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Sozial-Bestattung Hamburg

Sozialbestattung Hamburg
Written by Giovanni

Was für Leistungen sind in einer Sozial-Bestattung in Hamburg inkludiert?

Wann ist eine Sozialbestattung, Sozial Bestattung einschlägig? Was ist eine Sozial-Bestattung?

Eine Sozial-Bestattung wird dann einschlägig und relevant, wenn der Bestattungspflichtige mangels Vermögen und/oder Einkommen nicht in der Lage ist, die Bestattungskosten zu tragen. Bestattungspflichtige sind analog Erbrecht die nächsten Verwandten.  Das heißt, die vermögenslosen Bestattungspflichtigen sind immer noch bestattungspflichtig, aber die Kosten übernimmt das Sozialamt, also die Stadt Hamburg. Wenn aber die Stadt Hamburg die Kosten übernimmt, dann ist die Auswahl der Bestattungsleistungen sehr stark eingeschränkt, als auch die Wahl der Bestattungsinstitute. ( Näheres unten)

Welche Leistungen übernimmt die Stadt Hamburg, bei eine Sozial-Bestattung?

1. Jedes Bundesland regelt die Sozialbestattung anders. Zwar ist im SGB- Sozialgesetzbuch – geregelt, dass eine Sozialbestattung durchgeführt werden muss vom Staat, aber nicht en detail. Die Stadt Hamburg hat einen sehr eigenen Weg gewählt. Es gibt einen von der Behörde aufgestellten Regelkatalog, welche Leistungen das Sozialamt übernimmt. Auch kann der Sarg nicht ausgesucht werden, sondern er wird gestellt von der Hansestadt Hamburg.

Was ist wichtig, wenn Du eine Sozialbestattung bei einem Bestatter bestellen möchtest?

Megawichtig ist  am Anfang des Beratungsgesprächs offen zu kommunizieren, dass man die Kosten nicht bezahlen kann.

1. Das richtige Bestttungshaus finden

.Eine ganze Reihe von Bestattungshäusern übernehmen gar keine Sozialbestattungen, weil sie dem Vertrag nicht beigetreten sind. Diese herzlosen, geldgeilen Bestatter schicken dich dann weg, auch zum GBI.

Das GBI in Hamburg übernimmt sehr gerne Sozialbestattungen: Telefonnummer 040-248400. Das ergibt sich auch schon aus dem sozialen Anspruch, den die Gründungsväter des GBI in deren Satzung verankert haben. “ Wir ermöglichen sozial adäquate Bestattungen für Jedermann“.

2. Sozialbestattungen sind in Teilen vordefiniert

Durch die sehr beschränkte Auswahl -qua Vorgabe der Stadt Hamburg- kann der Leistungsempfänger im Grunde nicht viel entscheiden, weil im Gegensatz zu anderen Bundesländern, es einen definierten Leistungsstandard gibt.  Deswegen spart man sich selbst und dem Bestattungs-Berater, auch Trauer-Berater euphemistisch genannt viel Zeit der Beratung, wenn man ganz am Anfang des Gesprächs sagt, dass man nicht leistungsfähig ist, was auch gar nicht schlimm ist. Dann weiß der Berater , dass er ein eingeschränktes Beratungs-Konzept dem Trauernden präsentieren muss.

 3. Überführung beauftragen bei Sozial-Bestattungen

Du kannst auch wenn du kein Geld hast selbstverständlich auch vor der behördlichen Kostenübernahme eine Überführung beauftragen bei einem Bestattungshaus.  Nach meiner Branchenkenntnis gibt es keinen Bestatter, der Geld vorher sehen will.  Die Überführung muss die Sozialbehörde vom Trauerhaus in eine öffentliche Leichenhalle bezahlen und da es keine staatlichen Überführungsfahrzeuge gibt, kannst du einfach mit der Überführung des Verstorbenen, Toten, einen Bestatter beauftragen. Du brauchst du anrufen und schon geschieht es ohne große Formalien.

4. Gang zum Sozialamt – Kostenübernahme

Bevor ein Bestattungshaus, wie das GBI, eine Sozialbestattung in die Wege leiten kann, muss der Leistungsbeantragende zum zuständigen Sozialamt gehen und von dort den sogenannten Kostenübernahme- Schein mitbringen.  Die Kostenübernahme vom Sozialamt wird ausgesprochen, wenn der Bestattungspflichtige kein Vermögen hat und kein Einkommen. Dieses Verfahren dauert in der Regel nur ein paar Stunden, weil auch Sozialämter wissen, dass Sozial-Bestattungen qua Sachnatur extrem eilig sind.

4. Welche Leistungen trägt die Stadt Hamburg bei einer Sozialbestattung?

a) Trauerfeier Sozial-Bestattung

Es wird eine Trauerfeier bezahlt. Ich habe von Fällen gehört bei Bestattungshäusern, die vielen Lorbeeren gekrönt, die Trauerfeiern bei Sozialbestattungen gar nicht erst angeboten haben, weil die Trauerfeier zu aufwendig ist. Das entspricht nicht der Vertragsgrundlage. Wer Sozial-Bestattungen anbietet, der muss auch die Trauerfeier anbieten.  Also kannst du als Auftraggeber einer Sozialbestattung dieses Recht auf Trauerfeier einfordern. Bestattungsunternehmen die sich sperren sind moralisch und juristisch angreifbar und sollten sofort gewechselt werden.

b) Grab Sozial-Bestattung

Die Stadt Hamburg bezahlt die Gebühr für eine Reihengrab auf einen staatlichen Friedhof in Hamburg.  Wie uns ein Leser schrieb wird verbreitet, dass bei einer Sozialbestattung immer nur eine anonyme Grabstätte bezahlt wird. Das ist sachlich falsch. Sogar übernimmt die Stadt Hamburg die Grab-Gebühren, wenn es sich um ein Familiengrab handelt und die Verlängerungsgebühren nicht zu hoch sind. Das ist aber eine Ermessensentscheidung der zuständigen Sozialbehörde.

Warum kann man nicht selbst wählen bei einer Sozialbestattung?

Bei einem privatwirtschaftlichen  Bestattungs-Auftrag  kann man selbst wählen aus den Angeboten des Bestatters , wenn man selbst auch bezahlen kann. So ist das Prinzip in der Privat-Wirtschaft im BGB geregelt. (Das berühmte Synallagma (Gegenseitigkeitsverhältnis) ist die Bezeichnung für ein (vertragliches) Rechtsverhältnis, in dessen Rahmen gegenseitige Leistungen ausgetauscht werden. Die Leistung jedes Vertragspartners steht dabei in Abhängigkeit zur Gegenleistung des anderen.). Bei der Sozialbestattung bestellt quasi der Staat beim Bestatter und bestimmt dann auch die Leistungen, die der Staat zu übernehmen bereit ist.

Abgrenzung zur Amtbestattung – § 10 Bestattung

Bei einer Amtsbestattung leben keine Verwandten mehr oder sind nicht bekannt. In diesem Fall übernimmt die Stadt Hamburg die Bestattung und die Leistungen sind noch geringer als bei einer Sozialbestattung.  Eine Bestattung von Amts wegen ist keine Sozialbestattung.

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter