finanziell unterstützen. Der Unterhalt basiert sowohl auf dem Solidaritätsprinzip als auch auf dem Prinzip von staatlicher und innerfamiliärer Fürsorge und definiert die Familie als Bedarfsgemeinschaft. Die Höhe des Unterhalts ist neben den Unterhaltsrichtlinien auch in der Düsseldorfer Tabelle angegeben, die regelmäßig aktualisiert wird. „

Im Französischen Rechtsraum ist das Rechtsinstitut der Alimente genauso verankert, wie im Deutschen Rechtsraum vor der Inkraftsetzung des BGB in 1900.

Bildrechte Wikipedia Von Hermann Junghans – Eigenes WerkOriginaltext: eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46663126

 

 

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter