aa -Tagesimpulse Biologie Denken

Trockenzustand des Seins

Wunder der Natur Bärchentierchen
Written by Giovanni

Die Bärchentierchen können sich vollständig austrocknen lassen und nach 10 Jahren wiederbelebt werden

Es grenzt schon an Magie, dass die mikroskopisch kleinen Bärchentierchen sich bis zum theoretischen Zellttod austrocknen lassen können, ohne das die Zellen und Zellorganellen beschädigt werden. Wie wir alle wissen ist H2O der Quell unseres Lebens und eine notwendige Bedigung alles Lebens. Die Bärchentiere brauche die Wassermoleküle zum Leben auch, aber sie wissen, wie man auch ohne Wasser überleben kann. Der ganz große Gedankenfehler der Einfrierbestattung von Menschen besteht darin, dass man zwar die Menschen tieffrieren kann, aber niemals ist jemand wieder zum Leben erweckt worden, weil höchstwahrscheinlich alle Zellen beim Einfrieren kaputt gehen. Das Bärchentierchen hat sich hier ein anderes Überlebenprogramm ausgedacht oder der Weltgeist der Evolution. Durch ein spezielles Protein, dass in Trockenperioden von den Tieren für den Körper produziert wird, können die gesamten Köperzellen quasi Verglasen. Die Proteine sind der Zauberbaustein, der den Zelltod durch Wassermangel verhindert.  Zitat Spektrum: Sie heißen „intrinsisch ungeordneten Proteine“ (IDPs) gehören. Diese IDPs zeichnen sich dadurch aus, dass sie unter Bedingungen, wie sie in Organismen üblicherweise herrschen, keine feste dreidimensionale Struktur ausbilden.

Einige liegen der Proteine permanent in den Zellen vor, andere stellen sie nur bei drohender Austrocknung in großen Mengen her. Nimmt der Wassergehalt langsam genug ab, bilden diese Schutzproteine dreidimensionale Gitter, die der Struktur von Glas ähneln. In die entstehenden Hohlräume lagern sich Proteine und andere Moleküle ein, wodurch sie vor dem Zerfall ihrer Form geschützt sind, vermuten die Forscher. Blockierten sie im Experiment die Herstellung der schützenden IDPs, überlebten die Tierchen das Prozedere nicht.“

Wozu können wir diese Erkenntnis nutzen?

Man könnte Zellen gleich welcher Art für Einlagerungen nutzen, zum Beispiel Getreide. Auch könnte ich mir vorstellen, dass bei Organtransplantationen über lange Wegstrecken die Organe so haltbar gemacht werden können und dann beim Einbau in den Körper wieder reaktiviert werden können. So könnten Organe auch von Europa in die USA transportiert werden und vice versa. Für die selbstverliebten Narzissten unter uns, die unbedingt im nächsten über übernächsten Jahrhundert Wiederauferstehen möchten, wäre das vielleicht eine deutlich probatere Lösung seinen Körper zu konservieren, als das Tiefeinfrieren. Wie es sich allerdings mit dem Geist verhält, der Seele und dem Seienden des einzelnen Menschen, wenn dem Gehirn das Feuer des Lebens und das Feuer des Seins entzogen wird, muß dahingestellt blieben.  Meine intuitive Vermutung ist, dass wenn alle Zellprozesse auf Null runtergefahren sind, auch alle Neuronen ihr Erinnerungsvermögen und „Bewußtsein“ verlieren.  Zurück zu den Bärchentierchen – wenn die nach 10 Jahren Wiedererwachen, dann brauchen die sich nicht an ihr Leben im Damals zu erinnern. Sie funktionieren und leben nach ihren Mustern einfach frohgemut einfach weiter.  Bei uns Menschenkindern ist das eben dann doch deutlich anders. Wer sich eine Zukunft im Jenseits verspricht, der erwartet natürlich, dass er mit seiner ausdifferenzierten Persönlichkeit, seinem lebenslang erworbenen Wissen und seiner alten Identität erneut  zum Leben erwacht. Das wird der größte Gedankenfehler an dem Experiment sein.  Warum akzeptieren wir nicht einfach mal die Endlichkeit?  als Teil der conditio humana.

Hier zum Originalbericht in Spektrum der Wissenschaft, link.

Wer mehr über die Bärchentierchen wissen möchte, kann bei Wikipedia reinsurfen, hier klicken

Bildrechte Wiki: Von Schokraie E, Warnken U, Hotz-Wagenblatt A, Grohme MA, Hengherr S, et al. (2012) – Schokraie E, Warnken U, Hotz-Wagenblatt A, Grohme MA, Hengherr S, et al. (2012) Comparative proteome analysis of Milnesium tardigradum in early embryonic state versus adults in active and anhydrobiotic state. PLoS ONE 7(9): e45682. doi:10.1371/journal.pone.0045682, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=22716809

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter