aa -Tagesimpulse Übergänge

Rosamunde Pilcher verstorben

Im Methusalem-Alter von 94 Jahren ist die „Schriftstellerin“  Rosamunde Pilcher verstorben. Gefühlt hat sie 100 Jahre Bücher geschrieben über die Liebe, die so mächtig sei, dass sie unser ganzes Leben dominiere.  Ein GedankenTräger, der durchaus hübsch ist. Leider gibt es verschieden Transformationen und Übersetzungen der Liebe des Lebens. Frau Pilcher hat ihren ganz eigenen, gefühlsdampfenden Weg gewählt, der für die Massen sehr tauglich war. So hat das ZDF diverse Romane von ihr verfilmt.

Einen Literatur-Preis hat die Dame nie bekommen, deswegen lohnt es sich auch nicht ihre Werke aufzuzählen.  Dafür war sie wirtschaftlich hocherfolgreich: 60 Mio Bücher hat der Markt der Gefühls-Duseleien hergegeben.  Die FAZ schreibt treffend, dass das letzte publizierte Schmalz-Werk von ihr 19 Jahre zurück liegt und ihre Verankerung im Deutschen Volksbewußtsein daran läge, dass sie so eine wunderbare romantische Reflexionsfläche für Schauspieler geschaffen hat, den es völlig wurscht ist, was sie spielen, Hauptsache es bringt Geld und Quote . 7 Millionen Zuschauer hat das ZDF mit seinen 145 Verfilmungen pro Ausstrahlung zur besten Sendezeit erreicht.  Ein ganz schönes Armutszeugnis für Deutschlands TV-Zuschauer. Hier der der sehr spärliche Nachruf in der FAZ, link. Man kann förmlich spüren, dass der Autor einen Pilcher Film im TV nur mit vorgehaltenem Messer und nach einer Flasche Rotwein ertragen hat. (reinste Unterstellung)

Wir zitieren ein statement vom Rowoldt Verlag, wo die britische „Künstlerin“ verlegt wurde:

Rosamunde Pilcher schrieb jahrzehntelang für die Schublade, Kurzgeschichten und Erzählungen, eine nach der anderen. Manche wurden in Frauenmagazinen veröffentlicht, viele nicht. Bis ihr erster großer Roman gleich zum Big Bang wurde. «Der Erfolg hatte lange auf sich warten lassen. Ich war bereits 60, als ich Die Muschelsucher schrieb. Finanzieller Erfolg ist etwas Seltsames. Man stellt sich immer vor, dass man ganz euphorisch ist und alle möglichen Dinge kauft. Stattdessen empfand ich lediglich eine fast erdrückende Verantwortung …» Ihre Familie nannte sie fortan mit leicht ironischem Zungenschlag «The FA» (wie «Famous Author») …

Beachtenswert ist doch, dass sie jahrzehntelang als unbeachtliches Novum von den Verlagen nicht wahrgenommen wurde und dann plötzlich, die Autorin war schon 60 Jahre alt, wurde sie zur Welt-Bestseller-Autorin.  Strange. Es zeigt einmal mehr die Macht der Verlage, die Autoren aussortieren können und auch pushen können, ganz nach belieben.  Eine andere Wundergeschichte in diesem Zusammenhang ist die arbeitslose Lehrerin Rowling, die einfach aus dem Nichts einen Weltbestseller mit Harry Potter schrieb, link. „Ihr Literaturagent riet Rowling , sich  eine Stelle zu suchen, da man von Kinderbüchern allein nicht den Lebensunterhalt bestreiten könne. ….Bis heute wurden die Harry-Potter-Romane in über 70 Sprachen übersetzt, darunter auch ins Lateinische und Altgriechische. Bis 2007 wurden weltweit 350 Millionen Exemplare verkauft“  schreibt Wiki.

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter