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Trauerkultur Hamburg

Trauerkultur Hamburg (2)
Written by Giovanni

neulich habe ich in Stellingen dieses riesige Gedenk-Bild im öffentlichen Raum erspäht.  Ob das Gedenkbild dem jüngst verstorbenen „Sprayer“ OZ gewidmet ist, weiss ich nicht so recht, weil ich die Sprayer-Szene nicht wirklich kennen ( möchte).  Immerhin zeigt dieser öffentliche Trauerort, dass Trauer nicht hinter zugezogenen Gardinen stattfinden muß und dass Trauer auch öffentlich gelebt werden kann. Prof Norbert Fischer führt in seinem Vorlesungen an der Uni Wien und Hamburg immer aus, dass die Trauer und Gedenkkultur den öffentlichen Raum erreicht hat und vor allen Dingen, dass die Straßenverkehrsämter diese öffentlichen Trauerorte auch bestehen lassen und akzeptieren.  Sicherlich gab es auch vor 20 Jahren an einsamen Landstraßen Todeskreuze, die an den frühen Unfall-Tod eines jugendlichen Fahrers erinnerten. Aber in der Großstadt wie Hamburg war das nicht etabliert. Das hat sich zum Glück deutlich geändert, eine Akzeptanz von öffentlichen Trauerorten ist gewertschätzt in Abgrenzen zum Wegbügeln der Kollateral-Schäden der Raser-Gesellschaft und LKW-Verpestungs-Transporterei für unser Wohlversorgtsein.  Warum die LKW Produzenten es trotz autonomer Computersteuerung immer noch nicht hinbekommen haben einen sicheren Abbiegevorgang bei LKWs zu konstruieren, Zwangsbremsung, bleibt mir schleierhaft. Wahrscheinlich wie immer: zu teuer.

öffentliche Trauer um Saskia in Hamburg Eimsbüttel

Trauer Saskia Hamburg Trauerkultur

 

Die ermordete Radfahrerin Saskia in Eimsbüttel, von einem LKW-Fahrer umgenietet worden, hat ein schönes weißes Gedenkfahrrad an dem Stromkasten gespendet bekommen und auch Monate nach dem Tod der jungen Mutter steht das weiße Fahrrad noch an dem Ort und ein paar verwaiste rote Kerzen.  Wenige Meter entfernt, gegenüber der KAiFU-Lodge ist eine arme junge Kellnerin des „Vesper“ ermordet  worden von einem rasenden Autofahrer und zu Tode gekommen vor zwei Jahren. Auch hier gibt es zumindest zum Jahrestag öffentliche kleine Trauerorte.

learining:   die Gesellschaft scheint offener zu sein für kollektive Trauer !

Bildrechte Institut für Lebenskunde, summer 2018

Trauerkultur Hamburg (1)

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter