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Völkermord in Ruanda 1994

Massenmord in Ruanda
Written by Giovanni

Exakt heute vor 25 Jahren begann der letzte großangelegte Völkermord im 20 Jahrhundert , diesmal in Ruanda in Mittelafrika.

Fast 1.000.0000 Menschen sind ermordet worden. Wir gedenken der trauernden Familien und der Ermordeten Männer, Frauen und Kinder.

Der Völkerstamm der Hutu wurde zu Massenmördern, Genozid auch genannt.  Die Tutsi sollten wohl ausgerottet werden. Warum sich die beiden Bevölkerungsgruppen bekämpften, über Jahrhunderte hinweg, zeigt gut Wikipedia auf, link.

Wie konnte so ein durchgeknallter Massenmord organisiert werden?

Es gab eine national verbreitete Radio-Station,  Radio-Télévision Libre des Mille Collines , die als Befehlsgeber und Koordinierungsstelle für den Massenmord fungierte. Ohne solche tools wäre ein solches Ausmaß des Massenmordes kaum denkbar gewesen.  Wir erinnern uns noch an Goebbels Volksempfänger, der die Seelen der Menschen in Deutschland indokrinierte und nachhaltig vergiftete, so daß das Morden zur Selbstverständlichkeit werden konnte.

Außerdem war in der Armee des Landes ein überwiegender Anteil der Mörder-Gruppierung unterwegs und hatten damit die Macht.

Wie konnte der Mord in Ruanda gestoppt werden?

Eine Rebellen-Armee ist aus Uganda einmarschiert, Ruandische Patriotische Front, und hat nach 100 Tagen dem Massenmord ein Stopp-Signal setzen können. Noch heute ist der Präsident, der die Armee führt, im Amt.  Echte Demokratie gibt es selten in Afrikanischen Staaten.

Warum hat die Weltgemeinschaft nicht den Massenmord gestoppt?

Die UNO hat den Massenmord sehr wohl wahrgenommen und um Hilfe gerufen, aber von dem betroffen Land Ruanda aus.  Die Reaktion der Weltgemeinschaft war erbärmlich. Anstatt Menschenleben zu schützen, 100.000 US Marines einmarschieren zu lassen, passierte das ganze Gegenteil. UNO-Soldaten wurden abgezogen und haben der Mörderbande damit erst recht Wege gebahnt für den Massenmord. Warum die USA nicht eingeschritten ist, oder Russland, denen es ein leichtes gewesen wäre, die Mörder zu stoppen und zu entwaffnen und eine provisorische Stabilität herzustellen, bleibt rätselhaft.

Juristische Aufarbeitung des Massenmordes in Ruanda

Die strafgesetzliche Aufarbeitung des Völkermordes ist ein Trauerspiel. Auf internationaler Ebene wurde Internationale Strafgerichtshof für Rwanda (ICTR) betrieben.  Ein paar Verbrecher der Führungsebene wurden verurteilt. Dazu aber immense Kosten ausgelöst, auch weil der Gerichtshof nicht im Tat-Land tagte.

Laiengerichte in den Dörfern versuchen den Rechtsfrieden herzustellen

Um halbwegs den Rechtsfrieden herzustellen wurden aus Laien zusammengesetzt Dorf-Gerichte installiert, die der afrikanischen Tradition entsprechen und natürlich ein mehr oder minder unkontrolliertes Verfahren der Subjektivität und Willkür sind. 12.000 dieser Versammlungen gab es, die 1.000.000 Fälle „bearbeitet“ haben. Diese Dorfgerichte heißten dort  Gacaca-Gerichte.

Angeblich entwickelt sich Ruanda im 21 Jahrhundert recht positiv in wirtschaftlicher Hinsicht. Die Stabilität wird hergestellt durch eine Art Diktatur.  Solange das Zusammenleben der Menschen gut geregelt wird, ist das der saure Apfel, in dem man zunächst beißen muß.

(Quellen: Tagesschau, link; staatliche Bundeszentrale für politische Bildung, link)

Bildrechte Wiki: Von I, Inisheer, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2529242

About the author

Giovanni

Giovanni ist studierter Jurist und Philosoph als Marketingleiter bei einem Mittelständler unterwegs, Geschäftsführer einer Agentur, ehrenamtlicher Sterbebegleiter, zertifizierter Trauerbegleiter, Beirat ITA Institut für Trauerarbeit, Mitgliedschaften: Marketing Club Hamburg, Büchergilde Hamburg, Förderverein Palliativstation UKE, ITA, Kaifu Lodge, Kaifu-Ritter