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Rudi Assauer gestorben

Rudi Assauer verstorben
Written by Giovanni

Rudi Assauer ist im Alter von 74 Jahren verstorben. Assauer war Fußballmanager im 20. Jahrhundert und verantwortlich für den Bau der Arena in Schalke. 183 Millionen € war das Bauprojekt schwer. Es hat gut geklappt dank eines präzisen, durchsetzungsstarken Managers- Rudi Assauer. Die Legende Schalke als Fußballclub ist ohne Assauer nicht zu denken. Der Verein hat sich im Nachgang nicht als großherzig erwiesen und seiner Leitfigur keine Dauerkarten mehr geschenkt. Er kaufte sie sich einfach selbst. Trotzdem stilistisch unschön. Dankbarkeit zeigt sich auch von Unternehmens-Organen in Großmut.

Seine „Tochter“ Thomalla schreibt auf Instagramm über ihren Ziehvater Rudi Assauer.

Es schien mir gestern nicht richtig, nachdem ich die Nachricht erhalten hatte, sofort auf Instagram etwas hochzuladen, was nur annähernd erklärt und zeigt, wie es einem geht.
Alle schreiben er war der große Macher, die Schalke-Legende, Macho und gute Seele, aber was man über den Mann schreibt, mit dem man 10 Jahre Ostern, Weihnachten, Urlaube verbracht hat, einen zu Schule gefahren hat, der das Büro vom Schuldirektor absichtlich zugequarzt hat, nachdem man ihm erzählte, ich habe einige Schulstunden geschwänzt und was bitte aus mir werden solle, gestaltet sich für mich dann doch ziemlich schwierig.
Der Mann, den ich ständig grundlos angekräht habe, einfach nur deshalb, weil ich 14 Jahre alt und ein pubertierendes Gör war.
Der Mann, mit dem man Erfolge und Misserfolge durchlebt hat.
Mit dem man zusammen geheult hat, als 2001 Schalke die Meisterschaft verloren hat.
Übrigens bis heute einer der schlimmsten Tage meines Lebens.
Ich weiß nicht was ich fühle. Trauer natürlich aber nicht nur das. Jahrelang habe ich mir eingeredet es ist die bessere Entscheidung sich nicht um den Kontakt zu bemühen. Jetzt werde ich 30 und muss rückblickend feststellen, dass ich es bereue. Ferner muss ich feststellen, dass das Leben zu kurz ist.
Leider war eine Beziehung zur Familie zum Schluss nicht wirklich da, heißt ich werde mich nicht verabschieden dürfen.
Im Herzen bleibt er dennoch für mich bestehen.
Als Rudi, nicht als Macher.

Hier ein schöner STERN Artikel, über Rudi Assauer, der sich zu seiner Alzheimer Krankheit bekennt, link.  Zwei Zitate aus dem STERN Artikel:

Rilke „ein Tanz von Kraft um eine Mitte, in der betäubt ein großer Wille steht“

Aber wenn ihm die anderen heute im Garten einen Ball zupassen, donnert er die Kugel „mit Spaß in den Backen“ zurück, wie seine Sekretärin sagt. Sie werden es im Frühling noch einmal versuchen, der Geruch von Gras, die Stollen unter den Sohlen, vielleicht wird es ihm helfen, etwas länger Rudi Assauer zu bleiben.

Trauerfeier Rudi Assauer

nach einigen Unstimmigkeiten zwischen den Kindern, link,  und der sozialen Tochter, die mit Anwaltsschreiben sich auf die Trauerfeier einklagen mußte, wurde Rudi Assauer in aller Stille beigesetzt. Nicht in aller Stille, sondern dem ganzen Gegenteil, wie es seinem Charakter auch entsprochen hätte,  wurde Assauer gedacht in der St Urbanus Kirche mit 1200 Gästen. 800 Gästen waren Fans, die sich qua Verlosung um die Eintrittskarten beworben hatten.  Schön, dass das Volk nicht nur Zaungast war, sondern selbst originär teilhaben konnte.  Gleichzeitig wurde die Kirchen-Trauerfeier auch ins Schalke Stadion übertragen, schreibt der WDR, wo sich die Fans versammelten, einige Tausend.  Anschließend gab es Freibier und Bockwurst frei.  Ein schönes Zeichen des Vereins, der sich dann doch noch besonnen hat, welche Kraft der Manager in seinem besten Tagen dem Verein geschenkt hat, nicht zuletzt auch das Stadion erbaut hat mit seiner Durchschlagskraft.  Der Ruhrkohlechor sang kräftig und zeigte so nochmal die Identität des Ruhrpottes:  Einigkeit angesichts der Gefahren des Bergbaues. Einigkeit und Eintracht als Kommunität auch in der Freizeit.  (Bei Lichte betrachtet hat der Ruhrkohlechor überhaupt keine lange Tradition und wurde erst 1987 gegründet, wie die Vereinsseite schreibt, link.) Aber die Tradition der Bergleute und Steigern als Kulturgut des Ruhr-Verbandes zu wahren hat etwas schönes starkes und Deutsches als Mitgleichgewicht in der multikulturellen Gesellschaft von Deutschland. Wer sich tiefer einlassen möchte zur Ruhr-Kohle-Arbeiter, der möge auf diese Seite surfen, link.

Ein schönes Zitat soll unseren Bericht abschließen: Assauer war eher Fan der Stehtribüne und nicht der VIP-Lounge.  Hier der Quellbericht des WDR, link.

RIP Rudi Assauer

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter