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Tod durch Überarbeiten

Tod durch Überarbeiten
Written by Giovanni

Der Mensch glaubt, dass er durch seinen Willen seinen Körper überwinden kann. Der Wille eines starken Menschen kann extrem viele Grenzen überwinden. Jeden Tag nur arbeiten und nur 6 Stunden schlafen findet aber weder unser Geist hübsch noch unser Körper. So ist im arbeitsgeilen Japan schon in den 80er Jahren des 20 Jahrhunderts ein Fachbegriff entstanden

Tod durch Überarbeiten –Karōshi

Wenn du diesem Link folgst, kannst du einen englischen Zeitungsbericht einer Japanischen Zeitung zu dem Thema  Tod durch überarbeiten lesen aus dem Oktober 2016: “

1 in 4 firms in Japan say workers log over 80 overtime hours a month

Hier ein Bericht von HEISE online, link. Immerhin gibt es in Japan eine Arbeitgeberhaftung. In Deutschland ließe sich so eine Haftung auch aus der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers in Verbindung mit dem ArbeitszeitG ableiten. Durchgeurteilte Rechtsfälle mit Schadensersatzpflicht des Arbeitgebers gibt es Japan schon eine Reihe. Wenn die armen Ameisen der Wirtschaftsunternehmen zwischen 80 und 100 Überstunden pro Monat knüppeln, ist das kein Wunder, dass der Körper ab einer gewissen Überlastungsgrenze einfach seine hochkomplexen Regelkreisläufe verläßt und das Wunderwerk Körper zusammenbricht.

Aus Ärztekreisen weiß ich auch, dass gerade in der Anfangsphase als Assistenzarzt man gerne 80 Überstunden anhäuft und natürlich nicht bezahlt bekommt, aber sobald sich gefestigt hat, aus den Krankenhausmauern entkommen ist, muss man nicht mehr so viel Arbeiten. Der EUGH hat auch die Bereitschaftszeiten in Krankenhäusern als Arbeitzeit definiert, so dass eine unumschränkte Ausbeutung der Arbeitskraft nicht mehr stattfinden darf.

Deswegen ist es super gut, dass es in DEUTSCHLAND starke Gewerkschaften gibt, wie den DGB in Hamburg,link,  den DGB auf nationalen Ebene und die diversen Untergewerkschaften der verschiedensten Gewerke, wie die VERDI; link, IG METALL, IGBCE usw, usf. Die Gewerkschaften sind eine gesellschaftserstarkende Macht im Gefüge der Wirtschaftskräfte, die dem Manchsterliberalismus ein rotes Stoppzeichen entgegenhalten und den Tod durch Überarbeiten feste Grenzen der Arbeitszeit aufzeigen. Zitat Heise:

Das Arbeitsministerium hat 2015 96 Selbstmorde und Selbstmordversuche auf Überarbeitung zurückgeführt, was verbunden ist mit Schadensersatzleistungen, die die Unternehmen zahlen müssen. Zudem wurden 96 Todesfälle durch Herzinfarkte oder Schlaganfälle als arbeitsbedingt bezeichnet, auch hier müssen Schadensersatzzahlungen geleistet werden. Kritiker merken an, dass die Zahl der Karoshi-Opfer in Wirklichkeit viel höher sei. Das Arbeitsministerium wende zu enge Kriterien an

Wir zitieren gern Wikipedia:

Als Karōshi (jap. 過労死, Tod durch Überarbeiten) bezeichnet man in Japan einen plötzlichen berufsbezogenen Tod. Todesursache ist meist ein durch Stress ausgelöster Herzinfarkt oder Schlaganfall. Umstritten ist, ob Suizide, die auf arbeitsbedingte psychische Erkrankungen zurückzuführen sind (過労自殺 Karōjisatsu) unter die Definition fallen.[1] Etwa 40 japanische Kliniken haben sich auf Karōshi-gefährdete Fälle spezialisiert. Das Phänomen ist auch in Südkorea verbreitet und wird dort kwarosa (과로사, 過勞死) genannt.[2] In China wird der durch Überarbeitung herbeigeführte Tod als guòláosǐ (过劳死) bezeichnet.[3]

Aufgrund der mittlerweile erfolgten juristischen Anerkennung als haftungspflichtige Todesart verklagen immer mehr Angehörige von Karōshi-Opfern die jeweiligen Arbeitgeber auf Entschädigungszahlungen. Bevor jedoch eine Entschädigung zuerkannt werden kann, muss die Arbeitsüberwachungsbehörde den Fall als berufsbedingten Tod anerkennen.

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter