aa -Tagesimpulse Denken

Verschuldung von Schülern

Die Diakonie Hamburg macht Beratungen in Schulen bei Schülern über das Problem Geld ausgeben


 

Kostenloses E-Book zum Themenfeld Verschuldung von Schülern und Jugendlichen

Aus Berlin nehme ich gerne den Hinweis auf, dass es ein kostenloses Beratungsbuch zum Runterladen, kostenlos im Netz gibt. Herausgeber ist die Interessengemeinschaft Sozialrecht e.V. in Berlin.  Der Titel des E-Books lautet  “Jung, dynamisch und verschuldet”.  In dem Buch findest du über folgende Problemfelder interessante Gedankenaufschlüsse: 

·         Warum verschulden sich Jugendliche?

·         Wie können Jugendliche Schulden vermeiden?

·         Was ist bei Verträgen zu beachten?

·         Was junge Menschen tun sollten, wenn Sie sich verschulden

Hier geht es zum eBook: https://www.schuldnerberatung.de/ebook-verschuldung-jugendlicher.pdf .  Oder hier klicken.


 

Der Zeit NEWS Letter hat die Pädagogin interviewt: Ich kommentiere gerne in ROT in die Sätze hinein.

. Wo Minderjährige in erste Fallen tappen und was Eltern tun können, erklärt Diakonie-Beraterin Katrin Sambarth. 

Elbvertiefung: Frau Sambarth, was heißt es, gut mit Geld umzugehen?
Katrin Sambarth: Einnahmen und Ausgaben im Blick zu haben. Viele Jugendliche wissen gar nicht, wie viel Geld ihnen im Monat zur Verfügung steht. äähmm früher war das so, dass das Taschengeld genau definiert war in der Höhe

Wer das nicht einschätzen kann, legt meistens auch nichts zurück. Was mich wundert: Unter den Zehn- bis Zwölftklässlern arbeiten oft nur ein, zwei Jugendliche pro Klasse nebenher. Das ist schade, weil die Schüler oft nicht verstehen, wie lange man für einen Pulli oder ein iPhone arbeiten muss.

ein guter Ansatz, auch Kinder sollten merken, dass man sich teuere Luxusgüter nicht einfach wünschen kann, sondern sie durch harte Arbeit erwirtschaften muss.  Eigentlich ist das aber ein Erziehungsproblem. Wenn in der Maxime gilt. alles was über das Taschengeld hinausgeht, mußt du dir selbst erarbeiten, dann werden die Wünsche automatisch kleiner….

EV: Schüler wohnen meist mietfrei bei den Eltern, haben wenig laufende Kosten – woher kommen die Schulden?
Sambarth: Oft ist der Handyvertrag der klassische Einstieg in eine Schuldenspirale. Zudem sind viele Jugendliche sehr sorglos im Umgang mit Geld. Die Werbung legt das nahe, dort heißt es dann: ›Gönn dir das, und gönn es dir sofort!‹ Was das Leben insgesamt kostet, fragen sich viele oft gar nicht. Manche haben mit 16, 17 Jahren noch nie auf eine Handyrechnung geschaut. Da ist Prävention wichtig. Wir fangen also grundlegend an, mit Fragen wie: Was heißt es, einen Vertrag abzuschließen, was sind AGB…?

Spannend ist natürlich juristisch, ob Schüler überhaupt geschäftsfähig sind.  Nach § 106 BGB sind Kinder unter 7 Jahren überhaupt nicht geschäftsfähig. Geschäftsfähig vollumfänglich ist man erst ab 18 Jahren.

Ausnahme Taschengeldparagaraf :§ 110 BGB: Ein von dem Minderjährigen ohne Zustimmung des gesetzlichen Vertreters geschlossener Vertrag gilt als von Anfang an wirksam, wenn der Minderjährige die vertragsmäßige Leistung mit Mitteln bewirkt, die ihm zu diesem Zweck oder zu freier Verfügung von dem Vertreter oder mit dessen Zustimmung von einem Dritten überlassen worden sind.

Alle Verträge, die Schüler zeichnen sind unwirksam, bis die Eltern sie genehmigen ! ex tunc!

EV: Was sind die Folgen früher Verschuldung?
Sambarth: Mit einer negativen Schufa-Bilanz ist es in Hamburg quasi unmöglich, einen Mietvertrag zu bekommen. Wenn das Konto oder gar das Ausbildungsgehalt gepfändet wird, bekommt das manchmal auch der Arbeitgeber mit. Manche verbauen sich so die Chance auf eine Stelle. Oder es entsteht ein gedanklicher Strudel nach dem Motto: Jetzt kommt es eh nicht mehr darauf an.

EV: Finanzen sind ein trockenes Thema. Wie bewegen Sie Jugendliche trotzdem zum Zuhören?
Sambarth: Wir berücksichtigen die Lebenssituation und nehmen Wünsche ernst. Ich kann vielleicht nicht immer nachvollziehen, wieso es das neueste iPhone oder eine bestimmte Marke sein muss, versuche aber, nicht zu werten. Was schwierig ist: Jugendliche bekommen oft viele Wünsche erfüllt, können aber nicht einschätzen, was das Ganze kostet.

EV: Klingt so, als müssten auch die Eltern dazulernen…
Sambarth: Ja, Eltern müssen lernen, Wünsche ihrer Kinder länger auszuhalten. Das Taschengeld sollte nur einmal im Monat ausgezahlt werden, es sollte genau abgesprochen werden, was davon bezahlt werden soll. Jugendliche, die nach Bedarf Geld zugesteckt bekommen, werden es schwerer haben, mit einem begrenzten Budget zu haushalten. Außerdem sollte in den Familien mehr über Geld gesprochen werden – wie teuer die Miete, Versicherungen oder Wocheneinkäufe sind.

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter