aa -Tagesimpulse moralischer PRANGER neuste Gedanken-Impulse

Tierhaltung -Qualität

Tierhaltung Kuh
Written by Giovanni

You can`t break the market,  war das Diktum, was ich in einer BWLer Vorlesung vor 13 Jahren gehört habe. Und tatsächlich erweist es sich immer wieder, dass der Marktpreis ein Spiegelbild für Qualität ist.  Wie im Deutschlandfunk schon 2015 berichtet wird, sind die meisten romantisierten Namen von Produktionsstätten von Fleisch frei erfunden, mithin ein FAKE, oder beziehen sich auf Gutshöfe, die es gar nicht mehr gibt.  Bei PENNY  wird die Marke “ „Wiesenhof“ geführt. Auch das ist wohl nur ein Name, der den Verbrauchern vortäuschen soll, dass das Fleisch von glücklichen, freilaufenden Kühen und Schweinen käme.  Hier kommst du zum Quell-Artikel im Deutschlandfunk, link.

Da es keine gesetzlichen Reglementierungen gibt, und jeder sein Fleisch Qualiäts-Fleisch nennen kann, wird der Verbraucher an jeder nur denkmöglichen Stelle verarscht mit Namens-Verwirrungen, die verschleiern, dass das Fleisch aus meist tierunwürdigen Masthaltungen kommt.

Es ist das Uralte Henne-Ei-Problem. Wer ist Schuld an dem Desaster?  In der BILD können wir nachlesen, dass die Anbieter von Fleisch die Verbraucher beschuldigen, weil die extrem preisgetrieben einkaufen würden, link, und damit die tierunwürdigen Produktionsbedingungen verschulden würden.

Was sagen die Tierschutzorganisationen zur den Produktionsbedingungen der Tierhaltung?

 

Wenn du dich wirklich mit den Bedingungen der Tierhaltung in Deutschland beschäftigen möchtest, dann kannst du auf die Seite von PETA surfen, die schon seit vielen Jahren sich für tierwürdige Lebenshaltungsbedingungen stark macht, link. PETA ist ein gemeinnütziger Verein, der mit Kamerateams auch manchmal in Massentierhaltungs-Ställe einbricht, um Beweisfilme, Fotos zu erstellen über unwürdige und grausame Tierhaltung in Deutschland.  Die Gesetze sind diesbezüglich gerade verschärft worden. Am Ende des Tages in einem Rechtsstaat sollten die Aufsichtsorgane des Staates durch unangekündigte Kontrollbesuche die Ställe visitieren und ggf auch Auflagen erteilen, oder Stilllegen qua amtlichen Beschluß mit sofortiger Wirkung.

Wer ein moralisch integerer Verbraucher ist, der sollte sich von solcherlei Gehirnwäsche Argumenten nicht in die ethische Wüste schicken lassen. Qualität kostet eben Geld. Und wenn für das gleiche Stück Fleisch , beispielsweise ein 200 Gramm Steak,  der dreifache Preis aufgerufen wird im LEH – Lebensmitteleinzelhandel (LEH), dann kann man von guten Mast-Bedingungen ausgehen. Wir sollten dann die ethisch produzierenden Betriebe unterstützen und genau diese, sehr teuren, Produkte kaufen!

Was können wir tun, für einen ethisch-moralisch vertretbaren Fleisch-Konsum?

 

Am Besten sind wohl zwei Vorgehensweisen beim Fleisch-Konsum:

1. deutlich weniger Fleisch essen

Wir brauchen nicht jeden Tag Fleisch zu essen, um gesund durch die Welt zu segeln.

2. kaufe doch bitte das Bio-Fleisch, am besten auf einem Biohof selbst.

Die Fleischerei des Klosters Münsterschwarzach hat extrem gute Produkte und man kann 100 % sicher gehen, dass hier hochqualitatives Fleisch aus eigener Produktion der Mönche, oder des umliegendes Landraumes verkooft wird.  Das schmeckt man sofort. Weil die Mönche aber nur wenige Ställe haben, ist das Angebot begrenzt und sehr teuer.  Wir sollten den Preis für nachhaltige und ethisch würdige Tierhaltung zahlen, damit wir nicht die moralische Verantwortung qua Kauf haben, die Tierquäler- Mast-Haltungs-Betriebe weiter in Wachtum zu bringen (und uns galant die die moralische Arschkarte zurückspielen.)

Gesetzliche Einschränkungen von tierunwürdiger Tierhaltung?

Von einer gesetzlichen Verschärfung der Masthaltungsbedingungen ist nichts zu hören. Also müssen wir selbst das Zepter der akkumulierten Einkaufsmacht der Verbraucher in die Hand nehmen und weniger, bewußter Einkaufen. Die Bundesregierung, genauer det Landwirtschaftsministerium sieht auch den Bedarf, dass man die Tierzucht weiterentwickeln sollte und fördert durch Bundesmittel Projekte, die neue Wege in der Tierzucht gehen. Link zum Bundeslandwirtschaftsministerium. Zitat des Wirtschaftsministeriums, Berlin:

„In Deutschland leben drei von vier Rindern in Laufställen, in denen sie sich relativ frei bewegen können. Die Ausgestaltung dieser Ställe variiert erheblich. Die Spannbreite reicht von Ställen, deren Boden komplett aus Betonspalten besteht (meist Rindermastbetriebe), bis hin zu großzügig bemessenen Boxenlaufställen, in denen jeder Milchkuh eine mit Einstreu (zum Beispiel Stroh) gepolsterte Ruhezone zur Verfügung steht.“

Daneben ist, insbesondere auf kleineren Höfen, noch die Anbindehaltung anzutreffen: Hier stehen die Tiere angebunden in Reihen nebeneinander und können lediglich aufstehen oder sich hinlegen. Etwa jedes fünfte Rind wird in Deutschland so gehalten.

Unabhängig von der Haltungsform im Stall hat etwas mehr als jedes dritte Rind im Sommer regelmäßigen Weidegang, im Durchschnitt etwa ein halbes Jahr lang. Das Weiden von Kühen leistet einen wichtigen Beitrag für die Pflege des Grünlands.“

 

Eckdaten zur Rinderhaltung in Deutschland

Bestand: ca. 12,5 Millionen,
davon 4,2 Millionen Milchkühe

Betriebe mit Rinderhaltung:
ca. 163.000

Jährlich geschlachtete Tiere:
3,7 Millionen

Jährliche Produktion:
ca. 1,2 Millionen Tonnen Fleisch
ca. 30 Millionen Tonnen Milch
davon aus ökologischer Erzeugung:
Fleisch: ca. 4 Prozent
Milch: ca. 2 Prozent

(Stand: 31.08.2014)

systemische Performanz -wer schießt sich selbst ins Knie?

Wenn man bedenkt, wie viele millionenschwere Landwirte im Bundestag sitzen ist schon klar, dass die massive Einschränkung der Produktionsbedingungen in der Tierhaltung durch deren Macht-Geflüster nicht wirklich Gesetzeskraft erlangen wird.  Der Bundestagsabgeordnete mit dem höchsten Einkommen von allen Abgeordneten des Hohen Hauses in Berlin, aus Bayern kommend, verdient in der Tat Millionen mit seinen Ländereien. Hier ein Bericht im Tagesspiegel, link und ein Bericht in der FAZ zu dem Thema, link.

Tierhaltung

Bildrechte pixabay CC OpenClipart-Vectors; DanielWanke

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter