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Schriften-Ausstellung Hamburg

Schriften Ausstellung Hamburg
Written by Giovanni

In der Hamburg Galerie der Gegenwart hat eine umfängliche Ausstellung über Schrift und die Semiotik eröffnet.

concept art in der Galerie der Gegenwart – Schrift als Kunst

Natürlich versucht man erneut, wie schon im Surrealismus vor 100 Jahren, eine Verschränkung zwischen Schrift und Sprache stattfinden zu lassen – Die Schrift als Kunst-Lokomotive. Es werden künstlerische Positionen der letzten 10 Jahre dargestellt.  Dargestellt sollte man nicht zu wörtlich nehmen, denn in einem Raum gibt es unzählige große Lautsprecherboxen, die einem das armenische Alphabet als Klangkonvolut entgegensäuseln. Es gibt Buchstaben Unterwasser, Buchstaben auf einem Klettergerüst, Schreibübungen als Anbeginn des schriftlichen Denkens in der Individuation von Menschseinsformen. Die KünsterlerINNEN spielen mit der Entsprachlichung von Schrift, indem sie lose Zeichenfolgen an die Wand schreiben, die allerdings null Sinnhaftigkeit impliziert. Na BRAVO sagen die Wiener. Im Grunde genommen haben wir mal wieder ein Konzept-Art Ausstellung vor uns, die in  ästhetischer Massenwirksamkeit keinerlei Wirkgefüge zeitigen kann. Wer Kunst sehen möchte, weil man sein ästhetisches Gefühl und Herzen sprechen lassen möchte, affiziert von den Kunstwerken, abgeschaltet von der semantischen Gehirn-Überbau-Leistung, der sollte diese Ausstellung nicht anschauen.

Warum sollte man sich die Schriften -Ausstellung anschauen?

Eine schöne Ebene von Metaphysik entspannt sich dadurch, dass die Buchstaben aus ihrer angestammten Heimat entführt werden. Sie werden dekontextualisiert, was vor über 100 Jahren zuerst der Franzose Dechant mit dem ready made Pissoir geschaffen hat.

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Wikipedia schreibt zur Semiotik

Semiotik (altgriechisch σημεῖον sēmeĩon ‚Zeichen‘, ‚Signal‘), manchmal auch Zeichentheorie, ist die Wissenschaft, die sich mit Zeichensystemen aller Art befasst (z. B. Bilderschrift, Gestik, Formeln, Sprache, Verkehrszeichen)..Bereits bei den Vorsokratikern, Sophisten und Platon findet man semiotische Untersuchungen.[1] Aristoteles hat sie in seinen logischen und rhetorischen Schriften zu einem ersten System der Semiotik zusammengefasst und erweitert. Er behandelt die Zeichen als eine Dreiecksbeziehung zwischen dem Zeichen selbst (dem gesprochenen Wort), dem Bezeichneten (einem Gegenstand) und einer Vorstellung in der Seele. Ein gesprochenes Wort wie „Tisch“ ruft nach Aristoteles in der Seele desjenigen, der dieses Wort hört oder spricht, die Vorstellung eines Tisches hervor. Diese Vorstellung steht in einer von Aristoteles nicht näher erläuterten Abbildbeziehung zum jeweils bezeichneten Gegenstand. Mündliche Zeichen (Worte) sind für Aristoteles vorrangig gegenüber schriftlichen Zeichen, da letztere nur auf mündliche Zeichen verwiesen:


Die Kunsthalle Hamburg schreibt selbst über ihr Ausstellungsprojekt:

Das vielschichtige Wechselverhältnis von Schrift und Bild in der Gegenwartskunst steht im Fokus der groß angelegten Ausstellung Art and Alphabet, die sich über zwei Etagen der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle erstreckt. Präsentiert werden Werke verschiedenster Medien von 22 internationalen Künstler_innen aus 15 Ländern, die unterschiedlichste Sprachen und Schriftsysteme mit ihren Bestandteilen erforschen, als visuelle Zeichen verstehen, erweitern und künstlerisch transformieren.

Ob in Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen, Filmen, Videos, Fotografien, Rauminstallationen oder performativen Arbeiten: Alphabete (armenische, arabische, lateinische usw.) werden manipuliert und ihre kultur- und identitätsstiftende Kraft hinterfragt; Schrift wird bis zur Unkenntlichkeit übereinandergeschichtet oder in Einzelelemente atomisiert; Handschriftliches verselbständigt sich zu einer lebendigen, kraftvollen Energielinie; Buchstaben werden zu Soundeinheiten intoniert oder in Körpersprache nachgestellt. Dabei entsteht ein spannungsvolles »Kippen« zwischen dem Entziffern und Lesen von Schrift und dem Betrachten und Wahrnehmen eines Bildes.

 

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter