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Sonnenschein

Sonnenschein
Written by Giovanni

Der Sonnenschein hat diverse Bedeutungsebenen:

Der Sonnenschein der Sonne beflügelt unser Leben auf der Erde und ohne Sonne wäre jegliches Leben undenkbar.

Der Sonnenschein wird aber auch geflügeltes Wort gebraucht, um Menschen zu beschreiben, die ein sehr sonniges Gemüt haben. Ich kenne einen Schwimm-Badleiter, der alles grundsätzlich positiv anschaut und immer sein sonniges Wesen aufscheinen läßt.  Die Sonnigkeit verliert sich auch nicht, wenn er durch Krankheiten zurückgeworfen wird. Solch eine grundsätzlich positive Lebensstimmung ist ein Geschenk. Das Geschenk sollte man bewahren und weiter durchs Leben tragen. Man kann immer an seiner Haltung arbeiten und die Sonnigkeit des Lebens auch bewußt wahrzunehmen suchen.

Natürlich kann man auch Blumen charakterisieren als Sonnenschein, wie diese energiekräftige Sonnenblume.

Bildrechte Institut für Lebenskunde, 2019

Sonnenschein in der Dichtung

Die berühmte Dichterin und Schriftstellerin Ingeborg Bachmann schreibt über die Sonne:

Schöner als der beachtliche Mond und sein geadeltes Licht,
Schöner als die Sterne, die berühmten Orden der Nacht,
Viel schöner als der feurige Auftritt eines Kometen
Und zu weit Schönerem berufen als jedes andre Gestirn,
Weil dein und mein Leben jeden Tag an ihr hängt, ist die Sonne.

Schöne Sonne, die aufgeht, ihr Werk nicht vergessen hat
Und beendet, am schönsten im Sommer, wenn ein Tag
An den Küsten verdampft und ohne Kraft gespiegelt die Segel
Über dein Aug ziehn, bis du müde wirst und das letzte verkürzt.

Ohne die Sonne nimmt auch die Kunst wieder den Schleier,
Du erscheinst mir nicht mehr, und die See und der Sand,
Von Schatten gepeitscht, fliehen unter mein Lid.

Schönes Licht, das uns warm hält, bewahrt und wunderbar sorgt,
Dass ich wieder sehe und dass ich dich wiederseh!

Nichts Schönres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein …

Nichts Schönres als den Stab im Wasser zu sehn und den Vogel oben,
Der seinen Flug überlegt, und unten die Fische im Schwarm,
Gefärbt, geformt, in die Welt gekommen mit einer Sendung von Licht,
Und den Umkreis zu sehn, das Geviert eines Felds, das Tausendeck meines Lands
Und das Kleid, das du angetan hast. Und dein Kleid, glockig und blau!

Schönes Blau, in dem die Pfauen spazieren und sich verneigen,
Blau der Fernen, der Zonen des Glücks mit den Wettern für mein Gefühl,
Blauer Zufall am Horizont! Und meine begeisterten Augen
Weiten sich wieder und blinken und brennen sich wund.

Schöne Sonne, der vom Staub noch die größte Bewundrung gebührt,
Drum werde ich nicht wegen dem Mond und den Sternen und nicht,
Weil die Nacht mit Kometen prahlt und in mir einen Narren sucht,
Sondern deinetwegen und bald endlos und wie um nichts sonst
Klage führen über den unabwendbaren Verlust meiner Augen.

Sonnenschein Wolken

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter