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Urvertrauen

Urvertrauen
Written by Giovanni

Urvertrauen als Welt-Wohlgefühls-Kontinuum

Das Urvertrauen ist ein Schlüsselbegriff in der Psychologie. Es umschreibt die Art und Weise, wie wir die Welt begreifen, auf sie zugehen in ihren Begebenheiten, Baustellen, Problemen, Verschränkungen und Interdependenzen.

Kali Gibran schreibt:

Vertrauen ist eine Oase im Herzen, die von der Karawane des Denkens nie erreicht wird.

Vertrauensgrundsatz in der STVO

Im Verkehrsrecht, Strassenverkehrsordnung gibt es immerhin den Vertrauensgrundsatz: jeder darf darauf vertrauen, dass die andern sich an die Regeln halten. Rote Ampel heißt stopp, der grün amplige Autofahrer darf darauf vertrauen, dass der kreuzende Autofahrer die Regelung, die in Wirklichkeit ein echter amtlicher Verwaltungsakt ist, § 35 VerwVfG, einhält. Kommt es zum Crash, kann er sich auf seine Grün-Ansage berufen.

Über das Ur-Vertrauen in der Psychologie

Wenn wir als kleine Babies, Kleinkinder, Kinder, Jugendliche aufwachsen, gewinnen wir Vertrauen in die Welt und fundamentieren das Urvertrauen in uns und die uns umgebende Welt. Das Vertrauen, dass alles gut wird, nennt man Urvertrauen. In unsere doch durch so viel Missgunst und Agressivität durchwirkten Welt fällt es uns manchmal wirklich schwer, Vertrauen zu gewinnen und vertrauensvoll mit Unbekanntem umzugehen. Um so wichtiger ist es, dass wir einen inneren Schutzraum haben, einen Familienkreis, einen Freundeskreis, der als grundlegende Basis das Vertrauen in die gegenseitige Wertschätzung hat.

Weitere Ausführungen zum Urvertrauen

findest du auf dem netten Portal Vaterfreuden, link. Zitat ebendort:

 Urvertrauen entsteht dann, wenn Eltern diese Aufgabe zuverlässig wahrnehmen. Sie erkennen ein kindliches Bedürfnis und stillen es. Das Baby lernt: Für mich wird gesorgt, wenn ich etwas brauche. Das ist eigentlich bereits das Geheimnis, wie ein Kind ein starkes Urvertrauen ausbilden kann. Darüber hinaus will sich der Säugling angenommen und geliebt fühlen. Dieses Gefühl entsteht durch häufigen Körper- und Hautkontakt und eine intensive liebevolle Beschäftigung mit dem Kind.

Die Realität sieht allerdings oft anders aus. Aus Angst, ein Kind zu sehr zu verwöhnen oder vielleicht auch aufgrund von Überlastung oder eigenen Problemen, ignorieren Eltern mitunter die Bedürfnisse des Säuglings. Wenn dieses elterliche Verhalten mit anderen Faktoren zusammen kommt, kann die Vertrauensbildung in der frühen Kindheit empfindlich gestört werden.

Kinder, die allgemein vernachlässigt, schlecht behandelt oder misshandelt werden oder Kinder, die unerwünscht sind und in der Familie nur wiederwillig aufgenommen werden, entwickeln oft ebenfalls ein tiefes Misstrauen anderen Menschen und dem Leben gegenüber. Das Ergebnis sind Pessimismus, mangelnde Bindungsfähigkeit, Depressionen oder andere psychische Störungen.

 

Det Lexikon für Psychologie führt über das Urvertrauen aus, link

„Unter Urvertrauen versteht man in der Psychologie jene innere emotionale Sicherheit, die ein Kind in den ersten Lebensmonaten entwickelt, d. h., das Kind entwickelt das positive Grundgefühl, dass es Menschen vertrauen kann, dass diese ihm wohlgesonnen und verlässlich sind. Das Urvertrauen entsteht … aus der positiven Erfahrung, dass zwischen der Welt und den persönlichen Bedürfnissen“ eine Kontingenz hergestellt wird, ein Einklang.

Urvertrauen Vater-Kind

Vertrauensbildungsprozesse in der Babyphase zeitigen Urvertrauen

In dieser Phase entsteht eine Grundhaltung, die sich durch das ganze weite Leben zieht. Ein Neugeborenes ist darauf angewiesen, dass es versorgt wird. Diese Erfahrungen führen zu einem Vertrauen gegenüber der Mutter und dem Vater. Neben dem Erleben des Vertrauens wird auch Misstrauen erlebt, in dem z. B. die Mutter beginnt nicht nur für das Baby dazusein, d. h. sie lässt das Kind alleine, um den Haushalt zu führen usw. Diese Zeiten, in den das Neugeborene alleine ist, fördert sein Misstrauen. Es ist wichtig, dass ein Kind Vertrauen und Misstrauen kennenlernt. Entscheidend für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung ist, dass sich das Vertrauen stärker entwickelt. (Stangl, 2018).

Verwendete Literatur
Stangl, W. (2018). Stichwort: ‚Urvertrauen‘. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
WWW: http://lexikon.stangl.eu/1932/urvertrauen/ (2018-06-24)

Ur-Vertrauen

 

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Das Urvertrauen ist Kernbestband unseres Vertrauens in die Welt. Das Urvertrauen wird in unserer Jugend durch die Eltern und Heimat in der Seele beheimatet.

 

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter